Blogtour: „App to Date“ – Protagonisteninterview

Hallo ihr Lieben!

Und wieder seid ihr bei mir zu Gast und dieses Mal möchte ich euch die Protagonisten aus dem Buch „App to Date“ näher bringen und vorstellen… schaut doch mal rein, wen ich alles vors Mikrofon bekommen habe und was sie mir geantwortet haben… 

Die Charaktere

 

Das Interview

blog-a-holic: Zunächst einmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Ich weiß, ihr habt alle sehr viel zu tun. 
Nun aber zu meinen Fragen und diese stelle ich direkt an euch alle: was macht für Dich ein Date aus?

Carsten: Ich beschäftige mich mit diesem Thema als Wissenschaftler. Wie du vielleicht weißt, gibt es verschiedene Charakterzüge eines Menschen, die für das Gelingen einer Beziehung wichtig sind. Dabei ist interessant, dass einzelne Wesenszüge möglichst ähnlich, andere dagegen möglichst unterschiedlich sein sollen. Welche Merkmale das genau sind und wie man das am besten feststellen kann, ist der Kernpunkt unserer Forschung. Dafür haben wir App2Date entwickelt.

Jenny: Ein perfektes Date ist es dann, wenn die beiden Dater den Wunsch haben, sich wiederzusehen. In der App erkennen wir das daran, dass die Dater die App im Anschluss an so ein erfolgreiches Date nicht mehr benutzen. Aus Sicht der App ist das natürlich nicht wünschenswert, aber zum Glück kommen immer wieder neue Benutzer dazu!

Jakob: Das Wichtigste an einem Date ist doch, dass mir mein Datingpartner sympathisch ist. Ob das wissenschaftlich begründet werden kann, ist mir eigentlich egal. Aber mit der App scheint es ja zu funktionieren, sonst hätte ich Jenny nicht kennengelernt!

blog-a-holic: Jakob, da hast du allerdings Recht. Mit Hilfe der App bist Du auf Jenny gestoßen. Aber warum genau benutzt Du eine Dating-App? Welche Vorteile siehst Du darin? Und welche Nachteile?

Jakob: Am Anfang wollte ich das mit der App einfach einmal ausprobieren, weil ich es mir gar nicht vorstellen konnte, dass so etwas funktioniert. Ich bin jetzt nicht so der Draufgänger, und ein Mädchen einfach anzusprechen, das mir gefällt, ist nicht mein Ding. Über die App habe ich tatsächlich einige nette Frauen kennengelernt. Aber eine richtige Beziehung ist dann doch nicht draus geworden – bis ich Jenny traf!

blog-a-holic: Das klingt einfach fantastisch. Carsten und Jenny, warum fasziniert euch diese App so und wie seid ihr auf deren Entwicklung gekommen? Was war der Anstoß?

Carsten: Ich stellte mir die Frage, wie weit es möglich ist, aus den Daten auf einem Handy ein psychologisches Profil zu erstellen. Die ersten Testpersonen waren meine Studenten, und ich habe schnell erkannt, was für ein unglaubliches Potential diese Daten haben. Die App habe ich entwickelt, um die Ergebnisse meiner Berechnungen zu testen und natürlich, um damit an weitere Daten zu kommen. Mit so einem durchschlagenden Erfolg der App habe ich gar nicht gerechnet!

Jenny: Ich habe mich immer schon für Verhaltenspsychologie und Beziehungsforschung interessiert. Als mir Carsten eine Masterarbeit zu diesem Thema anbot, habe ich natürlich gerne zugesagt! Ich finde es sehr faszinierend, wie sich bestimmte Verhaltensmuster bei Menschen immer wiederfinden lassen, und wie diese Charakterzüge dann miteinander interagieren.

blog-a-holic: Jenny, du hast in der App das Profil einer perfekten Frau erschaffen – zumindest fast perfekt – wie aber sieht für dich das perfekte Date aus? Und ich meine jetzt hier nicht nur die Beschreibung deines Traum-Mannes, sondern auch des Dates, zu welchem er Dich ausführt.

Jenny: Ich bin keine Romantikerin, mit einem Candlelight-Dinner kann man mich nicht beeindrucken. Lieber gehe ich ins Theater oder zu einer Lesung, oder mache einen Spaziergang.

blog-a-holic: Na dann würde ich sagen, passen Jakob und Du wirklich gut zusammen 🙂
Jakob, Jenny war für Dich die perfekte Frau und zwar nicht ihr Testprofil, sondern ihr wahres Ich. Was hat Dich an ihr fasziniert? Warum Jenny?

Jakob: Ich glaube, das war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe Jenny gesehen und es hat „peng“ gemacht. Ich hatte vom ersten Moment an das Gefühl, dass sie die richtige Frau für mich ist. Ich finde ihre roten Haare toll und ihre Sommersprossen, sie ist klug und wir haben den gleichen Humor. Ich bewundere ihren Ehrgeiz, und dass sie so ordentlich ist, ich glaube, da kann ich noch viel von ihr lernen.

blog-a-holic: Wow! Was für eine Erfahrung!
Jenny, du hast gesehen, welche Auswirkungen solch eine App haben kann und zu was man mit solch einer App fähig ist. Ganz ehrlich: hast Du die Gefahr unterschätzt oder bist Du das Risiko offen eingegangen?

Jenny: Bei meinen Testprofilen war ich mir des Risikos schon bewusst. Ich habe immer darauf geachtet, dass meine Dates so wenig wie möglich von mir selbst erfahren. Dass das einmal schiefgehen kann, war mir natürlich klar, nur dass es dann so endet … Nein, so gesehen habe ich die Gefahr unterschätzt.

blog-a-holic: Ich denke mir wäre es auch so ergangen.
Jenny und Carsten, wie weit würdet ihr im Namen der Forschung gehen? Gibt es überhaupt eine Grenze, die man einhalten muss?

Carsten: Natürlich gibt es Grenzen, die gibt ja schon das Gesetz vor. Unsere App hat ganz klare Datenschutzbestimmungen, und an die müssen wir uns halten, wie jeder andere auch.

Jenny: Bei mir hört es da auf, wo Einzelpersonen betroffen sind. Ich würde zum Beispiel nie das Profil von Jakob untersuchen, um Dinge herauszufinden, die er vielleicht für sich behalten möchte. Ich arbeite nur mit anonymisierten Daten.

blog-a-holic: Nun zum Thema Datenspeicherung bzw. -sicherung: wie sehr achtet ihr im Alltag auf eure Daten oder aber wie leicht gebt ihr sie frei? 

Jenny: Ich habe mir darüber früher gar keine Gedanken gemacht. Erst durch die Arbeit mit der App bin ich vorsichtiger geworden, aber ich glaube, ich bin immer noch zu nachlässig, was das betrifft.

Jakob: Ich achte schon darauf, wem ich welche Informationen gebe. Ich lösche zum Beispiel meinen Browserverlauf nach jeder Sitzung, und ich bin auch nicht in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter unterwegs.

Carsten: Mir ist meine Privatsphäre sehr wichtig, auch im Internet. Ich benutze nur verschlüsselte Kommunikation, und achte generell darauf, mein Privatleben nicht in die Öffentlichkeit zu tragen.

blog-a-holic: Ich sollte vielleicht auch besser darauf achten, welche Daten ich von mir Preis gebe …
Die Dating-App hat ihre Vor- und auch ihre Nachteile. Ein großer Nachteil ist sicherlich, dass man bei Benutzung der App als „gläserner Mensch“ auftritt und von seinem Umfeld als aktiver Dater wahrgenommen wird. Dies kann gut, aber auch schlecht sein – Hand aufs Herz: habt ihr euch bei der Benutzung der App sicher gefühlt? Oder habt ihr überhaupt nicht über etwaige Konsequenzen nachgedacht?

Jakob: Ich habe darüber gar nicht nachgedacht. Jeder benutzt die App, also habe ich sie auch ausprobiert.

Jenny: Ich glaube, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, die App zu benutzen, wenn ich nicht beruflich damit zu tun hätte. Eigentlich lerne ich Menschen lieber auf „normalem“ Weg kennen.

Carsten: Ich habe die App noch nie für mich benutzt und für mich kommt das auch nicht in Frage.

blog-a-holic: Insgesamt ist in den letzten Jahren der Einfluss der digitalen Medien auf die Menschheit sehr gewachsen und trifft uns jeden Tag in sämtlichen Situationen. Jeder hat sein Handy dabei, man ist stets mit dem Internet verbunden und ist rund um die Uhr erreichbar. Wie sehr hat in euren Augen die Weiterentwicklung dieser Technik die Menschheit beeinflusst? Und: denkt ihr eher, dass es einen negativen oder einen positiven Einfluss hat?

Jakob: Als Fotograf begrüße ich diese Technik, digitale zu fotografieren ist viel einfacher und vor allem auch billiger als früher. Das Internet ist ein wichtiges Medium zur Informationsübermittlung geworden, das sehe ich durchwegs positiv. Die Gefahr ist, dass man in dem Überangebot an Informationen nicht mehr so einfach unterscheiden kann, was richtig ist und was falsch.

Jenny: Ich versuche, mich diesem „ständig online sein“ zu entziehen. Ich habe mein Handy oft ausgeschaltet und versuche, das Internet nur da zu nutzen, wo ich ansonsten ein analoges Medium benutzen würde. Ich gehe lieber raus oder lese ein Buch anstatt im Netz unterwegs zu sein.

Carsten: Diese Entwicklung geht weiter und wird immer schneller voranschreiten. Ich glaube, dass  die Menschheit davon nur profitieren kann. Derjenige, der diese Technik am besten für sich nutzt, wird am Ende gewinnen.

blog-a-holic: Wie sieht es mit euren persönlichen Daten aus? Gebt ihr diese bewusst oder vielleicht doch eher unbewusst (bei Einkäufen usw.) weiter?

Jenny: Ich versuche schon darauf zu achten, nicht zu viel von mir weiterzugeben, aber man kann es oft gar nicht vermeiden, oder?

Jakob: Ich bin da eher entspannt. Ich habe eine E-Mail-Adresse, die ich nur für solche Zwecke verwende, und wenn ich da dann Spam bekomme, landet der direkt im Papierkorb.

Carsten: Bei Einkäufen? Du meinst, beim Bezahlen mit einer Kreditkarte oder so? Also wenn ich jetzt nicht einmal mehr einer Bank vertrauen kann, dann weiß ich auch nicht.

blog-a-holic: Am liebsten würde ich euch noch viele weitere Fragen stellen, doch ich möchte nicht alles von eurer Geschichte vorab verraten! Vielen Dank an euch, dass ihr mir für meine Fragen zur Verfügung gestanden habt!

Den nächsten Beitrag zu unserer Blogtour lest ihr morgen um 10.00 Uhr bei Buchwellenreiter! *mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr schon zum Blog*

Blogtour „App to Date“ : Dating-Apps

Hallo ihr Lieben!

Bereits heute Morgen habt ihr das neue Buch von Carine Bernard „App to Date“ kennen gelernt – die liebe Lina von Lina liest halt hat euch einen guten Einblick gegeben, um was es in dem neuen Roman geht und welches Thema von Carine Bernard dieses Mal behandelt wird. 

Eine Dating App namens „App to Date“ spielt in dem Buch eine große Rolle und ich möchte euch heute mehr zum Thema Dating-Apps, Dating-Portale oder aber Dating mit technischer Hilfe geben. 

Liebe auf Bestellung …

Wer sich heutzutage verlieben möchte, der muss nicht mehr auf die Straße gehen, der braucht nicht mehr in Bars oder Clubs zu gehen, sich Mut anzutrinken, um dann den ersten Schritt zu tun und den oder die Auserwählte anzusprechen oder gar anzuflirten. Wahrscheinlich haben einfach viel zu viele Menschen negative Erfahrungen mit der direkten Kontaktaufnahme gemacht, denn plötzlich tauchten die Datingangebote scheinbar aus dem Nichts auf, um uns allen – auch total Datingunerfahrenen – zu unserer großen Liebe zu verhelfen. 

Die Angebote reichen über Partnervermittlungen der Elite für Akademiker und Singles mit Niveau über Singles mit Niveau und diejenigen, die ihre „Imperfektion“lieben lernen sollen bis hin zu den Singles, die sich alle 11 Minuten verlieben, um nur einige Online-Dating-Plattform-Beispiele zu benennen. Doch gerade heute im Zeitalter der Telekommunikation und Technisierung, in dem eine Minute ohne Internet eine vergeudete Minute ist, hat sich ein weiteres Feld eröffnet, in welchem man nur noch auf sein Smartphone angewiesen ist und mit Hilfe von Apps den richtigen Datingpartner finden kann. Und auch hier finden sich die großen Onlineportale wieder, aber auch viele weitere Anbieter, die nicht nur seriöse Partner, sondern auch verschwiegene Partner versprechen und ein kleines Abenteuer für zwischendurch anpreisen. 

So negativ sich meine Beschreibung auch anhören mag, jeder weiß, welche großen Portale ich gemeint habe, da wir mit Werbung überhäuft werden und gar keine andere Möglichkeit haben, als irgendwann mal darauf zurück zu greifen – außer man ist ein extrovertierter Mensch, der weiß, was er will und auch weiß, wie er es findet. 

Online zum Glück …

Und ja, auch ich habe mich schon auf einer dieser Seiten angemeldet. Das ist mittlerweile schon einige Jahre her und Apps gab es dazu noch nicht. Was mich damals dazu bewogen hat? Na ja, eine sehr gute Frage! Ich war nicht kontaktscheu, hatte auch viele Freunde, um mit ihnen auszugehen und neue Kontakte zu knüpfen, doch dann spielte das Studium dazwischen, vor mir lag ein Umzug in eine fremde und weit entfernte Stadt und ich war allein. Außerdem hatte ich eine für mich intensive Beziehung ein Jahr zuvor beendet und beschloss von jetzt auf gleich „ich will wieder glücklich sein und mich auf den Markt werfen“. Gesagt, getan! 

Die Auswahl an Dating-Plattformen war schon damals sehr weit gefächert und, obwohl ich wusste, was ich wollte (und auch was nicht), hat mich dieses Angebot doch regelrecht überfordert. Bin ich ein Single mit Niveau? Schreibe ich mich also auf einer Plattform ein, in der es vor Akademikern nur so wimmelt und eventuell auch von Leuten, die eine sehr hohe Meinung von sich selbst haben? Leider hat mich diese Plattform direkt abgeschreckt – vielleicht hatte ich auch kein großes Selbstbewusstsein, doch hier wusste ich: wir beide kommen einfach nicht zusammen. 

Meine Plattform war allerdings schnell gefunden und nach einer kurzen Anmeldung meinerseits, folgte auch schon ein Fragebogen eines Expertenteams, die mir – nach Beantwortung aller Fragen – Partner auswählen würden, die meinen Kriterien entsprachen. Und hier befinden wir uns wieder im Buch von Carine Bernard, denn auch dort werden die privaten Daten und das Date- sowie Chatverhalten (aber auch Lebensverhalten) der Nutzer gesammelt und ausgewertet, um den passenden Partner zu finden. Die Fragen, die mir jedoch gestellt wurden, waren nicht mit einem einfachen ja oder nein abgetan, man sollte zwischen vielleicht – trifft zu – trifft eher nicht zu … usw. auswählen, wobei diese Auswahlmöglichkeiten bei einigen Fragen tatsächlich zu keinem Ergebnis führen konnten! Nach reiner Verzweiflung meinerseits über diese schier unbeantwortbaren Fragen, kapitulierte ich, kreuzte etwas an (oder blieb auf dem Feld neutral) und klickte mich so durch meinen Fragebogen – natürlich wuchsen mit jeder Minute auch meine Zweifel, was die Partnerauswahl für mich anbelangte … 

Irgendwann hatte ich mein Ziel erreicht, ich konnte noch eine Postleitzahl und meinen Umkreis angeben, in dem ich suchen wollte sowie das Alter eingrenzen und los ging es: Ich war auf dem Markt! Im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich erfolgte der Feinschliff meines Profils mit Angaben von Hobbies und auch noch dem Einfügen eines Profilbildes durch mich persönlich. Doch kaum war mein Profil online (auch ohne Foto und Personalisierung), kamen auch schon die ersten Anfragen, Zwinkerer und auch vorinstallierte Nachrichten von „Hey, schönes Profil“ bis hin zu „Hast du heute Abend was vor?“. Von dieser Flut war ich überwältigt, aber auch gleichermaßen abgeschreckt – zumal wohl meine Einstellungen, was die Altersgrenze, aber auch den Suchradius betrafen, überhaupt nicht übernommen wurden … 

Was jedoch in der Dating App „App to Date“ ohne Probleme möglich war, stellte mich, aber auch die Männer, die mich kontaktieren wollten, vor eine Herausforderung: die persönliche Kontaktaufnahme war tatsächlich eingeschränkt und konnte nur durch Abschließen eines Abos (zu Preisen, die für mich wirklich horrend waren und die mich direkt am ersten Tag meiner Anmeldung überlegen ließen, wie lange ich dieses Portal nutzen wollte) durchgeführt werden. Die App von Carsten und dessen Team allerdings ist kostenlos und ermöglicht nicht nur eine direkte Kontaktaufnahme, in dem man sieht, wo sich jemand befindet, sondern lässt auch nach einem sog. Handshake weitere Nachrichten zu. Das alles blieb mir erst einmal verwehrt. 

Aber ich war drauf und dran, den Mann meines Lebens kennen zu lernen oder aber potentielle Anwärter dafür und so schloss ich tatsächlich ein Abo ab. Was ich also zuvor bei dem Vergleich von sämtlichen Portalen geprüft hatte (die Kosten), hatte sich hierbei schon mal als unwahr erwiesen – denn tatsächlich warb man dafür, dass Frauen ein kostenloses Profil erstellen können. (Wenn man natürlich genauer darüber nachdenkt, war mein Profil und das Erstellen von diesem tatsächlich kostenlos, nur die Kontaktaufnahme nicht, was bei einem Dating-Portal doch eigentlich beinhaltet sein sollte …)

Was lange währt, wird endlich gut … 

Tatsächlich fand ich über dieses Portal meinen jetzigen Partner und ja, auch noch nach sechs Jahren sind wir zusammen. Ob es aber an der Auswahl von dem Datingportal gelegen hat oder aber doch eher an unser beider Ausforschen und selbst Kennenlernen, das vermag man nicht zu sagen. Ich weiß nur soviel, im wahren Leben wäre ich ihm wohl nie über den Weg gelaufen, denn – wie schon gesagt – entsprach er weder meiner Altersvorstellung, noch meinem Suchradius. 

Bereits während dem Lesen von Carine Bernards Roman „App to Date“ konnte ich meine Rückschlüsse aus dieser Dating-App zu „meinem“ Datingportal ziehen. Natürlich steht für die Entwickler nicht nur die Datensammlung an vorderster Stelle (immerhin müssen Vergleiche geschaffen werden, um Auswertungen zu erreichen), sondern auch der finanzielle Aspekt. Wie bitteschön soll man Geld verdienen, in dem man eine App (oder aber ein Portal) entwickelt und dabei so viel Arbeit hineinsteckt? Natürlich, in dem man einige Tools der App kostenpflichtig macht bzw. Funktionen des Portals erst nach Zahlung freigibt. Ich habe mir während der Nutzung des Datingportals oft überlegt, wie viel mir mein Glück wert ist und kam zu dem Schluss, dass der Preis angemessen war. Gestört hat mich allerdings der Abschluss eines Abos, der mich tatsächlich mehrere Monate an dieses Portal gebunden hat, obwohl ich bereits nach kurzer Zeit jemanden gefunden hatte und ich somit auf dem Portal inaktiv war. 

Letzten Endes ging es auch soweit, dass wir angeschrieben wurden, ein kleines Präsent erhalten haben und unsere Geschichte als Erfolgsgeschichte teilen sollten. Geschrieben habe ich sie, der Redakteur des Onlineportals änderte sie dann sogar nach seinem Gutdünken (wer kennt unsere Geschichte besser?!), veröffentlicht wurde sie jedoch nicht. Wir waren wohl ziemlich unspektakulär! 

Mein Fazit

Was nehme ich daraus mit? Und warum sollte man sich für oder gegen ein Onlineportal oder eine Datingapp entscheiden? Das ist jedem selbst überlassen. Ich für mich kann sagen, dass es sich gelohnt hat, meine Daten habe ich zwar weitergegeben, jedoch war es damals noch begrenzt. Heutzutage soll man ja einfach ALLES über sich preisgeben. Ob ich mich heute umentscheiden würde und einfach selbst „auf die Pirsch“ gehen würde? Nachdem ich jetzt an einem Ort lebe und dort auch dauerhaft bin: JA, definitiv würde ich es so probieren. Denn nur im wahren Leben lernst du die Person, wirklich kennen (natürlich kann man sich auch hier verstellen, aber wie weit kann das gehen? Und wer kann sich hinter einem Onlineprofil verstecken, dass sich einfach nur nach einem absoluten Traummann anhört? Zumal man sich dann fragen muss, warum ist der Kerl denn dann noch SINGLE?!) 

Ich bereue es also nicht, habe die Erfahrung gesammelt und bin in dieser Hinsicht um einiges weiser. Doch darf man auch nicht vergessen, welche Gefahren sich hinter all dem verbergen können. Tatsächlich gibt man viele Dinge über sich preis, Daten, die sehr empfindlich sind und geschützt werden sollten. Daten, die einfach so in einer undurchschaubaren Wolke eines Portals oder einer App verschwinden, von der man nicht weiß, wie sicher sie ist, wie mit den Daten umgegangen wird und was einen noch alles erwarten kann. Aber – seien wir mal ehrlich – wie gläsern sind wir bereits? Und wie viel davon ist unsere eigene Schuld? 

Nachdem ich schon eine schlechte Erfahrung gesammelt habe, passe ich auf, welche Daten ich weiter gebe und wehre mich auch, sobald ich von deren Missbrauch erfahre. Natürlich bin auch ich ein gläserner Mensch und ganz von der Bildfläche werde ich nicht verschwinden können (schon allein nicht wegen diesem Blog), doch entscheide ich, wem ich was weitergebe und wen ich in mein Leben lasse (und wen nicht). Diese Freiheit sollte immer bei uns verbleiben. 

So, meine Lieben, ich habe euch einen kleinen Einblick in Datingapps bzw. Datingportale verschafft und euch meine Eindrücke dazu mitgeteilt. Wenn ihr unsere Veranstaltung weiter verfolgen möchtet, dann kommt doch einfach zu Facebook und nehmt daran teil! Euch erwarten noch viele tolle Beiträge, Rezensionen, Interviews und natürlich auch ein wunderbares Gewinnspiel!

Den nächsten Beitrag gibt es morgen um 10.00 Uhr von Flowers Büchertagebuch! *ein Klick auf den Banner und ihr gelangt zu ihrer Seite*

Bis dahin wollt ihr mir vielleicht auch einen Kommentar hinterlassen und damit bei unserem Gewinnspiel mitmachen? Ich freue mich auf euch!!! 

Liebe Grüße, 
eure Nina ♥

Ankündigung: Blogtour „App to Date“

Guten Abend ihr Lieben!

Über die Frankfurter Buchmesse und meinen Geburtstag habe ich doch fast etwas Wichtiges vergessen! Aber nur fast 😉 Und über Facebook habe ich es euch ja auch schon angekündigt … 

Der neue Roman von Carine Bernard mit dem Titel

App to Date

App to Date Carine Bernard

erscheint morgen und ich habe mit weiteren Bloggern das Vergnügen, euch das Buch, seine Protagonisten und weitere interessante Themen aus dem Roman vorzustellen! Gemeinsam mit Carine Bernard haben wir ein Programm auf die Beine gestellt, dass euch vom 

16.10.2017 bis zum 22.10.2017

in der Facebookveranstaltung begleiten wird! 

Hier seht ihr den Tourenplan und mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr auch schon zur Veranstaltung!

Wir freuen uns auf euch! Also: LEGT LOS und SEID MIT DABEI!

Liebe Grüße, 
eure Nina ♥

Blogtour „Alpengriller“ – Gewinnerbekanntgabe

Guten Abend ihr Lieben!

Es tut mir Leid, dass ihr euch noch einen Tag länger gedulden musstet, aber heute werde ich euch von euren „Qualen“ befreien 😉 

Gestern konnte ich noch nicht einmal richtig geradeaus gucken (geschweige denn denken!) – das wäre also was geworden! 

Und jetzt mache ich es kurz und schmerzlos! 

Die Gewinnerinnen sind: 

Karin F. 
Sonja W. und
Katharina G.!

Herzlichen Glückwunsch!!!!

Ich habe euch Dreien auch direkt eine Mail geschickt. Eine Anschrift habe ich schon, auf die beiden anderen warte ich noch 🙂 Bitte schickt sie mir schnellstmöglich zu, damit ich Friedrich Kalpenstein Bescheid geben kann!

 

Die Auflösung zum Gewinnspiel und eure Ideen für eure Abenteuer mit Herbert und Hans werde ich in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen 😉 

Nun geht erst einmal dieser Beitrag auf Reisen!

 

Noch einmal: 

Herzlichen Glückwunsch und

vielen dank

für eure Teilnahme!

 

Eure Nina ♥

 

 

Blogtour „Verlorene Kinder“ – Die Thrillerwerkstatt

Hallo ihr Lieben!

Heute macht die Blogtour rund um den neuen Roman von Inca Vogt „Verlorene Kinder“ bei mir Halt und ich freue mich tierisch darauf, euch heute die Thrillerwerkstatt von Inca vorstellen zu dürfen! 

Ich hatte die Gelegenheit – neben dem Lesen des neuen Buches – auch Inca Vogt zu den Themen ihrer Romane zu befragen. 

Also, tretet ein mit mir in die

Thrillerwerkstatt von Inca Vogt …

 

 

 

 

 

 

 

Die Thrillerwerkstatt im Schnee und bei Sonnenschein, wer hätte gedacht, dass hier solch gruslige Themen behandelt werden??? 

Tretet ein in die Thrillerwerkstatt. Kommt mit an den Ort, an dem die Autorin Inca Vogt ihre Geschichten um Toni Amato zum Leben erweckt!

Blog-a-holic: Hallo liebe Inca, zunächst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass ich eine der Leserinnen war, die deinen dritten Band rund um Toni Amato lesen durfte und nun – gemeinsam mit vielen weiteren Bloggern – auch vorstellen darf!  
Doch hier beginnt auch schon die erste Frage für mich:

Thriller oder Krimi – wie kommt es, dass du zum Thriller-Genre abgebogen bist?

Inca Vogt: Hallo, liebe Nina, ich danke dir. Es ist für mich immer noch aufregend, wenn ich weiß, dass so tolle Blogger wie du meine Thriller lesen und ich mich direkt austauschen kann. Bei einer Blogtour dabei zu sein, ist Adrenalin pur, im positiven Sinn.

Adrenalin ist vielleicht auch ein gutes Stichwort für meine Antwort. Ich habe reichlich davon und brauch auch lesend starke Geschichten, die mich extremer fesseln. Lass mich etwas ausholen, damit ich nicht unbeabsichtigt Krimis zur Seite schiebe. Der Begriff Krimi ist im Sprachgebrauch für die meisten ein Überbegriff für Spannungsromane und die schreibe ich auch, allerdings faszinieren mich lesend und schreibend alle Geschichten bei denen anstelle der Tätersuche auch die Motive und ursächlichen Gründe für die Täter im Fokus stehen. Ich möchte lesend und schreibend auch in die Abgründe und die Entwicklung vom unschuldigen Kind hin zum brutalen Täter aufzeigen.

Da stecken Verletzungen, brutale Erlebnisse, erschütternde Geschichten dahinter. Und die machen es für mich wesentlich interessanter und realistischer als nur mit geschickten Wendungen auf Tätersuche zu gehen. Beim Psychothriller kommt auch noch der Moment der Bedrohung hinzu, bei dem auch Leser mitbangen müssen während die Helden oft noch ahnungslos in ihr Unheil tapsen.
Daher war es eigentlich nie eine bewusste Entscheidung, welchen Weg ich schreibend gehen wollte. Wenn ich vielleicht doch mal einen Krimi schreiben würde, tendiere ich zu schwarzhumorigen Geschichten, bei denen einem auch gerne das Lachen im Hals steckenbleibt. Auch hier möchte ich meiner Leserlaune folgen.  Ein typisches Charakteristikum von Krimis: sie sind meist gradliniger, haben eher selten mehr als zwei Handlungsstränge und sind mehr auf die Tätersuche als z. B. auf Motive und Abgründe der Täter fokussiert.

Ich habe mich übrigens etwas schwer getan zu beantworten, ob meine Reihe Psychothriller ‚genug’ ist. Da habe ich mir Hilfe und Rat bei meiner Lektorin gesucht, die das bejaht hat.

Blog-a-holic: Während dem Lesen deines neusten Romans kam es sogar mir so vor, als würde ich die Protagonisten persönlich kennen und dabei sind sie deiner Feder entsprungen! Was verbindest du mit den einzelnen Charakteren? 

Inca Vogt: Das freut mich extrem. Damit springt das über, was ich auch empfinde. Die Protagonisten sind nicht nur während des Schreibens meine engste Familie, ich rede und lebe mit ihnen. Sogar im Schlaf formuliere ich ganze Dialoge und wache auf, schreib auf, ändere oder denke neu, weil vielleicht ein Dialog anders laufen muss, so wie sie es mir diktieren.

Was ich mit ihnen verbinde? Ich bin mit ihnen verbunden trifft es eher. In jedem von ihnen steckt auch etwas von mir. Ausnahmen waren die Täter in Band 1, und z. B. die Nonne in Band 1 und 3, sie entspringen auch oft meinen Gefühlen und Erfahrungen. Ich bin z. B. in einem Nonnenkindergarten gewesen und hatte niemals in meinem Leben solche Angst. Ich bin geflüchtet, habe mich gefürchtet und um mich geschlagen. Selbst jetzt schüttelt es mich noch, wenn ich mich erinnere. Das gebe ich meinen Figuren mit, oft unbewusst. Erst wenn ich dazu befragt werde, wird es mir klar.

Toni und die Guten sind ein Kapitel für sich. Auch da ist vieles an Empfindungen, an Wut, an Leichtsinn oder Kampfeswille und „durch die Wand gehen“, in mir drin. Toni macht Dinge, die ich nur denke, sie macht sie einfach während ich selbst den Kopf schüttele und selbst manchmal nicht genau weiß, wie ich sie da wieder rausholen kann. Deshalb bange ich schreibend mit.

Kante schildert in Band 1 Szenen die ich selbst erlebt habe. Diese Szene in dem Museum für Völkerkunde ist eine, die ich an einem meiner Scheidewege so ähnlich erlebt habe. Ihr Gegenüber, der Völkerkundler ist allerdings erfunden. Der Dialog fand in meinem Kopf statt. Angelehnt an meine damaligen Gedanken über eine solche Geburtsmaske die einer Erneuerung gleichkommt. Realität und Fantasie sind für mich keine Gegensätze. Ich brauch die Fantasie, um Realitäten zu hinterfragen, manchmal auch, um sie zu ertragen. Schreiben ist eine wunderbare Art, das zusammenzubringen, ohne in einer Zwangsjacke und in der Psychiatrie zu landen in dieser seltsamen Welt.

Blog-a-holic: Was mir an deinem Schreibstil besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass sogar ich als Leser mitten in der Geschichte war! Ohne zu viel vom Inhalt zu verraten sage ich einfach nur, dass sogar ich die kalte und modrige Luft gerochen habe und die Fesseln gespürt habe, wie sie mir in die Hand- und Fußgelenke schnitten. Wie hast du deinen Schreibstil gefunden? Und wie schaffst du es, ihn so lebendig zu halten, dass sogar mir eine Gänsehaut über den Rücken läuft?

Inca Vogt: Während ich schreibe bin ich auch mittendrin, ich zappele rum, ich friere. Gut, die Schmerzen kann ich ausklammern und das ist auch nötig, aber sonst gehe ich schon sehr tief rein in solche Szenen. Manchmal weinend, wütend oder böse schmunzelnd. Ich bin heilfroh, dass mir dabei nur meine Katze zusieht. Ich dreh es mal um, ich muss fühlen, was ich schreibe.

Zum Schreibstil: meine Lektorin sagt, ich würde dynamisch schreiben, eine Bloggerkollegin aus unserer Runde hat es quirlig genannt. Ich schreibe, wie ich bin. Alles andere wäre Krampf. Wenn ich rede, bewege ich mich. Wenn ich schreibe, fließt das wohl rein in Dialoge und Texte. Dass ich auch anders können musste (bewusst so formuliert) hat mir bei meiner früheren Tätigkeit als Werbetexterin viel Disziplin abverlangt.

Blog-a-holic: Du bezeichnest dich selbst „das schreibende Chamäleon“. Ein Chamäleon ist ein Tier, das sich gut in seine Umgebung einfügt und meiner Meinung nach so unbeobachtet selbst die kleinsten Dinge und Details erkennen und auf sich wirken lassen kann. Ist es das, was dich auszeichnet?

Inca Vogt: Ja, das schreibende Chamäleon bezog sich auf meine Anfänge als ich noch Auftragstexte für jeden und alles schrieb. Da gab es Texte für einen Autohersteller als ich selbst nicht mal einen Führerschein hatte. Ich schrieb für die Platingilde, für einen Windelhersteller, für Kosmetik, für Waschmittel, Kaffee und für Banken und Leasingunternehmen. Zeitgleich lieh ich meine Schreibe einem bekannten Hollywoodstar der als gutbezahltes Testimonial einem internationalen Spielwarenhersteller Name und Gesicht für eine Produktrange gab. Für ihn schrieb ich abenteuerliche Geschichten über eigenwillige Autos, für eine bekannte deutsche Schauspielerin waren es Ratgeberheftchen, die der Babynahrung beigefügt wurden. Jedes Produkt brauchte eine andere Sprache, einen anderen Duktus. Als Ghost musste ich etwas erfinden was passte. Es fiel mir extrem leicht in diese verschiedenen Muster einzufühlen, ich liebte die Autos über die ich schrieb, vertiefte mich in die Luxusbedürfnisse und Sehnsüchte jeder beliebigen Zielgruppe für die zum Beispiel das Gefühl „zu wissen, es ist Platin“, etwas Erhebendes hatte.

 

 

 

 

 

 

 

Das schreibende Chamäleon in Aktion!

Keine schlechte Übung für alles, was ich jetzt schreibe. Ja, du hast das gut beschrieben, ich fühle mich ein, ich bin ein Stück weit das was und worüber ich schreibe.

Blog-a-holic: Wenn ich bei dem Chamäleon bleibe – sich an seine Umgebung anpassend – entstehen die düsteren Szenen deiner Thriller auch an düsteren Orten oder zu düsteren Tageszeiten?

Inca Vogt: Nein, das brauche ich nicht, ich tue mich eher schwer wieder in der Realität anzukommen. Mir reicht oft schon der Blick in einen Baumwipfel um das Kopfkino anzuschalten, es passiert unbewusst. Ich erschrecke dann allerdings, wenn ich z. B draußen in meinem Hofgarten arbeite und angesprochen werde während ich „unterwegs“ bin. „Platsch, da ist sie die Realität“, der Sonnenschein, die nette Nachbarin oder die Katze, die mal wieder vorm schwarzen Nachbarkater flieht. Herzkasper pur. Wie eine kalte Dusche aus dem Nichts.

Blog-a-holic: Du hast für deine Romane Themen gewählt, die in einer Grauzone liegen, meist nur durch eine Dunkelziffer beschrieben werden und als Tabu in der Gesellschaft gelten. Und trotzdem setzt du dich mit Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Leihmutterschaft (bei denen die Leihmütter als „Brutkästen“ gehalten werden) und vielen weiteren solcher Themen auseinander. Ich gebe ehrlich zu: bei einigen Beschreibungen wollte ich es mir gar nicht so bildhaft vorstellen, wie es mir aber dann doch vors innere Auge gekommen ist. Mir als Leser ist schon mulmig geworden, wie muss es dir dann erst bei der Recherche und beim Schreiben ergangen sein?

Inca Vogt: Als ich mich damals bei meiner Literaturagentur beworben habe, musste ich es in einem Satz zusammenfassen. Ich zitiere und erkläre es gerne: „Ich ertrage es nicht, dass unschuldigen Wesen unsägliches angetan wird.“ Wenn ich es sehe, will ich für sie fighten, ich will aber auch die aufrütteln, die schweigen oder weggucken. Das funktioniert vielleicht bei Schlagzeilen, aber nicht, wenn Geschichten persönlich werden. Ich folge schreibend einem Gefühl von Ohnmacht, oft Wut, Verzweiflung, dass ich nicht losziehen und direkt kämpfen und durchrütteln kann. Aber was ich tun kann, ist, etwas in den persönlichen Schicksalen die ich erfinde, spiegeln.

Ich will natürlich in erster Linie Spannungsromane schreiben, aber ich möchte sie so inszenieren, dass sie nachhaltig sind. Nicht einfach lesen und weg. Mich stört gerade das Wort Sendebewusstsein, dass mir dabei durch den Kopf geht. Das ist mir viel zu hoch gegriffen. Ich will eher rausschreiben, was auch mich tief aufrüttelt. Schreiben statt laut schreien, trifft es annähernd.

Was nicht ausschließt, dass ich auch mal meine andere Seite zulassen will. Leichtgängiger, vielleicht schwarzhumorig. Ich habe da was im Hinterkopf, was ich gerne als zweite Reihe beginnen möchte, zusätzlich. Einfach, weil es Spaß macht.

Blog-a-holic: Und nun natürlich die alles entscheidende Frage: woher nimmst du deine Ideen? Oder aber wieso reizt es dich, über solche empfindlichen Themen zu schreiben

Inca Vogt: Diese Frage hat mir seinerzeit auch meine erste Betaleserin und Freundin Anna gestellt, als ich ihr die ersten Kapitel zu Gebrannte Kinder gesendet hatte. Ich habe damals geantwortet: „Ich weiß es nicht.“ Das ist bis jetzt auch die ehrlichste Antwort die ich geben kann.

Klar, kann ich reflektieren und sagen, dies und jenes war der Auslöser. Aber so etwas passiert bei mir nicht bewusst, es kommt aus dem Gespeicherten, aus dem Unterbewusstsein in dem vieles brodelt, was zuvor aufgenommen wurde.

Natürlich bin ich entsetzt und aufgewühlt, wenn ich in den Medien mal wieder über Gräueltaten lese. Aber ich setz mich nicht hin und mach ein Buch draus. Letztendlich passiert es anders. „Es schreibt sich raus.“ Es ist wie im Flow, ich lass es in einem nur bedingt bewussten Zustand heraus.

Das ist es auch, was meine Lektorin als dynamisches Schreiben bezeichnet. Was nicht heißt, dass es keine strenge Kontrolle gibt. Im Gegenteil, nach dem dynamischen Schreiben beginnt es von vorne, auf Logik, Stringenz, Spannungsmomente, Durchhänger und Auflösungen überprüfend. Ich weiß, dass jetzt alle genau planenden Kollegen sich an den Kopf fassen und die üblichen Schreibratgeberverfasser mich für ineffektiv arbeitend halten. Aber so arbeite ich. Vielleicht weniger effektiv, was die Veröffentlichungstermine angeht, aber ich kann und will mich nicht verbiegen, sonst bleibt das Wichtigste auf der Strecke, meine Lust auf spannende Geschichten und Schreibreisen. Ich liebe, was ich tue. Aber ich prüfe auch äußerst kritisch, was ich geschrieben habe.

Blog-a-holic: Einen Roman zu verfassen dauert bekanntlich einiges an Zeit, zumindest gehe ich nicht davon aus, dass du deine drei Bände innerhalb weniger Wochen herunter schreiben konntest. Gab es auch für dich Phasen, in denen du gesagt hast „Nein, ich kann jetzt nicht mehr“ und einfach Abstand brauchtest?

Inca Vogt: Ich habe es eben angedeutet, ich gehöre eher zu den Schreibschnecken. Dagegen hauen manche Kollegen einen Thriller nach dem anderen raus, während ich mittendrin auf Seite 200 bin und weiß, dass ich wahrscheinlich bei 500 Normseiten ende.

Das schafft Druck, weil es heißt, dass das nächste Buch die beste Werbung sei und auch ein Garant dafür, bei den Lesern in Erinnerung zu bleiben.

Aber ich kann das nicht. Nicht mit diesen umfangreichen Büchern, nicht mit dieser Art von komplexen Stories mit mehreren Handlungssträngen. Auch nicht mit dieser Art von Themen. Bei manchen ecke ich damit sogar an. Fragte mich neulich eine Kollegin unwirsch: Warum machst du nicht drei oder vier Bücher daraus. Meine Antwort, dass ich die Geschichten lieber zu Ende erzähle als sie zu stückeln, wurde als Angriff gewertet, obwohl es keiner war.

Blog-a-holic: Es würde sich tatsächlich mehr auszahlen, oder?

Inca Vogt: Ja, vielleicht. In Verkäufen, mit mehr Lesern auch vielleicht mit mehr Begeisterung bei allen, die Ihre Leseerfolge in Masse messen. Soundsoviele Bücher in einem Rutsch gelesen. „Zack“, fünf Sterne für ‚Schnelldurchsein’. Auch das schmerzt.

Es gibt Phasen, in denen ich arg zweifle. Ich muss bei aller Leidenschaft ja auch meine Miete bezahlen, mein Auto ist sechzehn Jahre alt und ich bibbere, ob es übern TÜV kommt. Dann sind da auch die Kosten fürs Veröffentlichen, lange nicht endend bei einem Cover vom Profi. Es sind Tausende die ich vorstrecke, ohne Gewissheit, dass ich die je wieder reinbekomme, bevor ich auch nur einen Cent verdiene.  

Du fragtest nach Abstand. Ja, den verordne ich mir zuweilen zwangsweise, wenn der Außendruck zu groß ist. Manchmal reicht es, eine Trash-Show im Fernsehen anzugucken, durch den Wald zu laufen, die Wohnung zu putzen. Leicht ist es nicht.

Blog-a-holic: Wie gehst du selbst mit den Themen in deinen Büchern um? Blickst du eher aus einer objektiven Sicht darauf und versuchst dich nicht zu sehr mit deinen Charakteren emotional zu binden oder bist du selbst mit deinen Gefühlen auch stark involviert?

Inca Vogt: Ich habe für mich mal formuliert: Ich schreibe, also bin ich, also lebe ich.

Was die harten Themen angeht, habe ich einen gesunden Kern, der unverletzbar ist, ganz gleich wie hart die Fälle auch sind. Ich bin durch viele Macken und häufiges gegen den Strom schwimmen stark geworden. Und etwas was viele glauben, trifft auf mich nicht zu: ich muss nicht alles durchlitten haben, um mich einfühlen zu können. Ich muss weder ein Auto sein, um darüber zu sprechen, als habe es eine Seele, noch muss ich ein Opfer gewesen sein, um mich in ein Opfer einfühlen zu können. Für mich ist es wichtig, dass ich z. B. kein klassisches Missbrauchsopfer war, von ein paar ungeschickten Übergriffen eines älteren Nachbarjungen und den üblichen sexuellen Übergriffen von Vorgesetzen abgesehen, denen ich auf die Finger geklopft habe, nachdrücklich. Das hat mich zwar einmal den Job gekostet aber ich würde es heute noch heftiger bekämpfen. Zeitgleich weiß ich, dass andere das nicht können, ich fühle mit ihnen, fühle mich verbunden, aber nicht betroffen. Ganz wichtig!

Es bewegt mich und ich kann auch ganz weit ins Dunkle gehen und mich einfühlen, ohne selbst verletzt zu werden. Nur so kann ich den sehr schmalen Grat ausbalancieren zwischen realitätsnahen Geschichten und unterhaltsamer Fiktion.

Es gibt übrigens ein Tabu, über das ich nie schreiben werde. Das betrifft meine eigenen Verletzungen. Ich kann darüber nicht als Profi schreiben. Mir fehlt der nötige Abstand, also bleiben sie tabu!

Blog-a-holic: Hast du vielleicht für dich selbst eine Art „Mauer“ entwickelt, die dich während der Recherche- und Schreibzeit vor diesen Emotionen schützt?

Inca Vogt: Ich brauche keine Mauer. Es ist umgekehrt, ich brauch die Emotionen zum Schreiben. Siehe oben. Tabu ist nur, was mich direkt selbst betrifft.

Blog-a-holic: Wie schaffst du es, nachdem deine Werke fertig sind, loszulassen?

Inca Vogt: Ganz schlecht. Ich bin nach den ersten zwei Büchern in ein Loch gefallen. Es war gruslig. Bei Gebrannte Kinder habe ich wahrscheinlich im ersten Guss weit über 800 Seiten gehabt, weil ich nicht loslassen wollte. Es war ein Kraftakt daraus etwa 500 Seiten zu komprimieren. Es war, als hätte man mir Familie und Kinder am gleichen Tag entzogen, als das Wort Ende unterm Manuskript stand. Ich war wie auf Entzug.

Inzwischen habe ich nach dem ENDE einen klaren Überarbeitungsplan und dann muss das Baby in die Welt hinaus. Da stecke ich mittendrin, während sich der Plot und Ideen im Hinterkopf und auf der Pinnwand sammeln. Derzeit freu ich mich riesig auf den Neuanfang und bin selbst gespannt, ob ich direkt die Amatos auferstehen lasse oder ob ich meinen schwarzhumorigen Thriller, Krimi oder sonst etwas dazwischenschiebe.

Blog-a-holic: Liebe Inca, vielen lieben Dank, dass ich dich befragen durfte und deinen Lesern (und auch künftigen Lesern) einen Einblick in deine Thrillerwerkstatt geben durfte! Auch vielen Dank für die vielen tollen Fotos! Sie haben uns allen einen persönlichen Einblick in dein Leben gegeben 🙂
Mir hat es sehr viel Freude bereitet und ich habe mit Spannung deinen Roman gelesen! Ich freue mich bereits jetzt auf weitere Geschichten 🙂 

Morgen geht es weiter bei Krimi und Keks von Christina! Sie konnte mit Toni Amato ein Interview führen und ich freue mich jetzt schon wie ein Keks darauf *sorry, das musste sein* 😉 !

ABER HALT! NICHT SO SCHNELL… denn es wartet noch ein Gewinnspiel auf euch 🙂 

Einsteigen in den Amato-Tourbus und jeden Tag die Gewinnchancen erhöhen mit richtigen Antworten auf unsere Quizfragen. Damit auch alle teilnehmen können, die sich noch nicht so gut in Toni Amatos Thrillerwelt auskennen, haben wir für euch jeweils mehrere Antworten zur Auswahl vorbereitet.

1. Preis: „Entweder oder“
Der Gewinner darf wählen zwischen
a) Kindle Paperwhite und …
b) Toni-Fanschuhen aus der veganen Schuhkollektion „Boxford-Design“ mit Wunschmotiv.

2. Preis: Superfanpaket
Alle drei Amato Psychothriller als Taschenbuch, signiert mit Lesezeichen.

3. – 5. Preis: Taschenbuch Verlorene Kinder,
signiert mit Lesezeichen.

Der Weg in den Amato-Lostopf:

Während der Blogtour für VERLORENE KINDER könnt ihr vom 9.-19. Januar 2017 gleich elfmal (plus Bonusfragen/Lose) in unseren Pott wandern. Ihr müsst nur die richtigen Antworten in unserem Amato-Quiz rauspiken, frei nach dem Motto, „auch richtig geraten, zählt.“

Echte Amato-Fans haben natürlich die größten Gewinnchancen. Je mehr richtige Antworten, desto mehr Lose nehmen an der Ausziehung teil. Für jede richtige Antwort gibt’s ein Los.

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen am Quiz dürfen alle Leser über 18 aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
  • Jeder Teilnehmer kann nur jeweils einen der ausgeschriebenen Preise gewinnen, aber mit beliebig vielen Losen seine Gewinnchancen erhöhen.
  • Die Bonusfragen zählen wie die normalen Fragen und erhöhen die mögliche Losanzahl pro Teilnehmer auf 13 mögliche Lose.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.

Bitte sendet eure Antworten an folgende Mailadresse.

briefkasten@inca-vogt-autorin.com

Einsendeschluss ist der 20. Januar 23.59 Uhr. Die Gewinner werden am 22. bekannt gegeben. Gewinnaussendung in der darauffolgenden Woche.

Bitte schreibt die Lösung wie folgt auf:

 Stichwort im Betreff: Blogtour-Amato-Quiz
 TAG … (1 – 11, bzw. Bonusfrage)
 Lösung … (a,b,c,d oder e)

Antworten sammeln oder täglich abschicken?

Ob ihr jeden Tag eine Mail abschickt mit euren Lösungen oder brav alle Antworten sammelt und am Ende der Tour eine Mail losschickt, überlassen wir euch. Gezählt wird jeweils nur eine (richtige) Antwort pro Frage von euch 😉

Achtung: Nur Teilnehmer, die in der (jeder) Mail ihren richtigen Namen und eine gültige Postadresse mit angeben, nehmen an der Verlosung teil. Ohne diese Angaben können wir eure Antworten nicht zählen!

Viel Spaß und ganz viel Glück!

Und nun zur heutigen Frage: 

TAG 7: Mit wem liefert sich Toni in der Redaktion die besten Schlagabtausche?

  1. Mit Redaktionspapagei Julias Cäsar
  2. Mit Till Eulenspiegel und anderen Märchenfiguren, die ihr ständig durch den Kopf flitzen.
  3. Mit Kollege Viktor
  4. Mit dem Juristen, der am Ende immer aufgibt und Tonis Artikel freigibt.
  5. Mit der Kantinenköchin, die den besten Nachtisch weit und breit zubereitet, nur für Toni.

 

Ich wünsche euch allen Viel Glück! 🙂

Liebe Grüße,
eure Nina ♥