Selbstliebe

Selbstliebe – eine Notwendigkeit oder doch reiner Egoismus?

Hallo ihr alle!

Gestern habe ich diesen Beitrag bereits bei Instagram angekündigt und dann wurde ich während dem Schreiben tatsächlich schmählich unterbrochen – und hab’s dann einfach nicht mehr geschafft. Sorry dafür! 

Dieses hier ist also meiner Beitrag zum Thema „Selbstliebe“. Dann fangen wir doch einfach mal an:

Was genau ist eigentlich „Selbstliebe“?

Selbstliebe ist die Wertschätzung, die Liebe, die man sich selbst entgegenbringt und zwar Tag für Tag. Eine bedingungslose Liebe, die aber leider nicht so selbstverständlich ist, wie es scheinen mag. Selbstliebe geht einher mit Selbstwert, Selbstwertschätzung und Selbstbewusstsein.

Sie beginnt in unseren Gedanken: welche Gedanken bringe ich mir selbst entgegen? Wie sehe ich mich wirklich?

Geht über unsere Gefühle: Liebe ich mich wirklich? Was fühle ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Kann ich mich anlächeln? Oder scheue ich mich davor, einen Blick in den Spiegel zu werfen, da ich dies und jenes an mir nicht mag?

Und endet bei unseren Taten: bringe ich mir Liebe entgegen? Pflege ich meinen Körper? Zeige ich mir selbst, wie viel Wert ich mir bin? 

 

Wie kann ich mir „Selbstliebe“ entgegenbringen? Wie praktiziere ich das? 

Selbstliebe kann auf viele unterschiedliche Arten wirken und bewirkt werden. Denke daran: jeder von uns hat andere Bedürfnisse. 

Ich beispielsweise fühle momentan ein richtiges Low an Energie, d.h. ich spüre, wie schnell meine Energie aufgebraucht ist und dass meine „Akkus“ nicht wirklich aufgeladen sind. Schon kurze Gespräche mit Freunden oder der Familie laugen mich aus. Gespräche, bei denen ich helfen möchte, bei denen ich zeigen möchte „ich bin für dich da“ und „ich sehe ich“. Wie kann ich also aus solch einem Energiemangel heraus helfen, Energie abgeben und Liebe entgegenbringen? Gar nicht.

Momentan nehme ich mich etwas aus meinem Umfeld heraus und bringe mir damit die Liebe entgegen, die ich gerade am meisten benötige. Ich „schütze“ mich vor Energieräubern, also denjenigen, die nur Energie rauben, aber selbst nichts zurückgeben (also nur einfordern und selbst nichts geben) und tue die Dinge, die mir Spaß machen und die mich wieder in mein energetisches Gleichgewicht bringen.

Für mich sind es Dinge wie: Meditation, ein gutes Buch lesen, einfach mal Musik hören, vielleicht sogar aufräumen (denn eine aufgeräumte Wohnung verbinde ich mit einer aufgeräumten Seele!) oder kreativ werden und malen oder eben einen Blogartikel für euch (und mich) verfassen. Auch eine heiße Dusche mit wundervoll duftenden Ölen und danach eine wohltuende Creme können wahre Wunder bewirken!

Für mich gibt es viele Arten, wie ich wieder zu mir selbst finden kann und wie ich nicht nur wieder in meine Energie komme, sondern mir auch die Liebe zuteil werden lasse, die ich anderen entgegenbringe möchte.

Natürlich müssen all die Dinge nicht auch auf dich zutreffen. Aber überleg doch einfach mal selbst: was tust du, wenn es dir nicht gut geht? Wie kannst du Dir die Liebe zuteil werden lassen, die du anderen schenkst? Vielleicht schenkst du dir auch einfach mal einen Strauß Blumen oder aber besorgst dir etwas leckeres zu Essen und trinkst einen guten Wein dabei? Oder aber du powerst dich so richtig aus (bei einem Energieüberschuss, der in Aggression ausarten kann). 

Schaue doch einfach mal, was dir gut tut und erstelle dir eine kleine Liste mit den Dingen, die dich wieder in die Selbstliebe bringen. 

 

Wenn ich mich selbst liebe, ist das dann nicht egoistisch?

Selbstliebe = Egoismus

Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir schon häufig gestellt habe, die ich aber auch schon mit vielen diskutiert habe. Wenn ich mich selbst liebe, also auf mich und meine Bedürfnisse achte und diese sogar vor die Bedürfnisse von anderen stelle, bin ich dann ein egoistischer Mensch? 

Ich habe eine klare Antwort für dich: NEIN! 

Du bist kein schlechter Mensch, nur weil du auf dich achtest, nur weil du deine Bedürfnisse vor die der anderen stellst, nur weil du jetzt merkst, dass du mehr Aufmerksamkeit brauchst als du anderen schenkst (schenken kannst). 

Denn sieh‘ es doch mal aus einem anderen Blickwinkel heraus: wenn es dir schlecht geht, du dich ausgelaugt fühlst und energetisch total am Boden bist, bist du dann noch in der Lage, auf andere Menschen einzugehen? Ihnen ein guter Freund / eine gute Freundin zu sein, ihnen zuzuhören und ihnen gar zu helfen oder Hilfe anzubieten? Bist du mit vollem Herzen dabei?

Vielleicht kannst du das tatsächlich noch, vielleicht hast du diese Reserven, aber für wie lange? Wie lange kannst du dich „über dem Wasser halten“, ohne dich selbst soweit auszulaugen, dass wirklich gar nichts mehr geht? 

Sobald du merkst, dass du in ein energetisches Low kommt und dass deine Gedanken mehr um andere als um dich selbst kreisen, schiebe einen Riegel davor! Sage laut „STOPP“ und nimm‘ dich aus der Situation heraus, bewerte sie nicht, bewerte nicht die anderen, sondern schau, dass du dir selbst etwas Gutes tust. 

Du selbst musst dir am wichtigsten sein! Du selbst musst bei dir an erster Stelle stehen! Und das hat absolut nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstliebe, denn du musst es dir selbst Wert sein, dir eine Auszeit zu gönnen und sich um dich zu kümmern. 

 

Eigentlich habe ich ein gutes Selbstbewusstsein und Selbstliebe brauche ich gar nicht

Bist Du dir da wirklich sicher? 

Hmm … lass und mal ein kleines „Gedankenspiel“ machen!

Beobachte für einen Tag lang deine Gedanken, die auf dich selbst bezogen sind.

Die Strichlistenmethode

Führe eine Strichliste und bei jedem Gedanken, der gegen dich selbst gerichtet ist, mache einen Strich auf der linken Seite dieser Liste. Ein kleines Beispiel: „Mensch, was bin ich so doof“ ist auch ein solcher Gedanke, der auf der Liste einen Strich verdient.

Für einen Gedanken, in dem du dich selbst lobst oder dir Selbstwertschätzung und Selbstliebe entgegenbringst, mache einen Strich auf der rechten Seite der Liste.

Schau dir die Liste gegen Abend an. Na, auf welcher Seite hast du die meisten Striche gemacht?

Falls du diese Methode für Fortgeschrittene machen möchtest:  

Notiere doch einfach mal die Gedanken, die dir durch den Kopf gehen (und wie oft) und schau, was am Abend zusammengekommen ist!

Teilt mir doch gerne eure Ergebnisse mit! Ich bin gespannt, was bei euch herausgekommen ist.

 

Was ist Selbstliebe für mich? 

Das Thema „Selbstliebe“ beschäftigt mich jeden Tag aufs Neue. Seit einigen Monaten (wenn nicht sogar schon seit Jahren) lese ich Bücher über Selbstliebe, Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Überall findet sich auch der Aspekt der Wertschätzung deinem Selbst gegenüber.

Ich dachte eigentlich, dass ich ein positives Mindset mir gegenüber hätte, insbesondere nachdem ich im letzten Jahr so hart an mir und an meinen Gedanken gearbeitet habe, um aus der Depression heraus zu treten. Doch weit gefehlt! 

Jeden Tag aufs neue merke ich, wie ich struggle, wie ich selbst immer wieder ins Stolpern gerate. Es beginnt bei den unbedachten Äußerungen wie „bin ich dämlich (…)“, die mich oft am Tag einholen. Doch es zeigt sich auch auf andere Art und Weise: ich stehe im Geschäft und will mir etwas kaufen (bspw. ein Buch) und kurz vor der Kasse lege ich es zurück mit den Gedanken „Brauche ich das wirklich?“ Tatsächlich aber denke ich unterbewusst „Ist das nicht zu teuer?“ – was genau will mir dieser Gedanke sagen? Nicht, dass ich zu viel Geld für dies oder jenes ausgebe und unbedacht kaufe.

Nein, mir sagt dieser Gedanke viel mehr: Bin ich es mir selbst Wert? Bin ich es mir Wert, dass ich mir bspw. dieses Buch kaufe? Bin ich mir die 10 – 20 EUR Wert? In den meisten Fällen folgt ein klares „Nein“. Aber warum nicht? 

Über dieses Thema werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben, das würde den Rahmen zu sehr sprengen. Hier sei es jetzt nur als Beispiel gedacht, mit dem ich euch zeigen möchte: auch wenn ich mich schon so lange mit diesem Thema beschäftige und auch wenn ich schon so viele Bücher darüber gelesen habe und auch Coaches darüber habe sprechen hören, ich verfalle immer wieder in mein Muster zurück. 

Heißt das also, ich liebe mich nicht selbst? Vor einigen Tagen hätte ich hier heulend gesessen und am liebsten nicht nur wütend, sondern auch resigniert ein paar Dinge durch die Gegend geworfen und lauthals „ja“ gebrüllt! 

Heute weiß ich: nein, das hat damit nichts zu tun! Denn jetzt, wo ich sehe, was mir fehlt und was ich brauche, habe ich Klarheit darüber gewonnen und weiß, was ich tun kann (und werde) um mich immer wieder selbst daran zu erinnern, wie sehr ich mich liebe und dass ich für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben bin. 

Selbstliebe beginnt bei dir und in dir! Lebe sie jeden Tag und führe dir vor Augen, wie wertvoll Du bist! Denn DU hast verdient, glücklich zu sein und dein Leben zu genießen! 

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, dann lasse mir doch gerne deine Gedanken da. Schreibe mir auch gerne, wie du dir Selbstliebe entgegenbringst und was du täglich für dich tust. Und natürlich interessiert mich brennend, was deine Strichliste ergeben hat 😉 

Hab noch einen schönen Abend! Ich freue mich von dir zu hören!

Alles Liebe, 

deine

 

 

3 Kommentare

  • Heike

    Hallo Nina,

    ein toller, sehr nachdenklicher Artikel. Danke dafür!
    Ich glaube, beim Thema Selbstliebe ist es in erster Linie sich auch freizumachen von den Normen und Anforderungen. Ja, Geldverdienen, ein bisschen, das darf „Frau“ gerne, aber JETZT bei Corona einfach mit dem Wohnmobil wegfahren, Mann mit Kids allein lassen und für einen Roman recherchieren? Rechtlich ist es problemlos möglich (Dienstreise, wie bei Auslandskorrespondenten / Journalisten), aber „darf“ man das tun???
    Für mich heißt Selbstliebe dann zu sagen: Ja, ich erlaube es mir :-), nicht nur (wenn natürlich auch) unter dem Aspekt Geldverdienen, sondern auch, weil ich es einfach liebe.

    LG
    Heike

  • Nina

    Liebe Heike,
    genau DAS ist es! Wie oft meldet sich dann eine kleine Stimme bei uns die sagt „Du bist egoistisch, wenn du nur an dich denkst!“ – aber DAS ist es ja? Wenn wir NICHT an uns selbst denken, wie können wir dann anderen helfen? Wie können wir dann so in unserer Energie sein und andere damit erfüllen?
    Wärst du nicht gefahren, hättest du dir wahrscheinlich irgendwann gesagt „wäre ich doch nur gefahren“, wahrscheinlich wärst du total unentspannt und unzufrieden mit dir und somit dein Umfeld auch. Was bringt es also, wenn man sich immer und überall rausnimmt oder zurück nimmt? Im Grunde genommen ersparen uns Zeit mit uns und einige Momente Selbstliebe viel Ärger mit anderen 🙂
    Ich finde es super, dass du gefahren bist und hoffe, dass du viele tolle Momente erlebst und auch viel recherchieren kannst! Hab weiterhin viel Spaß dabei!

    Liebe Grüße,
    deine Nina

  • Kerstin Cornils

    Liebe Nina,
    ein tolles Thema, über das man stundenlang reden kann. Ich finde es sehr gut, dass du nochmal unterstreichst, dass Selbstliebe halt nicht gleich Egoismus ist.
    Seit Corona habe ich sehr viel Zeit für mich und nutze die genauso, wie ich es für richtig halte. In meiner freien Zeit vor oder nach der Schicht mache ich das, wozu ich Lust habe. Wenn ich einen Tag einfach nur mit einem Buch auf der Terrasse sitzen möchte, dann mache ich das. Egal was andere sagen, was man sinnvolleres mit der geschenkten Zeit anfangen könnte.
    Ich habe in den letzten Wochen aber auch immer mehr zu mir und meinem Körper gefunden. Ich kann mich wieder mit einem breiten Lächeln im Spiegel ansehen und sagen, ja das bin ich. Und ich gefalle mir genauso wie ich bin. Der Sport in den letzten Wochen hat viel dazu beigetragen, dass ich mich auch körperlich wieder liebe. Es gibt nichts befreienderes als unnötigen Ballast los zu werden.

    LG Kerstin

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