Romancewoche – „Nur eine Ewigkeit mit dir“ von Kristina Monigner (Protagonisteninterview)

Romancewoche

Hallo ihr Lieben!

Heute startet auch für mich eine Art „Neuheit“ und ich bin schon ganz aufgeregt. 🙂 

Sicherlich verfolgt ihr die Romancewoche ebenso neugierig und aufgeregt wie all die Blogger und Autorinnen und ich auch ♥ Es ist aber auch ein wundervolles Event mit vielen wunderschönen und herzerwärmenden Geschichten, die schöner nicht sein könnten 🙂 

Ich hatte die Gelegenheit gemeinsam mit der lieben Sarah von Bücher sind Freunde und der lieben Doris von Thoras Bücherecke die Hauptfiguren des Romans von Kristina Moninger zu befragen! Und solch ein Interview ist auch für mich eine Neuheit!

Nur eine Ewigkeit mit dir Kristina Moninger

 

Protagonisteninterview –

„Nur eine Ewigkeit mit dir“

 

Bücher sind Freunde, Thoras Bücherecke, Blog-a-holic: Hallo liebe Kristina! Zunächst einmal vielen Dank, dass wir dein Buch vorab lesen durften. Natürlich sind uns dabei einige Fragen in den Sinn gekommen, die wir gerne deinen Protagonisten stellen möchten: Lilly/Lene, Jonas, Yolanda und Vincent! Wir hoffen, die Vier werden uns Rede und Antwort stehen 😉 

Kristina Moninger: Hallo ihr Drei! Schön, dass ich Lilly/Lene, Jonas und Yolanda dabei sein dürfen. Ich habe ein gutes Wort für euch eingelegt und die Vier fanden eure Fragen so gut, dass sie natürlich sofort zugestimmt haben.

Blog-a-holic: Dann möchte ich mal loslegen. Jonas, was verbindet dich mit Lene? Und wenn Du dich entscheiden müsstest, wäre es Lene oder doch Lilly?

Jonas: Mit Lene verbindet mich etwas, das größer ist als ein Leben.  Ich kann mich zwischen Lilly und Lene nicht entscheiden, denn auch wenn sie in unterschiedlichen Zeiten leben, so ist ihre Seele doch die gleiche. Es macht keinen Unterschied, dass Lilly anders aussieht als Lene. Das, was ich an Lene und Lilly liebe, ist nicht äußerlich, es kommt von innen.

Bücher sind Freunde: Eine interessante Frage und eine wunderschöne Antwort! Mich würde noch interessieren, ob du auch Unterschiede zwischen Lilly und Lene siehst?

Jonas: Oh ja, es gibt sehr viele Unterschiede. Lilly ist selbstbewusster als Lene und gleichzeitig unselbstständiger. Das, was beide voneinander unterscheidet ist die Zeit, die sie geprägt hat. Lene hat viel früher als Lilly lernen müssen, Verantwortung zu tragen und Lilly ist in einer Gesellschaft groß geworden, in der Frauen eine gleichberechtigtere Rolle spielen als zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Umstände haben ihren Charakter geprägt, ihre Seele aber, das was sie ausmacht, ist die gleiche.

Blog-a-holic: Und nun zu dir, Lilly, was verbindet dich mit Lene? Siehst Du Parallelen oder doch eher Unterschiede zu Ihr?

Lilly: Ich fühle mich Lene sehr nahe und vertraut. Schon von unserer ersten „Begegnung“ an. Denn das Leben hat uns beiden das gleiche Schicksal beschert: Wir haben unsere geliebte Mutter verloren. Wir haben viele Parallelen, wir lieben Bücher, sind Familienmenschen und haben das große Glück, tiefe Liebe für andere empfinden zu können. Dennoch glaube ich, dass Lene stärker ist als ich und vielleicht auch ein wenig mutiger. Für ihre Zeit und ihre Herkunft war sie ein außergewöhnlich wissbegieriges und tolerantes Mädchen. Zu erfahren, wie sie die schweren Umstände der Zeit gemeistert hat, hat mir sehr geholfen meine eigenen Probleme anzugehen.

Blog-a-holic: Das ist ein sehr schöner Gedanke und ich kann ihn voll und ganz nachvollziehen! Lilly, wie gehst du mit dem Gedanken um, dass es nach dem Tod ein weiteres Leben gibt? Kannst Du dir vorstellen schon einmal gelebt zu haben?

Lilly: Zunächst konnte ich das nicht. Da war einfach nur so viel Leere. Zuviel Leere in mir um glauben zu können, dass es etwas gibt, was diese Leere ausfüllt. Als Jonas mir dann aber gezeigt hat, dass die Liebe unsterblich ist, habe ich großen Trost darin gefunden, dass wir ein Leben nur verlassen um ein anderes zu beginnen. Die Liebe ist das Band, das die Zeiten fest umschließt, ohne dass der Tod etwas dagegen ausrichten kann.

Thoras Bücherecke: Du sprichst von Liebe. Was siehst du in Jonas, Lilly? Welche Besonderheiten an ihm gefallen dir und machen ihn für dich so wichtig?

Lilly: Jonas macht mich glücklich. In Jonas‘ Gegenwart ist mein kaltes Herz auf einmal wieder warm. Er bringt das Leben zu mir zurück. Er hört mir zu, er stellt die richtigen Fragen und meine Antworten sind ihm wichtig. Ich liebe seine Augen, den Ausdruck tiefen Verständnisses und ehrlicher Zuneigung darin. Doch viel mehr als all das Äußerliche ist es die tiefe Vertrautheit zwischen uns, die ihn bereits nach kurzer Zeit so unendlich bedeutsam für mich macht.

Blog-a-holic: Vielen Dank, liebe Lilly! Nun wieder zurück zu dir, Jonas. Was ist für dich der größte Unterschied zwischen Menschen und Dir? Und was gefällt Dir an deinem Leben? Yolanda und Vincent, wie seht ihr das?

Jonas: Die Menschen leben im Hier und Jetzt ohne die Möglichkeit einen Blick zurück zu werfen oder nach vorne. Wir dagegen springen ständig hin und her. Wir leben zwischen den Zeiten und lesen zwischen den Zeilen. Und so oft wünsche ich mir einfach nur, dazuzugehören und nicht nur ein Zuschauer zu sein. Für Lilly wäre ich so viel lieber ein Mensch als ein Zeitenmittler. Für Lilly würde ich es aufgeben, frei zu sein.

Yolanda und Vincent: Menschen sind in einen Körper gezwängt, wir können uns viel freier bewegen. Wir können sein, was immer wir sein wollen. Wir mögen es, nicht an einen Ort und eine Zeit gebunden zu sein.

Bücher sind Freunde: Yolanda, nun möchte ich Dich etwas fragen. Was bedeutet Jonas dir? Welche Rolle spielt er in deinem Leben?

Yolanda: Jonas ist mein Sohn. Ich bin nicht seine leibliche Mutter, aber ich fühle all das was eine Mutter für ihr Kind fühlt. Diese einzigartige Mischung aus unbändiger Liebe und größtmöglicher Sorge. Jonas spielt in meinem Leben die Hauptrolle, ich lebe nicht nur mit ihm, ich lebe auch für ihn.

Thoras Bücherecke: Das hast du sehr schön beschrieben, Yolanda. Ich schließe mich mal direkt an: Yolanda, welche Besonderheiten machen Jonas für dich aus?  Was siehst du in ihm?

Yolanda: Jonas ist noch nicht so lange ein Zeitenmittler wie ich. Er hängt zu sehr im irdischen Leben und die Menschen spielen eine gefährlich große Rolle für ihn. Eine ganz besonders. Wenngleich ich mich deshalb sehr um ihn fürchte, so bewundere ich ihn auch dafür. Dafür ein Kämpfer zu sein, dafür nicht immer den einfachsten Weg zu gehen und dafür für seine Gefühle voll und ganz einzustehen.

Thoras Bücherecke: Und nun auch dieselbe Frage an dich, Vincent. Welche Rolle spielt Jonas in deinem Leben? Und wie siehst du die Verbindung von Jonas und Lilly?

Vincent: Jonas ist wie ein Bruder für mich. Wir brauchen nicht viele Worte zwischen uns, um uns zu verstehen. Er und Yolanda sind für mich meine Familie. Deshalb habe ich große Angst um ihn, als er Lilly kennen lernte. Yolanda und ich mussten schon einmal tatenlos zusehen, wie die Liebe Jonas großen Schmerz zugefügt hat. Das wollen wir nicht noch einmal erleben. Ich möchte ihn schützen, wie ein großer Bruder das mit seinen Geschwistern tut.

Blog-a-holic: Lilly und Jonas, Ringelnatz hat euch beide geprägt. Was ist es, das euch an ihn und seinen Versen fasziniert?

Lilly / Jonas: Ringelnatz ist so viel mehr als ein Dichter, der witzige Reime schreibt. Hinter jeder Zeile steckt eine zweite. Hinter vielen Versen tiefgründige Gedanken. Ringelnatz hat uns durch die Zeiten begleitet und bleibt zeitlos herausragend.

Bücher sind Freunde: Lilly und Jonas, gibt es vielleicht noch weitere Dichter und Denker, die euch geprägt haben?

Lilly / Jonas: Wir lieben beide Rilke und Kästner und allgemein deutsche Lyriker.

Bücher sind Freunde: Yolanda, Vincent und Jonas: Was macht für euch das Zeitenmittlerdasein aus/besonders?

Yolanda: Für mich ist es eine heilige Pflicht. Mein Beitrag dazu, das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Jonas: Wir sind ein winziges Rädchen im Getriebe, eines das niemand wahrnimmt. Wir jonglieren zwischen den Zeiten und sind dadurch in der Lage unbemerkt und ungesehen Gutes zu tun. Ich liebe die Menschen und gerade deswegen hadere ich mit meiner Bestimmung ein Zeitenmittler zu sein. Weil ich einen Menschen, Lilly, besonders liebe und ich das ganz einfach nicht darf, ohne Unglück über uns alle zu bringen.

Vincent: Menschen sind faszinierende Wesen. Und doch so dumm. Sie wiederholen Jahrzehnte, Jahrhunderte lang die immer gleichen Fehler. Manchmal gelingt es uns sie unbemerkt zu belehren, das sind gute Momente, das ist der Zweck meines Daseins.

Bücher sind Freunde, Thoras Bücherecke, Blog-a-holic: Vielen Dank, dass ihr für unsere kleine Fragerunde Zeit gefunden habt und sie so ehrlich beantwortet hat. Uns hat eure Geschichte wirklich sehr gut gefallen und wir hoffen, dass es nicht die letzte Geschichte um Zeitenmittler von Kristina Moninger war.

Lilly / Jonas / Yolanda / Vincent: Gerne, es war uns eine Ehre.

 

Wer von euch nun neugierig auf die Geschichte geworden ist und auch auf die Autorin selbst, der kann auf ihrer Homepage mehr über sie erfahren! 

 

Liebe Grüße,
eure Nina ♥

Interview mit ~ Wolfgang Wiesmann ~

Guten Morgen ihr Lieben,

zwei Interviews habt ihr bereits von mir erhalten und heute möchte ich euch das nächste präsentieren 🙂

Dieses Mal geht es um

Wolfgang Wiesmann

der mich mit seinem Buch „Ich liebe Dich“ sehr berührt und zum Nachdenken angeregt hat.

Zu meiner Rezension des Buches gelangt ihr hier.

Aber nun möchte ich euch nicht länger warten lassen:

blog-a-holic: Lieber Wolfgang, ich möchte mich zunächst für deine Zeit bedanken und auch nochmal dafür, dass ich dein Buch lesen durfte! Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich beim „Du“ bleibe?

Wolfgang Wiesmann: Klar, gerne.

blog-a-holic: Du hast mit deinem Buch ein sehr besonderes und auch sehr starkes Thema gewählt: die Liebe. Sie ist uns allen bekannt und jeden Tag begegnet sie uns in vielerlei Formen, auch wenn wir sie zunächst nicht wahrhaben wollen. Wie genau bist du dazu gekommen über dieses für jeden bedeutsame Thema zu schreiben? Was hat dich dazu inspiriert?

Wolfgang Wiesmann: Mir fielen zwei Magazine, ein philosophisches und ein psychologisches, in die Hände. Beide hatten als Titelthema die Liebe gewählt, aber in keinem fand ich einen Autor, der sich mit dem Wesen der Liebe auseinander gesetzt hatte. Alle sprachen über die Liebe, als wäre sie allen bekannt, aber genau das stimmt eben nicht. 100 Personen schreiben 100 Versionen zur Liebe auf, wenn sie danach gefragt werden. Da aber alle Menschen, egal woher und welchen kulturellen Hintergrund sie haben, sich verlieben können, muss es eine ganz bestimmt allgemeingültige Vorstellung von der Liebe geben. Diese zu finden, war das Ziel des Buches.

blog-a-holic: Dein Buch ist kein einfacher Roman, sondern ein Ratgeber. Dies machst du auch bereits zu Beginn deutlich, in dem du den Leser zu Folgendem aufforderst:

„Begeben Sie sich beim Lesen bitte in die Rolle des Liebesforschers, der offen ist für neue Ideen und sich inspirieren lassen möchte.“

Ich habe das Buch genau aus diesem Gesichtspunkt heraus gelesen und wahrgenommen. Mit dir bin ich als Liebesforscher unterwegs gewesen und habe mich Theorien, Fragen und Entdeckungen gestellt. Wie genau hast du dich in die Rolle des Liebesforschers hinein begeben?

Wolfgang Wiesmann: Ich forschte, ohne mich auf Sekundärliteratur und Sekundärquellen zu stützen. Es ging mir darum, keine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, von denen ich bereits drei während meiner Studienjahre geschrieben hatte. Spannend wird die Liebe, wenn du vor einem weißen Blatt Papier sitzt und möchtest allein aus deinen eigenen Vorstellungen heraus ein Buch über die Liebe schreiben. Du fragst dich, welchen Zugang du zum Thema hast und da kommen zwei Quellen zum Vorschein: a) die Gefühle und b)  Beziehungen. Auf diesen Gebieten ist jeder sein eigener Experte, aber es kam natürlich auch darauf an, alle Menschen anzusprechen. Darin liegt der semiwissenschaftliche Charakter des Buches.

blog-a-holic: Auf deiner Reise als Liebesforscher sind dir sicherlich nicht nur Skripte, Aufsätze und sonstige Literatur begegnet, sondern sicherlich auch Menschen, mit denen du gesprochen hast. Was war dein bedeutendster Moment?

Wolfgang Wiesmann: Ich war überwältigt von der Bestätigung meiner Vermutung, dass es die Liebe, so wie sie viele Menschen denken, nicht gibt, sondern die Liebe sich im Verlieben zeigt. Es gibt keine Liebe ohne Verlieben. Diese Aussage hat bedeutende Konsequenzen und stellt auch das allgemeine Denken vieler Experten und Ratgeber infrage.

blog-a-holic: In deinem Buch hast du die Liebe aus vielerlei Blickwinkeln beleuchtet und auch ab und an in Frage gestellt. Besonders gut kann ich mich an die Erforschung des Unterschieds oder aber der Gemeinsamkeit von „Liebe“ und „Verliebtheit“ erinnern. Wie hast du diese beiden erforschen können? Wo war der Anfang?

Wolfgang Wiesmann: Der Beweis für die Behauptung: Liebe ist Verlieben und Verlieben ist Liebe, liegt an der Gleichheit der Gefühle. Dazu habe ich ein Experiment beschrieben, das jeder nachvollziehen kann.

blog-a-holic: Weiterhin hast du in deinem Buch auch anschaulich nicht nur die Liebe als Emotion beschrieben, sondern die Liebe, die uns im Alltag begegnet, auch wenn wir sie nicht direkt wahrhaben wollen. Es gibt verschiedene Formen von Liebe, die du dem Leser im Laufe deines Buches bewusst machst. War dir von Anfang an klar, dass es diese Formen und Arten von Liebe gibt oder hast du im Laufe deiner Recherchen erst selbst auch für dich noch „neue“ Arten entdeckt? Wenn ja, welche waren das?

Wolfgang Wiesman: Es gibt nur eine Liebe, aber ihre Formen sind unterschiedlich. Liebe will Form, sucht Gestaltung. Daher ist Liebe auch der Ursprung der Natur. Das Verrückte, das Verliebte machen, ist ja nichts weiter als Formgebung auf fantasievolle Weise. Da entstehen Sachen, die nicht Liebende niemals hinkriegen. Liebe ist also enorm kreativ.

blog-a-holic: Welche war die für dich bedeutsamste Entdeckung im Zusammenhang mit dem Thema „Liebe“?

Wolfgang Wiesmann: Dass es die Liebe im Anschluss an das Verlieben nicht gibt. Das wird immer noch von vielen Experten propagiert, ist aber totaler Quatsch.

blog-a-holic: Ich habe dich bereits in einer Mail vorher gefragt, wie und wo dieses Buch entstanden ist, was deine Grundgedanken dabei waren. Möchtest du das vielleicht auch nochmal den Lesern meines Blogs verraten?

Wolfgang Wiesmann: Dadurch, dass ich mich zwang, alles aus dem kreativen Raum eigener Gedanken und Gefühle zu schöpfen und nicht an den Lippen von Experten zu kleben, verstärkte ich den Prozess des Selberfindens. Das ist eine tolle Sache. Du verlässt dich einfach auf deine eigenen Erkenntnisse und machst damit weiter, bis ein zuverlässiges Gerüst aufgebaut ist. Ich hatte den Vorteil, dass ich bereits einige Romane geschrieben hatte. Das half natürlich beim Schreiben.

blog-a-holic: Wenn man hört, jemand schreibt über das Thema „Liebe“ denkt man, dass es einfach sei. Die Liebe ist zwar vielschichtig, aber nicht wirklich unergründet. Doch genau das hast du mir mit deinem Buch gezeigt. Gab es für dich während der Recherchezeit auch Phasen, in denen du mal nicht weiter gekommen bist? An denen du vielleicht länger suchen und kombinieren musstest als bei anderen Themen?

Wolfgang Wiesmann: Die Recherche beschränkte sich auf wenige Teilgebiete, wie zum Beispiel die Emotionen. Der Begriff Emotion bereitete mir Schwierigkeiten, weil er nicht eindeutig definiert ist. Manche zählen die Liebe zu den Emotionen, manche nicht. Das ärgerte mich. Ich fand dann heraus, dass die Liebe selbstverständlich eine Emotion ist und zwar die einzige Ursprungsemotion, aus der alle anderen Emotionen entstanden sind. Außerdem fiel mir das Thema Liebe zu den Eltern nicht leicht.

blog-a-holic: Und nun, da ich gefragt habe, welches das schwierigste Thema war: was ist dir besonders leicht gefallen?

Wolfgang Wiesmann: Liebe zu Kindern viel mir leicht, da ich Vater von vier Kindern bin und selber über 10 Jahre Hausmann war.

blog-a-holic: Aber jetzt weg vom Buch, hin zu deiner Person: bitte stelle dich deinen Lesern einmal vor. Wer ist Wolfgang Wiesmann? Was sind deine Hobbies? Wo lebst du?

Wolfgang Wiesmann: Ich wollte nicht immer Gesamtschullehrer bleiben. Auswandern nach Irland war für mich die größte Herausforderung. Meine Frau war einverstanden, also ging es 2000 nach Irland los. Dort habe ich an verschiedenen Schulen unterrichtet, Taxi gefahren, ein Cottage renoviert, als Sozialarbeiter gearbeitet, ein Restaurant geleitet, Akupunktur studiert und schreibe seit Jahren Bücher, meistens Krimis, die derzeit bei Verlagen liegen, sofern sie nicht schon verlegt sind.

Die Liebe hat mich als Thema immer interessiert, deswegen findet man sie auch in den Krimis wieder und in anderen Buchtiteln. Wenn ich morgen möchte und das Wetter mitspielt, könnte ich zu den Aran Islands fahren und dort mit Dusty, einem Delphin, schwimmen gehen. Aber wahrscheinlich schreib ich wieder in meiner Blockhütte und überlege, wen ich als nächstes ermorden lasse.

blog-a-holic: Mit einem Delphin schwimmen gehen ist natürlich eine wunderbare Alternative 🙂 Aber Mordopfer auf literarischer Ebene würden mir auch noch einfallen 😉
Du hast schon mehrere Bücher geschrieben und auch veröffentlicht. Wie sieht bei dir der Schaffensprozess eines Buches aus? Ist es immer derselbe Weg / Aufbau oder hast du unterschiedliche Herangehensweisen?

Wolfgang Wiesmann: Immer gleich. Ein leeres Blatt Papier. Dann kommt der Titel oben drauf und eine Struktur von einer DIN A4 Seite, die vorläufige Namen enthält und in der ich die Kernstory festhalte, dann geht es mit dem Schreiben los. Jeden Tag sieben Stunden, sieben Tage die Woche. Nach drei Monaten sind 200 Seiten fertig. Dann brauch ich weitere Zeit, um das Buch etwa fünf bis acht mal zu lesen. Dann wird es für Wochen liegen gelassen und dann erneut mehrfach gelesen und korrigiert.

blog-a-holic: Das klingt nach einer Menge Arbeit, aber auch nach sehr viel Herzblut, das in jedem deiner Bücher steckt.
Der Weg von der Idee bis hin zum fertigen Buch: wie lange dauert es bei dir, bis ein Werk veröffentlicht wird? Welche Erfahrungen hast du bisher gemacht?

Wolfgang Wiesmann: Veröffentlichung ist ein grausames Thema. Da fällt man als Neuling meistens in ein tiefes depressives Loch. Du schreibst mit Herz und arbeitet hart, sechs Monate lang und niemand will es haben, nur Absagen. Spätestens beim dritten oder vierten Buch beginnen die Selbstzweifel echt nachteilig zu werden. Dann gibt es von mir nur einen Rat: entweder aufhören oder weitermachen. Hört sich blöd an, ist aber so. Es gibt kaum echten Trost. Autor sein ist anfangs eine echte harte Nummer, sicher nichts für Feiglinge.

blog-a-holic: Vielen Dank für diese offene Antwort und auch den Ratschlag!
Welcher Charakter hat dich geprägt oder inspiriert?

Wolfgang Wiesmann: Ich bin in Fey Amber verliebt. Sie ist meine Münster Krimi Kommissarin und sieht einfach toll aus, jedenfalls stell ich mir das so vor. Leider hat der Verlag, bei dem die Münster Krimis lagen, Pleite gemacht und so suche ich nun einen neuen Verlag für dieses Krimis. Sie sind also im Moment nicht erhältlich.

blog-a-holic: Ich wünsche dir viel Glück, dass du bald einen Verlag für deine Münster Krimis findest!  Fey Amber macht mich auf jeden Fall neugierig 🙂
Zu guter Letzt: möchtest du deinen Lesern noch eine Botschaft mit auf den Weg geben?

Wolfgang Wiesmann: Was die Liebe betrifft, so ist es oft so, dass man glaubt jemanden nicht mehr zu lieben, aber wenn man genau hinsieht, liebt man ihn doch.

 

blog-a-holic: Ich bedanke mich recht herzlich für deine Zeit und für die Beantwortung der Fragen! Mich hat dein Buch sehr berührt und nach dem Lesen gehe ich immer noch als Liebesforscherin durch die Welt und schaue, wo ich sie überall im Alltag erblicken kann. ♥

 

Interview mit ~ Johanna Wasser ~

Guten Abend ihr Lieben!

Auf diesen Tag habe ich mich schon sehr sehr lange gefreut und *endlich* ist es soweit … das nächste Interview steht an und ich bin schon megamäßig aufgeregt!!!! ♥

Heute möchte ich euch eine sehr liebe Freundin und eine wundervolle Autorin vorstellen, die es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten in die andere Welten zu entführen und nicht mehr los zulassen. Sie hat schon einige Romane geschrieben – sämtliche Rezensionen dazu findet ihr auf meinem Blog!

Erst vor kurzem vollendete sie ihre wunderbare Rainbowland-Trilogie, mit welcher sie nicht nur mich, sondern noch viele andere Leser verzaubert hat! Ein kleines Stückchen meines Herzens ist bei ihr geblieben ♥

Nun geht es aber los:

Herzlich Willkommen ~ Johanna Wasser! ~

Einen kleinen Einblick in ihr Leben hat uns Johanna Wasser bereit auf ihrer Autorenseite gegeben.

Dort findet ihr auch die von ihr bereits veröffentlichten Werke:

Die Glücks-Reihe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rainbowland-Trilogie

 

 

 

 

 

 

 

Jedes einzelne ihrer Bücher hat mich bislang verzaubert … vielleicht geht es euch auch so?

Doch wer steckt hinter diese bezaubernden und fantastischen Geschichten?

blog-a-holic: Hallo liebe Johanna! Erst einmal vielen lieben Dank an dich, dass ich dich interviewen darf und dir einige Fragen stellen darf. Zunächst einmal: ist es okay, wenn ich „Du“ sage?

Johanna Wasser: Lach, wie lange kennen wir uns schon? 🙂 Klar!

blog-a-holic: 😉 Liebe Johanna, bitte stelle dich deinen Lesern vor.

Johanna Wasser: Mutter von zwei kleinen Mädels, Vollzeitautorin. Ach ja, kurz vor dem 40 Geburtstag (zwei Jahre noch). Und etwas bekloppt, weil ich mich auf dieses Alter irgendwie freue.

blog-a-holic: Keine Sorge, du bist nicht bekloppt *g* Bei mir kommt bald die 3 davor und ich freue mich auch!
Du bist bereits jetzt eine – für mich und viele andere LeserInnen – erfolgreiche Autorin. War das schon immer dein größter Wunsch?

Johanna Wasser: Wunsch nicht unbedingt. Aber meine Schwester erzählt oft, dass sie schon immer wusste, dass ich Autorin werde. Ich muss sie seit frühster Kindheit abends im Bett mit Geschichten gequält haben. Ich sagte immer: „Pass auf, ich habe einen Film geguckt und der war voll spannend, den muss ich dir erzählen…“ Und dann gings los. Sie meinte dann irgendwann: Wann zum Geier, hat sie diesen Film überhaupt gucken können? Wir waren doch die ganze Zeit in der Schule, oder haben gespielt etc. Und irgendwann habe ich dann verraten, dass ich gar keine Filme guckte. Es waren Geschichten, die ich mir einfach ausdachte.

blog-a-holic: Leider muss ich dir jetzt eine Frage stellen, die Autoren zu oft hören und bei einigen auch verpönt ist: Woher nimmst du deine Inspiration zum Schreiben? Hast du eine persönliche Muse?

Johanna Wasser: Es sind meist die Orte, an denen ich bin, die mich inspirieren. Vor drei Monaten bin ich zum Beispiel in die drittälteste Stadt Deutschlands gezogen, wohne quasi direkt neben einer Ausgrabungsstätte aus der Römerzeit. Aus meinem Wintergarten schaue ich auf drei uralte Kastanienbäume. Und wenn sie im Winter nackig werden, sehe ich dahinter einen alten Stadtturm. Wunderschön! Faszinierend, inspirierend 🙂

blog-a-holic: Da haben wir wieder mal eine Gemeinsamkeit 😉 Ich komme aus der ältesten Stadt Deutschlands!
Vom Manuskript zum fertigen Buch: Wie sieht bei dir der Schaffensprozess eines Buches aus?

Johanna Wasser: Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal gehe ich nur ein paar Wochen schwanger mit einer Idee und schreibe dann innerhalb von ebenfalls nur ein paar Wochen einen ganzen Roman nieder (Die sechste Farbe des Glücks). Dann wiederum vergehen Monate, bis sich was spannendes wieder regt. Auf jeden Fall muss die Geschichte mich verfolgen, damit ich sie rauslasse… Und meistens ist das, was nach dem Niederschreiben kommt das langwierigste. Lektorat, Testleserrunden, Lektorat, Korrektorat, Cover, Satz, Druck beauftragen. Dazwischen noch Marketing und an etwas neuem schreiben…

blog-a-holic: Ein Tag wie jeder andere – wie sieht er in deinem Leben aus?

Johanna Wasser: Ich habe Kinder, da sieht kein Tag wie der andere aus *lach*
Ne, im ernst, seit ich Mutter bin, gibt es schon Rituale, feste Zeiten – aber eben für alles, was meine Töchter betrifft. Das Schreiben und mit der Muse flirten quetsche ich dazwischen. Mal mitten in der Nacht, mal wenn meine Große im Kindergarten ist und die Minimaus ein Nickerchen ohne Mama daneben macht. (Kommt nicht sooo oft vor 😉 )

blog-a-holic: Du scheinst eine richtiger Powerfrau zu sein! 🙂 Wie lautet dein Lieblingszitat?

Johanna Wasser: Habe ich nicht. Ich mag das Leben, ich sehe alles positiv. Versuche mir meine Welt – zur Not auch -schön zu malen. Ja, vielleicht ist es ja dann doch das:

Male dir die Welt, wie sie dir gefällt oder so 🙂

blog-a-holic: Ein wirklich tolles Motto! Erinnert sehr an Pippi Langstrumpf!
Welche Person hat dich geprägt oder aber dich inspiriert?

Johanna Wasser: Geprägt hat mich – vor allem – meine Großmutter mütterlicherseits. Sie hat zehn Kinder großgezogen, war stark und eigensinnig. Mein Opa starb relativ früh und sie hat nie aufgegeben. Das find ich großartig. Auch wenn sie stur und dickköpfig war (was mich an meiner ersten Tochter manchmal in den Wahnsinn treibt) war sie ganz klar mein großes Vorbild.

blog-a-holic: Welches ist dein Lieblingsbuch?

Johanna Wasser: Der Alchemist, Der kleine Prinz. Irgendwie so banal wie genial. Ich liebe die beiden Bücher.

blog-a-holic: Das ist wahr. Insbesondere „Der kleine Prinz“ gefällt mir auch sehr gut! Hast du auch einen Lieblingsautor / eine Lieblingsautorin?

Johanna Wasser: Nein, ich lese Bücher, nicht Autoren. Deswegen finde ich für mich ganz wichtig, dass ich Bücher erschaffe, die die Menschen berühren. Nicht ich berühre, es sind – im besten Fall – meine Bücher, die es tun.

blog-a-holic: Eine sehr schöne Sichtweise!
Neben dem Schreiben ist Malen eine große Leidenschaft von dir, fließen vielleicht auch deswegen Elemente der Malerei in deine Bücher mit ein?

Johanna Wasser: Ganz bestimmt sogar. Seit ich Schreibe UND Mutter bin kann ich meist nicht so viel Malen, wie ich würde. Aber ich sehne mich sehr danach, deswegen taucht das Element der Farbe, das Malen selbst auch immer wieder auf.

blog-a-holic: Wenn du jemanden einfach mal Danke sagen möchtest – wer wäre das?

Johanna Wasser: Dem Herrgott für meine Mädchen. Und ihm auch dafür, dass er mir bei der zweiten etwas mehr Ruhe und Gelassenheit geschenkt hat.
Ansonsten bin ich im Moment am dankbarsten meiner Patentante, die mir hier einiges abnimmt. Seit ich alleinerziehend bin hat sie wohl am meisten für mich getan.

blog-a-holic: Welche deiner Protagonisten ist dein Lieblingsprotagonist und warum?

Johanna Wasser: Habe ich nicht. Sobald ich in einem Projekt bin verliebe ich mich jeden Tag neu. Mal in den/die gleiche/n Protagonisten/tin, mal immer wieder andere. Aber ich schleppe keine große Lieben mit mir herum, wenn eine Geschichte beendet ist. Gott sei Dank! Da würde ich ja ganz verrückt werden … 🙂

blog-a-holic: Also ich kann dir sagen, dass ich in jedem Buch eine Bella und eine Annie suchen werde! *g*
Man sagt, ein Autor steckt nicht nur Herzblut in seine Geschichte, sondern auch, dass in jedem seiner Charaktere auch etwas von sich selbst steckt. Trifft das auch auf dich zu? Und in welchem Protagonisten finden wir am meisten von Johanna Wasser?

Johanna Wasser: Ich bin Sophie aus „Das Glück ist ein flüchtiger Dieb“, da der Roman seinerzeit aus meinen Tagebüchern entstanden ist. Ansonsten bin ich schon ein bisschen jeder von ihnen, aber nur ein bisschen.
Die Vorstellung, ich sei Ameo dentis ist im übrigen die köstlichste 😉

blog-a-holic: Oh ja … Ameo Dentis!!! Der Lieblings-Efeu von sämtlichen Lesern! *g* 🙂 Die Vorstellung ist wirklich genial! 

Und nun zu deinen Werken! Erschienen sind bereits deine Bücher der Glücks-Reihe, angefangen mit dem Buch „Amors Glücksfall“ über „Das Glück ist ein flüchtiger Dieb“, „Rainbowland – die sechste Farbe des Glücks“ bis hin zu „Das Glück der Stille“ und dem (für mich) krönenden Abschluss durch ein Sachbuch / einen Ratgeber „Die Glücksforscherin“.

blog-a-holic: Deine Buchreihe um „Die Glücksforscherin“ sagt, worum es dir in deinen Büchern geht: das Glück für sich zu finden und zu behalten, denn jeder ist sich selbst eines Glückes Schmied. Was genau bedeutet „Glück“ für dich? Und wo findest du es?

Johanna Wasser: Heute würde ich die Frage anders beantworten, als noch vor ein paar Jahren, sogar vor ein paar Monaten. Ich glaube, nach einer langen Reise, endlich angekommen zu sein. Lustigerweise genau dort, wo ich eins gestartet bin. Mein Glück ist ein Ort. Dort, wo mein Herz ist, dort ist es. Aber dies ist eine ganz andere, neue Geschichte …

blog-a-holic: Du hast dich sehr lange mit dem Thema „Glück“ beschäftigt. Wie bist du darauf gekommen? Wer oder was hat dir den Ansporn gegeben, darüber zu forschen und zu schreiben?

Johanna Wasser: Meine Großmutter war es, bzw. genaugenommen war es ihr Tod, der es war. Ich war in eine tiefe Krise gestürzt und da ich – wie ich schon sagte – ein positiver, lebensfroher Mensch bin, wollte ich unbedingt wieder zurück an einen Punkt, wo es mir nicht mehr so weh tut. Ich weiß heute dass es eine Art posttraumatische Störung war, an der ich damals litt. Hätte ich mich damals nicht aufgemacht, wäre ich evtl. in einer Depression reingeschlittert.

blog-a-holic: In deinem Ratgeber „Die Glücksforscherin“ hast du den Menschen und dessen Naturen erforscht. Du bist auf sieben unterschiedliche Naturen gestoßen (näheres dazu findet ihr in meiner Rezension). Welche deiner erforschten Naturen stecken momentan in dir?

Johanna Wasser: Schön dass du fragst, weißt du noch, wie es damals war? Es hat sich tatsächlich verändert. Die Sucherin, die ich war, ist mittlerweile ganz eindeutig zu einer Brücke geworden und bastelt gerade daran, noch mehr von einem Glückskind in sich aufblühen zu lassen.

blog-a-holic: Ja! Die Sucherin und in meinen Augen auch schon immer eine Brücke und eine Mutter. Du hast uns alle zusammengebracht 🙂 Meine Natur ändert sich momentan auch wieder 😉
In jedem einzelnen deiner Bücher der Glücksreihe finden wir wunderschöne Geschichten über das Glück. Warum hast du diese Form gewählt, den Menschen das Glück näher zu bringen? Wieso hast du nicht „nur“ (bitte nicht abwertend verstehen!) den Ratgeber geschrieben? Was bedeuten dir deine einzelnen Romane der Glücks-Reihe? Hast du vielleicht sogar einen Favoriten?

Johanna Wasser: Die Sache mit dem Ratgeber ist einfach. Ich bin einfach keine Ratgeberin. Ich bin eine Geschichtenerzählerin, die vom Herzen hofft, mit ihren Geschichten zu inspirieren. Und ich will übers Glück schreiben, weil ich finde, dass es nicht genug davon geben kann. Glück vermehrt sich, wenn man es teilt, wenn man davon spricht, wenn man sich damit beschäftigt. Davon bin ich überzeugt.
Der Favorit im eigentlichen Sinne ist es nicht, aber meine Bella, also Die sechste Farbe des Glücks ist schon mein persönliches Herzbuch.

blog-a-holic: Nach der Reihe des Glücks hast du dich mit Annie ins Rainbowland begeben. Wir haben seit dem Jahr 2015 mit der wunderbaren Annie mit gefiebert und sind mit ihr in die sieben Welten des Rainbowlands getaucht, um ihren kleinen Bruder zurück in seine Welt zu holen. Mit dem Erscheinen des 3. Bandes „Das Erbe der Träume“ am 09.09.2016 endet die Trilogie. Ich habe jedes einzelne Buch verschlungen und befinde mich gedanklich und mit einem Stück meines Herzens immer noch im Rainbowland. Für mich als Leserin war der Abschluss sehr schwer, doch ich denke mit einem Lächeln daran zurück und weiß, ich werde die Bücher bald wieder lesen. Wie ergeht es dir als Autorin?

Johanna Wasser: Ich konnte mit einem erstaunlich leichtem Herzen loslassen. Das habe ich zuvor gar nicht vermutet. Vielleicht liegt es daran, dass das Ende der Geschichte zeitlich mit meinem Umzug in mein neues Leben zusammengefallen ist. Ich habe quasi neue Ufer angesteuert und freue mich über all das, was nun kommen wird…

blog-a-holic: Dass du so leicht los lassen konntest, bewundere ich! Bei mir schwingt immer noch eine leichte Demut mit, wenn ich daran zurückdenke und ich bin froh, dass ich die Geschichte immer wieder griffbereit zum Lesen habe 😉
Was nimmst Du aus dem Rainbowland mit? Und was verbindet dich mit der Protagonistin Annie?

Johanna Wasser: Ich bin auch eine Träumerin, wie sie es ist und genau daher werde ich wahrscheinlich mein Leben lang ein ganz großes Stück Rainbowland mit mir tragen. (In meinem Haus hängen überall Kristalle, sodass ich immer wieder Regenbogenflecken begegne 😉

blog-a-holic: Hast du nach der Rainbowland-Trilogie bereits ein neues Projekt für uns? Falls ja, wirst du uns einen kleinen Hinweis geben, in welche Richtung es gehen wird?

Johanna Wasser: Ich habe kein Projekt, an dem ich wie an Rainbowland tagtäglich sitze. Ich befinde mich aber mit mehreren Sachen in der Schwangerschaftsphase 😀
Noch weiß ich gar nicht genau, ob das wieder eine Trilogie werden wird, die sich diesmal mehr mit Elfen beschäftigen wird (und anderen bockigen Wesen), eine Zeitreisegeschichte oder aber … Von meinem dritten Kind will ich nur verraten, dass es in meiner absoluten Lieblingsstadt spielen wird.

blog-a-holic: Uiiiii … jetzt machst du mich aber neugierig!!! Ich hoffe, dass ich bald mehr darüber hören werde *g*
Was möchtest du deinen LeserInnen noch mit auf den Weg geben?

Johanna Wasser: Gar nichts 🙂 Ich bin doch keine Ratgeberin, schon vergessen? Ich hoffe, dass ich ein paar von ihnen berühren kann und ich freue mich, wenn jemand ein Buch von mir zuklappt und leise bei sich denkt: SCHÄ WARS. Was will man als Autor mehr?

blog-a-holic: Liebe Johanna, ich möchte mich für das fantastische Interview mit dir bedanken! Ich freue mich schon drauf, es für all deine LeserInnen zu veröffentlichen! Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht mit dir zu reden und dich noch besser kennen zu lernen! Vielen herzlichen Dank für deine Zeit! 🙂 ♥ Und bis auf bald mal wieder! ♥

Interview mit ~ Linda Schipp ~

Hallo ihr Lieben,

wie ich euch schon vor längerem angekündigt habe, möchte ich euch auch die Personen hinter den Geschichten vorstellen und zwar die Autoren, die uns für viele schöne Lesestunden in ihre zauberhafte Welten entführen … und ich bin schon so richtig aufgeregt!!!! *rumhüpf!!!* Denn ich habe heute eine Jung-Autorin hier, deren Buch ich vor kurzem selbst lesen durfte – einfach fabelhaft!

 

Den Anfang mit den Interviews macht

Linda Schipp

als Autorin ihres Debüt-Romans

Die wunderbare Geschichte von Allie habe ich euch bereits vor einigen Tagen auf meinem Blog vorgestellt:

zur Rezension

Aber ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen. Linda hat mir zu einigen Fragen Rede und Antwort gestanden 🙂

Doch lest selbst:

blog-a-holic: Hallo liebe Linda! Erst einmal vielen lieben Dank an dich, dass ich dich interviewen und dir einige Fragen stellen darf. Zunächst einmal: ist es okay, wenn ich „Du“ sage?

Linda Schipp: Aber sicher doch! 🙂

blog-a-holic: Liebe Linda, bitte stelle dich deinen Lesern vor.

Linda Schipp: Ich bin 21 Jahre alt, im wunderbaren Ruhrpott geboren, wohne aber aktuell in Münster, weil ich dort studiere: Kommunikationswissenschaft im Bachelor. Außerdem arbeite ich als Werkstudentin in der PR-Beratung. Die dritte Säule meines Alltags ist dann wohl das Schreiben.

blog-a-holic: Mit deinem Roman „Memories To do: Allies Liste“ hast du den ersten Schritt in die Welt der Schriftsteller gewagt und dein Debüt gegeben. Wie fühlst du dich?

Linda Schipp: Endlich, endlich zufrieden! Ich habe mein Debüt ja schon einmal im vergangenen Jahr veröffentlicht, damals jedoch ganz spontan. Ich wusste nicht einmal was Self-Publishing ist! In die Neuveröffentlichung habe ich nun unendlich viel Zeit und Arbeit gesteckt, sodass ich sagen kann: Ich bin stolz auf mein erstes Buchbaby.

blog-a-holic: Du bist eine sehr junge Autorin und hast aber jetzt schon viele begeisterte LeserInnen gefunden. Welchen Tipp kannst du anderen Jungautoren oder angehenden Schriftstellern geben? Worauf sollten sie achten?

Linda Schipp: Wer nicht „nur“ schreiben, sondern auch veröffentlichen möchte, sollte sich bewusst machen, dass die Self-Publishing-Branche sehr stark professionalisiert ist. Eine 1 in Deutsch reicht da nicht aus – und das sage ich, weil ich das früher selbst falsch eingeschätzt habe. 🙂 Meine Lektorin hat mir unheimlich viele Tricks und Tipps fürs Schreiben gezeigt, auf die ich von alleine nie gekommen wäre. Mein Tipp lautet deshalb: Nehmt euch die Zeit, euer Debüt vorzubereiten, bis es perfekt ist! Und dazu gehören für mich ein attraktives Cover, gnadenlose Testleser und ein hochwertiges Lektorat.

blog-a-holic: Wie man aus deiner Biographie lesen kann, hast du mit 16 Jahren begonnen, die Geschichte zu schreiben und mehrere Jahre daran herum gefeilt. Wann hast du denn ersten Schritt in Richtung Lektorat und Veröffentlichung getan? Und was hat dir den Ausschlag dazu gegeben?

Linda Schipp: Ich habe gerade angedeutet, dass ich bei der Veröffentlichung nicht einmal von Self-Publishing gehört habe. Der Auslöser war nämlich der Kindle Storyteller Award 2015, der einen jungen Indie-Autor auszeichnet (gibt’s übrigens auch dieses Jahr). Ich wollte immer einen Verlag für mein Buch finden, doch nachdem ich zwei Jahre lang erfolglos Exposés verschickt und die Werbung für den Storyteller Award entdeckt habe, dachte ich mir: „Tu’s einfach!“. Und so war mein eBook gute 48 Stunden später online, obwohl ich keine eBooks mochte, obwohl ich nicht verstand, was „Indie“ eigentlich bedeutete, und obwohl mein mit PowerPoint gebasteltes Cover furchtbar aussah. Ich bin wohl die Inkarnation von „aus Fehlern lernt man“. Dafür bin ich heute umso glücklicher mit meinem neuveröffentlichten Debüt. 🙂

blog-a-holic: Wer war die erste Person, die dein Buch lesen durfte?

Linda Schipp: Meine Mama. Ich schreibe, seit ich 7 bin, doch bis Weihnachten 2013 habe ich niemals eine Geschichte beendet. Darum war meine Mama unendlich gerührt, als sie das fertige Rohmanuskript an Heiligabend ausgepackt in den Händen hielt. Seitdem nehmen meine Eltern die Schreiberei auch genauso ernst wie ich.

blog-a-holic: Der erste Gang an die Öffentlichkeit hat mit einer Leserunde bei Lovelybooks.de stattgefunden und wie ich selbst auch mit verfolgt habe, hast du bislang nur durchweg positive Resonanz erhalten. Die LeserInnen sind begeistert! (Ich bin im Übrigen eine davon *g*) Was ist als nächster PR-Schritt geplant?

Linda Schipp: Hach, danke, Nina! Der nächste PR-Schritt wird sogar eine etwas größere Sache, die ich mit vielen anderen Autoren gemeinsam plane. Ich verrate noch nichts! Aber ich bin mir sicher, begeisterte Leser werden davon hören …

blog-a-holic: Deine erste Geschichte „Memories To do: Allies Liste“ zeigt den Lesern eine Welt voller Emotionen und Geheimnisse rund um das Leben von Alison – genannt Allie – die nach einem Unfall ihr an einer speziellen Form der Amnesie leidet und die letzten 17 Jahre ihres Lebens „verloren“ hat. Wie genau bist du auf solch eine Geschichte gekommen? Hast du vielleicht selbst einen ähnlichen Fall in deinem Umfeld (Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis) erlebt?

Linda Schipp: Da muss ich immer ganz unspektakulär antworten: Nein. Ich wünschte, ich könnte etwas Spannendes erzählen, aber die Schlüsselstelle des Buches, „die Nacht im Bootshaus“ ist irgendwann einfach aus mir herausgeflossen und von da an hat sich die Geschichte von selbst weiterentwickelt. Ich hatte anfangs kein Ziel vor Augen, außer das Thema „Amnesie“. Wahrscheinlich hat die Überarbeitung deshalb letztlich so lange gedauert.

blog-a-holic: Man sagt, ein Autor steckt nicht nur Herzblut in seine Geschichte, sondern auch, dass in jedem seiner Charaktere auch etwas von ihm selber steckt. Trifft das auch auf dich zu? Und in welchem Protagonisten finden wir am meisten von dir?

Linda Schipp: Nicht absichtlich, aber ich glaube ja, in vielen Figuren stecken Eigenschaften von mir selbst. Eine kleinere Sache wäre zum Beispiel die nervöse Eigenschaft der Nebenfigur Harriett, die häufig an der Haut an ihrem Hals zupft. Ich finde es allerdings sehr schwierig über Ähnlichkeiten der Figuren mit mir selbst zu sprechen. Als Autor legt man sowieso einen kleinen Gedanken-Striptease hin, selbst wenn die Geschichte fiktiv ist. Viele Bekannte kamen schon auf mich zu und waren überrascht, dass diese oder jene Szene tatsächlich meinen Gedanken entstammte. Deshalb ist das Veröffentlichen der eigenen Texte auch etwas sehr Intimes, das mich einiges an Überwindung gekostet hat.

blog-a-holic: Hast du schon eine neue Geschichte, die du heimlich nebenbei am Tippen bist? 😉 Keine Angst, ich plaudere nichts aus *g*

Linda Schipp: Zu tippen habe ich noch nicht angefangen, aber es entwickeln sich gerade zwei neue Geschichten parallel in meiner Fantasie … Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche ich zuerst umsetze! Eine trägt den Stil von Memories To Do, ein bisschen tragisch also, sehr gefühlvoll – das, was ich kann, wenn ich das mal so sagen darf. 🙂 Die andere Idee ist im Ton ein bisschen leichter, frecher, das Thema eher unterhaltsam als konfliktreich … Das könnte viel Spaß machen, da sich meine Protagonisten in meinem Kopf bereits bekriegen.

blog-a-holic: Linda, woher nimmst du deine Inspiration zum Schreiben? Und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Linda Schipp: Ich erinnere mich gar nicht daran, NICHT geschrieben zu haben. Mit elf Jahren habe ich „Channie der Yeti-Affe“ geschrieben und selbst illustriert, mit sieben „Wenn sich Eichhörnchen verlieben“. Es gibt ein kleines zusammengetackertes Büchlein von mir aus der ersten Klasse. Und dann ist da noch ein Notizbuch das ist von vorne bis hinten mit waagerechten Schlangenlinien, die Schreibschrift ähneln, gefüllt – als hätte ich versucht zu schreiben, bevor ich wusste, wie man Buchstaben malt! Irgendwie gehört es einfach zu mir, so wie andere Leute tanzen, musizieren, trainieren müssen.

blog-a-holic: Vom Manuskript zum fertigen Buch: Wie sieht bei dir der Schaffensprozess eines Buches aus?

Linda Schipp: Ich hoffe, nie wieder so wie der Letzte! 😀 Der war wie gesagt völlig ungeplant. Mein nächstes Buch wird ungefähr so entstehen:
(0. Ich entscheide mich für eine Story)
1. Der Plot muss so lange in meinem Kopf gedeihen, bis ich mich traue, ihn aufzuschreiben, ohne verzweifelt zusammenzubrechen.
2. Ich gelange an den Punkt zu glauben, dass der Plot so funktionieren könnte, schreibe ihn auf und breche verzweifelt zusammen.
3. Ich entwickele den roten Faden über mehrere Woche, bis ein Gerüst steht und mir die Figuren verraten haben, wie sie ticken.
4. Dann wird geschrieben. Schön brav von vorne nach hinten. Immer wieder werden die „alten“ Kapitel überarbeitet und angepasst. Parallel entsteht das Cover.
5. Gefühlte 17 Jahre später ist die Rohfassung fertig. Ich gebe sie meiner Mama und meinen Lieblingstestlesern.
6. Ich weine, weil das Feedback zurückgekommen ist.
7. Na ja, eigentlich war das Feedback sogar ganz gut. Ich überarbeite noch einmal und schwupps geht das Manuskript zu meiner fantastischen Lektorin.
8. Ich verzweifele ein letztes Mal so RICHTIG, weil das mit den Überarbeitungen kein Ende nehmen will.
9. Die Überarbeitungen des Lektorats sind fertig: Das Manuskript geht noch einmal zu besonders aufmerksamen Testlesern.
10. Es ist fertig! Nun beginnt die eigentliche Arbeit: Die Veröffentlichung und Vermarktung.

blog-a-holic: Ein Tag wie jeder andere – wie sieht er in deinem Leben aus?

Linda Schipp: Momentan darf ich glücklicherweise sagen: Laaange schlafen. Gelobt sei das Studentenleben. Der Tag startet schlecht, wenn ich nicht von einer nassen Hundenase geweckt werde und der daran hängende Hund erbarmungslos auf meinem Bauch herumhüpft. Das belebt ungemein. Ich frühstücke und scrolle die neuesten Zeilenspringer-Postings durch (Zeitunglesen für Bücherfreaks). Danach gehe ich a) zur Uni, b) nicht zur Uni, c) zur Arbeit, aber meistens d) vor meinen Laptop: Verkaufszahlen checken, buchige Nachrichten beantworten, Flyer bestellen, Lesezeichen abstimmen, in der Lovelybooks-Leserunde aktiv sein, Marketingmaßnahmen überlegen, ein paar Bücher signieren. Hupps, schon Nachmittag, um 17 Uhr kommt mein Freund! Bis dahin muss ich mein Pensum für heute fertig haben. 18 Uhr, mein Freund wartet seit einer Stunde geduldig auf dem Sofa, dass ich „nur noch eben diese Mail abschicke“. Wir kochen, erzählen einander vom heutigen Tag und hüpfen aufgeregt im Kreis: Denn heute kommt die neue Game-of-Thrones-Folge! Ein Tag wie jeder andere. 🙂

blog-a-holic: Wie lautet dein Lieblingszitat oder dein Lebensmotto?

Linda Schipp: So etwas habe ich nicht. Aber es gibt so etwas wie einen Leitgedanken, an den ich glaube: Wenn man etwas mit Begeisterung und Herzblut verfolgt, dann kann es nur gut werden.

blog-a-holic: Welches ist dein Lieblingsbuch?

Linda Schipp: Klare Kiste: „Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks. Dieser Roman hat nichts von einer niedlichen Schnulze, Sparks weckt Gefühle mit Worten wie ein Meister!

blog-a-holic: Hast du auch einen Lieblingsautor / eine Lieblingsautorin?

Linda Schipp: Zum einen natürlich Nicholas Sparks, mein Vorbild. Zum anderen Sebastian Fitzek, der Thriller-Gott.

blog-a-holic: Welche Person hat dich geprägt oder aber dich inspiriert?

Linda Schipp: Das hört sich jetzt wiederum schnulzig an, aber: Ein Flüchtling namens Ghafek. Ich habe ihn in Hamburg kennengelernt. Bei einem Kaffee hat er mir seine Geschichte erzählt, wie er innerhalb von 11 Tagen von Syrien nach Deutschland geflohen ist. Das war wirklich bewegend. Und noch beeindruckender als sein Durchhaltevermögen finde ich seinen Willen, hier in Deutschland etwas Großes zu bewegen, obwohl er zu dem Zeitpunkt nicht mal meine Sprache sprach.

blog-a-holic: Wenn du jemandem einfach mal Danke sagen möchtest – wer wäre das?

Linda Schipp: Immer und immer wieder: Meiner lieben Katharina Riehl, die ich als erste Testleserin für mein Buch kennengelernt habe und die mich fortan unterstützt hat wie kaum ein anderer.

blog-a-holic: Was möchtest du deinen LeserInnen noch mit auf den Weg geben?

Linda Schipp: Danke schön, dass ihr bis hierher gelesen habt – Ninas Interview hat mir so viel Spaß gemacht, da musste ich manchmal etwas weiter ausholen.

Mein Traum ist es nicht, Bücher zu verkaufen, sondern gelesen zu werden. Und ich freue mich wie eine kleine Schneekönigin über jeden, der mich bei diesem Traum unterstützt! ♥

blog-a-holic: Liebe Linda, das war wirklich ein fantastisches Interview und ich freue mich drauf, es für all deine LeserInnen zu veröffentlichen! Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht mit dir zu reden und dich besser kennen zu lernen! Vielen herzlichen Dank für deine Zeit! 🙂 ♥