Unterhaltung Zeitgenössisches

Bernhard Aichner – Kaschmirgefühl

Hallo ihr Lieben!

Endlich konnte ich das Wetter und die Ruhe etwas nutzen, um ein paar Rezensionen zu tippen. Dieses Buch hier habe ich auf Instagram, aber auch auf vielen Plattformen gesehen und es hat mich einfach schon vom Cover her total interessiert. Das Cover ist nicht alltäglich und wenn man es so sieht, trotzdem so greifbar und so realistisch, dass man am liebsten die zerrissenen Fäden richtig flicken möchte! Aber schaut doch besser mal selbst:

 

Bernhard Aichner

mit seinem kleinen Roman über die Liebe

Kaschmirgefühl

Aichner_Kaschmirgefühl(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Haymon Verlag!)

 

Infos zum Buch

gebundenes Buch: 188 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1. (12. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709934567
ISBN-13: 978-3709934562
Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 2,2 x 21,1 cm
Preis: 17,90 € (gebundenes Buch) / 13,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt

Zwei Menschen verlieben sich und wir sind live dabei – eine aufregende Liebesgeschichte von Bernhard Aichner.

Ein Telefonanruf und eine Stimme, die das ganze Leben verändert

Gottliebs Tage sind nicht gerade von Leidenschaft erfüllt. Als Krankenpfleger im Hospiz ist er täglich mit dem Tod konfrontiert, Romantik im Privatleben: Fehlanzeige. Zu lange schon ist er Single, lebte bis vor Kurzem mit seiner Mutter zusammen. Von Einsamkeit getrieben ruft Gottlieb eines Nachts bei einer Sexhotline an. Zum ersten Mal hört er Maries Stimme und mit einem Schlag verändert sich sein ganzes Leben.

Gibt es Schöneres, als zwei Menschen zuzuschauen, wie sie sich ineinander verlieben?

Marie und Gottlieb reden miteinander, anstatt Telefonsex zu haben. Von Anfang an ist da etwas, das die beiden verbindet. Es entwickelt sich ein intensives Gespräch, völlig anonym ist alles, mit großer Lust lügen die beiden sich an. Sie erzählen sich das Blaue vom Himmel und erfinden gemeinsam eine Liebesgeschichte. Eine, die von Minute zu Minute mehr zu ihrer eigenen wird.

 

 

Über den Autor:

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.

Mehr über den Autor erfahrt ihr auf seiner Homepage, seiner Facebookseite und auch auf Instagram!

 

 

Mein Fazit und meine Rezension

Gottlieb ist ein langweiliger Geselle, so zumindest beschreibt er sich. In seinem Leben passiert nicht wirklich etwas. Alles ist vorhersehbar und Überraschungen erlebt er auch keine mehr. Als Gottlieb eines Abends bei einer Sexhotline anruft, ändert sich jedoch alles, denn dort trifft er auf Marie und ist von ihrer Stimme mehr als verzaubert.

Und auch Marie verspricht sich wohl mehr von ihrem Leben – aber was kann sie schon anderes tun? Mit ihrem Job verdient sie viel Geld, dabei arbeitet sie auch noch von Zuhause aus. Dass sie auf den ein oder anderen perversen Kerl trifft ist ihr dabei egal, immerhin ist er nur am anderen Ende der Leitung und sitzt ihr nicht gegenüber. Doch ein schönes Leben ist etwas anderes. 

Für Romantik ist in beiden Leben einfach kein Platz. Oder vielleicht doch? 

Wir Leser sind live dabei und hören bzw. lesen, welche Geschichten sie erzählen, wie eine zarte Verbindung aufgebaut wird, die mit Lügen gespickt ist und wie sich alles doch noch einmal wendet. Für mich war es der erste Roman von Bernhard Aichner und auch der erste Roman, der in diesem Stil geschrieben ist. 

Zu Beginn war es etwas schwer, da man nicht weiß, wer wann genau spricht, doch über diese kleinen anfänglichen Schwierigkeiten kommt man schnell hinweg und auch die Dialoge werden immer interessanter, sodass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann. 

Gottlieb, ja … ein interessanter Charakter. Über ihn erfährt man erst im Laufe des Romans etwas. Über sein Leben, seine Vorliegen, seinen Beruf (Hospiz), seine Hobbys. Er gibt schon einiges Preis und doch weiß man auch als Leser nicht, ob tatsächlich alles wahr ist, was er da erzählt. An einer gewissen Stelle war auch ich etwas überrascht bzw. hätte – wäre ich Marie gewesen – den Hörer aufgelegt, aber sie schlagen sich gut. 

Aber auch Marie ist nicht so, wie sie vorgibt zu sein. Doch auch das erfahren wir erst im Laufe der Geschichte. Ich will euch jetzt hier nicht verraten, mit welchen Charakteren ihr es zu tun habt oder was die beiden sich erzählen oder erlebt haben, ob alles wahr ist oder was hinter all dem steckt: dazu müsst ihr schon das Buch lesen. Und ich kann es euch tatsächlich empfehlen. 

Dieses Buch ist anders, diese Geschichte ist einmalig, auch das Cover ist schlicht und doch so passend zu dem Buch, als sei es nur dafür gemacht. Das Buch ist recht dünn, besteht aus 188 Seiten und tatsächlich habe ich es in einem Rutsch durchgelesen, aber auch einfach nur, weil ich nicht anders konnte. Mich haben die beiden Charaktere und deren Leben gefesselt. Ich wollte wissen, wie weit sie gehen, was sie über den jeweils anderen erfahren und – ob natürlich auch alles so der Wahrheit entspricht. 

Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen – wie schon gesagt, es ist kein Roman, in dem ein allwissender Erzähler beide Personen beschreibt, deren Umgebung und uns Lesern einige Hintergrundinformationen zu ihnen gibt, damit wir uns besser in sie hineinversetzen können. Nein. Hier müssen wir Leser selbst arbeiten, wir hören zu, ohne eingreifen zu können. Wir raten mit, wir schütteln den Kopf, sind verärgert oder frustriert, aber wir geben nicht auf, denn letzten Endes siegt die Neugier! 

Bernhard Aichner hat mit diesem wundervollen kurzen Roman eine Geschichte geschaffen, die ins Herz geht und das, obwohl man es nicht hat kommen sehen. 

Meine Bewertung daher: 5 von 5 Punkten

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