Rezension – „Achtsam morden durch bewusste Ernährung“ von Karsten Dusse

Rezension – „Achtsam morden durch bewusste Ernährung“ von Karsten Dusse

Infos zum Buch:

gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Januar 2024)
ISBN: 978-3453273870
Preis: 24,00 €

Inhalt:

Guten Appetot!

Dank Achtsamkeit hat Björn Diemel seine Mitte gefunden. Seine Problemzonen sind nun allerdings die Ränder seines Körpers, die sich immer weiter von dieser Mitte entfernen. Björn erkennt, dass In-sich-Ruhen und Mangel an Bewegung zwei grundverschiedene Dinge sind.

Als Unbekannte versuchen, Björns Tochter zu entführen, gelingt es ihm aufgrund seiner Körperfülle nur mit Mühe, die Täter in die Flucht zu schlagen. Also lässt Björn sich von Joschka Breitner in Bezug auf die Grundsätze bewusster Ernährung coachen. Er taucht ein in die faszinierende Welt des Heilfastens und der Ernährungsbausteine. Noch ahnt Björn nicht, wie wunderbar sich Ernährung, Entspannung und das Auflösen von Gewaltfantasien miteinander kombinieren lassen.

Meine Meinung:

Ich mag Karsten Dusse, seinen Schreibstil, seine Ideen, einfach alles. Bislang haben mir seine Bücher grundsätzlich alle gefallen, doch zu einem Grundsatz gehört – wie der Jurist weiß – auch eine Ausnahme und die bildet tatsächlich dieses Buch. Zu Beginn war ich wieder Feuer und Flamme. Was passiert dieses mal? Wie kann unser geliebter Anwalt punkten? Und welche Themen werden uns dabei begleiten? Die letzte Frage war anhand des Titels schon vorhersehbar: es geht um gesunde Ernährung. Im Buch werden viele Ernährungsweisen aufgeführt, teilweise aufs Korn genommen oder aber sogar regelrecht zerrissen. Das mag man gut finden oder aber auch nicht. Ich habs jetzt mal unter dem Aspekt betrachtet, dass es von einem Protagonisten kommt, der schon einiges erlebt und es nicht immer einfach hat. Schon gar nicht mit seiner Klientel. Sei’s drum. Doch irgendwann wurde es auch mir einfach zu viel des Guten, denn sämtliche Themen im Bereich gesunder Ernährung wurden mehr als einmal aufgeworfen und mit unterschiedlichen Charakteren diskutiert. Dabei traten einige Meinungen ins Licht, die man hören wollte oder eben nicht. Zudem werden die Aussagen zunehmend kritischer, wenn nicht sogar spöttisch – Veganismus ist Scharlatanerie, nur Fleischkonsum ist das Wahre! Von einem Extrem ins Andere. Aufgefallen ist im weiteren Verlauf nicht nur mir, sondern mehreren Rezensenten wie ich gelesen habe, dass es auch sehr grenzwertige Aussagen gab – egal, ob von einer Romanfigur oder nicht, hier sollte man (insbesondere heutzutage) aufpassen, denn auch wenn nicht jeder mit dem Gendern einverstanden ist, so sollte man Menschen, die nicht dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen sind, doch Respekt entgegenbringen. Alles in einem kann ich sagen: das Buch ließ sich dieses Mal anders lesen als die vorherigen. Es war zäher, teilweise so mit Themen und Meinungen überflutet, dass man selbst keine Lust mehr hatte, sich nur irgendeine eigene Meinung darüber zu bilden. Und das Verbrechen selbst? Das schien zwischendurch doch vom Winde verweht oder in Vergessenheit geraten zu sein. Für mich war es definitiv ein Karsten Dusse, aber nicht sein bester.

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