Theresia Graw – Wenn das Leben Loopings dreht

Guten Abend ihr Lieben!

Es ist wieder Rezi-Zeit! 🙂 *freu* Und vielleicht bekomme ich es sogar hin, euch heute Abend zwei Rezensionen online zu stellen! Aber zunächst mal diese hier! Die Autorin Theresia Graw kennt ihr bereits von einer anderen Rezension von mir – „Das Liebesleben der Suppenschildkröte“ und „Glück ist nichts für schwache Nerven“. Bislang haben mir alle Bücher von ihr ausnahmslos gefallen! Tja, der Schreibstil macht es einfach aus! 🙂 

Aber jetzt stelle ich euch ihr neustes Werk vor

Theresia Graw

mit ihrem Roman

Wenn das Leben Loopings dreht

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Randomhouse Verlagsgruppe und Blanvalet Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102464
ISBN-13: 978-3734102462
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 3,2 x 19 cm
Preis: 9,99 € (TB) / 8,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt

Das Leben ist eine Achterbahnfahrt – ohne ein paar Loopings wäre es langweilig!

Franziska – verheiratet, zwei Kinder, gut situiert – erhält mit der Post aus heiterem Himmel Briefe an eine mysteriöse Laura Caspari, die in der Nachbarschaft niemand kennt. Nach langem Zögern öffnet Franziska die Briefe und erfährt darin von der dramatischen, lange zurückliegenden Liebesgeschichte zwischen Laura und dem Absender Alex. Zwischen Franziska und ihrem Mann sprühen schon seit Längerem keine Funken mehr, und so fühlt sie sich magisch angezogen von Alex und seinen romantischen, leidenschaftlichen Worten. Kurzerhand wirft sie alle Vernunft über Bord und begibt sich auf die Suche nach ihm. Und bald schon wird ihr Leben gehörig durcheinandergewirbelt!

 

Über die Autorin:

Theresia Graw, geboren 1964, studierte Germanistik und Kommunikationswissenschaften. Als Journalistin war sie für verschiedene Radiosender tätig und arbeitet heute als Nachrichtenredakteurin beim Bayerischen Rundfunk in München. Außerdem hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Bei Blanvalet sind von ihr bereits »Das Liebesleben der Suppenschildkröte« und »Glück ist nichts für schwache Nerven« erschienen. »Wenn das Leben Loopings dreht« ist ihr dritter Roman für Erwachsene.

 

Mein Fazit und meine Rezension

Franziska hat alles, was eine Frau im Leben braucht: einen liebevollen Mann, zwei Kinder, ein Haus, einen Hund und einen Garten. Sie ist Mutter, Hausfrau und Ehefrau und textet ebenfalls für eine Werbeagentur. Eigentlich also ist ihr Leben perfekt – eigentlich. Wenn sie nicht eines Tages einen Brief aus Asien erhalten würde, der mit grüner Tinte geschrieben ist. Der Absender ist: Alex! Doch leider ist der Brief nicht für sie, sondern für eine Laura – Alex hat wohl die Adressen vertauscht. 

Zunächst denkt sich Franziska nichts dabei und bringt den Brief zur Post, doch auch die kann nichts damit anfangen und wenige Tage später landet er wieder in ihrem Briefkasten. Das wäre nicht sonderlich auffällig, würde nicht einige Tage später der nächste Brief von dem ominösen Alex eintreffen. Franziska ist neugierig und hofft im Brief selbst auf den Absender zu stoßen: vielleicht kann sie ihm die Briefe ja zurück senden? Doch der Inhalt trifft sie ganz besonders: denn Franziska hat es hier nicht mit gewöhnlichen Briefen zu tun, sondern mit Liebesbriefen. Liebesbriefen, die sie tief berühren und ihr Leben in Frage stellen lassen. 

Als sie dann auch noch die Gelegenheit bekommt, Alex in Hamburg zu treffen, – und ihr 50. Geburtstag als große Enttäuschung endet – wirft sie kurzerhand alle Bedenken über Bord und macht sich auf den Weg in die Ferne, um den Unbekannten (und doch nicht mehr so unbekannten Alex) zu treffen. Doch wie soll man  jemanden gegenüber treten, den man aus Briefen kennt? Dessen Innerstes man kennen gelernt hat, ohne dass diese Person überhaupt weiß, dass man existiert? Mit gemischten Gefühlen tritt sie Alex gegenüber. Ist er wirklich der Traummann, wie er den Anschein erweckt oder steckt hinter all seinen Briefen und Worten doch nur eine große Lüge? 

Franziska kommt mir sehr bekannt vor und ihre Gefühlswelt auch. Auch wenn ich noch nicht die 50 erreicht habe, so kann ich doch mit ihr fühlen: sie ist die meiste Zeit allein Zuhause, hat einen pubertierenden Teenager, ist mit der Arbeit (im Garten und im Haushalt) allein gelassen und muss sämtliche Probleme der Familie tragen und lösen. Ihr Mann ist meist geschäftlich unterwegs (den Rasenmäher verzeihe ich ihm nie!), ihr Sohn schmeißt sein Studium und tritt ins Kloster ein und die pubertierende Tochter hält nicht viel von Schule und Bildung und will stattdessen mit ihren besten Freundinnen eine Band gründen – am liebsten vorgestern schon. Wie bitteschön soll eine einzelne Frau das alles aushalten? Auch wenn nicht alle Dinge auf mich zutreffen, so kann ich sie doch sehr gut verstehen: am liebsten ausbrechen, alles stehen und liegen lassen und weg von hier! 

In den Briefen und Worten von Alex findet Franziska neuen Halt und Mut: ist es wirklich das, was sie im Leben erwartet hat? Liebt sie ihren Mann wirklich und er sie auch? Soll das etwa alles gewesen sein? Zweifel kommen in ihr hoch – verständlich – welche immer mehr gefüttert werden. Ja, Franziskas Leben dreht Loopings und zwar solche der besonderen Art! Während dem Lesen bin ich aus dem Luftholen und Staunen gar nicht mehr raus gekommen! Wie schafft sie das alles nur? Wie hätte ich reagiert? 

Dass sie dann ihre Koffer packt, die Briefe in die Tasche steckt, um zu „ihren“ Alex zu fahren, ist mehr als verständlich. Ich hätte wohl dasselbe getan – allein, um zu sehen, ob er tatsächlich der Traummann ist, den ich mir aus seinen Briefen heraus gelesen hätte. Immerhin holt einen das Leben immer wieder ein…

Die Geschichte rund um Franziska, ihre Familie und ihr Leben ist einzigartig, turbulent, urkomisch und mit einigen Fettnäpfchen gespickt! Ich fühlte mich von Anfang bis Ende des Buches unterhalten, von der Spannung getragen und konnte es kaum aus den Händen legen! Theresia Graw versteht sich einfach darauf mit ihrem frischen Schreibstil, den Leser zu unterhalten und ihn nicht mehr so schnell los zu lassen. 

Mit Franziska erschafft sie eine Protagonistin, in der sich jede Frau wiederfinden kann – sie ist keine Übermutter oder keine große Karrierefrau, sie ist gewöhnlich, normal und doch in jeder Frau zu finden und die in ihrer Geschichte geschilderten Probleme, findet wohl jeder einmal in seinem Leben wieder: früher oder später! Ich persönlich bin begeistert von dem Buch und kann es kaum erwarten, bis ihr nächster Roman raus kommt 🙂 

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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