Ratgeber

Julia Korbik – How to be a girl

Guten Morgen ihr Lieben,

neues Jahr, neues Glück? Oh ja, definitiv, ich glaube fest daran und damit auch ich in ein neues Jahr starten kann und es als „abgeschlossen“ ansehen kann, werde ich jetzt noch etwas Gas geben und euch auch heute zwei Rezensionen veröffentlichen.

Den Anfang macht

Julia Korbik

mit ihrem Buch und Ratgeber

How to be a girl – stark, frei und ganz du selbst

(Cover und Rezensionsexemplar mit dem besten Dank an Gabriel Verlag!)

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Gabriel Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (13. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783522305099
ISBN-13: 978-522305099
Größe und/oder Gewicht: 16,7 x 1,7 x 23,8 cm
Preis: 14,99 € (Broschiert) / 9,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

Ratgeber für Mädchen ab 13 Jahren. Mit jeder Menge Listicles, Tipps und Porträts von Vorbildern.

Hast du dich schon mal gewundert, warum es Regeln gibt, die scheinbar nur für Mädchen gelten? Willst du gerne mehr über Bodyshaming, Selfcare und Gleichberechtigung erfahren? Findest du Mädchen und Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen, spannend? Dann bist du hier genau richtig!

Mit Kurzporträts von historischen und aktuellen Vorbildern, Checklisten und Anleitungen (Wie erkenne ich alltäglichen Sexismus? Wie kann ich dem Konsum-Wahnsinn entkommen?) und Einblicke in die Welt der Jungen.

 

 

Über die Autorin:

Julia Korbik wurde 1988 im Ruhrgebiet geboren und lebt heute als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie schreibt vor allem über Popkultur und Politik aus feministischer Sicht. Korbik hat in Deutschland und Frankreich Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Journalismus studiert. 2014 erschien „Stand Up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“, 2017 „Oh, Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“. Korbik ist nicht nur überzeugte Feministin, sondern auch überzeugte Europäerin: Mit dem Team von cafebabel.com zeigt sie, wie junge Leute Europa täglich leben.

 

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Frau zu sein, bedarf es wenig … irgendwie kommt mir dieser Spruch schnell auf die Lippen, wenn ich an dieses Buch zurückdenke. Mit diesem Buch haltet ihr keinen Roman über Mädchen und dem Erwachsenwerden in den Händen, sondern einen Ratgeber, der das Mädchensein, das Mädchenwerden und letzten Endes auch das Frausein behandelt.

In How to be a girl beleuchtet die Autorin Julia Korbik in unterschiedlichen Kapiteln das Mädchensein und was und Mädchen/Frauen eigentlich ausmacht. Dabei werden wir schnell von den Klischees wie „als Mädchen musst du immer brav sein und eine Pfirsischhaut haben“ weggelotst, denn das ist es garantiert nicht, was uns Mädchen/Frauen ausmacht. Die Autorin geht viel mehr auf das Selbst ein, auf die wahre Identität der Mädchen, auf das, was uns ausmacht. Sie räumt mit vielen Vorurteilen und Klischees auf, zeigt jedoch nicht nur direkt, was wir nicht sind, sondern auch, was angenommen wird, was wir sind oder zu sein haben.

Dabei zählt sie nicht nur Beispiele aus dem Alltag auf, sondern wählt auch berühmte Persönlichkeiten, die uns Leser und Mädchen nicht nur überraschen, sondern regelrecht zwei Zentimeter wachsen lassen! Wenn ich also lese, dass einem Jaden Smith (Sohn von Will Smith und Jada Pinkett Smith) egal ist, ob er einen Rock trägt oder Blumen im Haar hat, weil er die Kleidung trägt, die für ihn stylisch ist und die für ihn nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, so kann ich nur sagen: alle Hochachtung und – DANKE! Nicht jeder sieht es so und schon im Bekleidungsgeschäft sieht man doch die großen Unterschiede zwischen Mädchen und Junge / Mann und Frau.

Neben der Denkweise und dem Aufräumen gegenüber all den Vorurteilen, die sich doch hartnäckig halten, finden wir auch ein Kapitel über den Körper des Mädchens, über das, was wir sind, was wir brauchen und wollen und was uns von der Gesellschaft vorgelebt, regelrecht vorgeschrieben wird. Bilder assoziieren uns in der Werbung, wie wir auszusehen haben, wie wir zu sein haben, was wir zu tragen haben, und doch sind es letzten Endes nicht wir, die wir dann im Spiegel sehen, sondern einfach eine Mischung aus Meinungen, die uns von Außerhalb auferlegt worden sind. In diesem Kapitel schreibt Julia Korbik klar und deutlich: Liebe dich selbst! Stehe zu dir und deinem Körper! Dein Körper ist dein Tempel und nur du kannst ihn formen! Lass dir nichts auferlegen, was du nicht selbst bist oder willst bzw. sein willst!

Ein Thema, das natürlich auch nicht fehlen darf ist die Emanzipation der Frau oder vielmehr der Kampf darum. Die Rechte der Frau haben sich erst spät herausgebildet, weil für diese gekämpft wurde. Warum aber sollte eine Frau nicht wählen dürfen? War sie kein wertvoller Teil der Gesellschaft, der gehört werden sollte? Der Kampf um die Frauenrechte und die Gleichheit der Geschlechter begleitet uns heute noch. Einige nennen es Feminismus – wobei der Begriff nicht immer richtig gebraucht wird – andere nennen es Geschlechterkampf. Aber warum? Sollte es nicht natürlich sein, dass alle dieselben Rechte haben, das jeder alle Ämter ausführen kann? Schaut einfach mal in die Medien und ihr könnt schon die nächsten Diskussionen betrachten.

Doch auch in diesem Buch wird klargemacht, dass nicht immer alles schön ist oder sein muss, auch hier wird das Thema Sexualität bzw. sexuelle Übergriffe auf Frauen behandelt. Es wirft unschöne Themen auf, die man lieber vermeiden möchte, doch genau das ist es, was die Autorin Julia Korbik nicht macht: sie steht auf und zeigt, was los ist, sie spricht es aus und nimmt Themen wie sexuelle Belästigung und Mobbing aus der tabuisierten Zone heraus. Wir haben das Recht, uns zur Wehr zu setzen, uns nicht alles gefallen zu lassen, wir haben das Recht, für uns zu kämpfen und nicht alles hinzunehmen, was geschieht, denn auch wir sind wertvolle Wesen.

Ihr seht also: in diesem Buch geht es nicht rein um das Mädchensein oder Mädchenwerden, es geht darum, was uns Mädchen ausmacht, was wir sind, was wir werden können, wofür wir einstehen müssen und was wir uns niemals gefallen lassen sollten. Erniedrigungen gleich jedweder Art (in der Gesellschaft oder sexuell) sind keine Option! So viele haben für die Frauen und ihre Rechte gekämpft, so viele Freiheiten haben wir bekommen, wir sollten sie auch zu schätzen wissen und sie nutzen. Schaut euch all eure weiblichen Vorbilder an und was sie für uns erreichten haben.

Ich kann dieses Buch als einen wundervollen Ratgeber, Erklärer, zum Nachdenken und Umdenken Anreger, vor allen Dingen aber als Lektüre für Mädchen empfehlen. Hier steht sicherlich nicht alles drin, aber so viel, dass euch näher an eure Identität und euer Frauwerden bringt.

Meine Bewertung daher: 5 von 5 Punkten

 

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