Romancewoche – Interview mit Christiane Lind

Romancewoche

Hallo ihr Lieben!

Und wieder sehen wir uns wĂ€hrend der Romancewoche wieder 🙂 Leider neigt sie sich schon dem Ende zu, aber nichts destotrotz haben wir noch viele tolle BeitrĂ€ge, Überraschungen und Gewinnspiele fĂŒr euch! Und ich gehe doch schon stark davon aus, dass sich euer SuB bzw. eure WuLi auch schon etwas vergrĂ¶ĂŸert / verlĂ€ngert hat? Meine schon … ♄ *g* 

Heute Abend möchte ich euch gemeinsam mit der lieben Manuela von Manu’s BĂŒcherregal und der lieben Isabel von BĂŒcherlilien die Autorin Christiane Lind vorstellen. 

 

INterview mit Christiane Lind

 

Liebe Christiane, bitte stelle dich uns allen doch ĂŒber den Steckbrief kurz vor.

  • Name:  Christiane Lind
  • Augenfarbe: grĂŒn-braun
  • Haarfarbe: wechselnd, aktuell braun mit blonden und roten StrĂ€hnen
  • GrĂ¶ĂŸe: um die 1,75
  • Geburtstag: DarĂŒber schweige ich seit Jahren
  • Sternzeichen: SchĂŒtze, Feuerzeichen – echt doof, kurz vor Weihnachten Geburtstag zu haben
  • Heimatort: Mackendorf – das kennt so gut wie niemand J, ein 360-Einwohner-Dorf zwischen Helmstedt und Wolfsburg
  • Hobbys: lesen, Kater bespielen, Doppelkopf, joggen (gegen die viele Schreibtischarbeit), Balkon bepflanzen
  • Haustiere: 4 Macho-Kater, die erwarten, dass ich ihnen jeden Wunsch von den Augen ablese
  • Wenn ich 3 WĂŒnsche frei hĂ€tte: und man kann sich keine WĂŒnsche mehr wĂŒnschen 😉
    • Mehr Zeit, viel mehr Zeit 

    • Eine bessere Welt
    • 
 und den dritten Wunsch hebe ich mir auf fĂŒr schlechte Zeiten.
  • Das mag ich: BĂŒcher; Menschen, die BĂŒcher mögen; Ausschlafen können; Zeit zum Schreiben zu haben; friedlich schlummernde Musekater; Tage mit lieben Menschen verbringen; ĂŒberraschend Nachrichten im Internet finden, die mir den Glauben an das Gute in der Welt zurĂŒckgeben; eine Idee zu haben, die fĂŒr einen Roman trĂ€gt; wenn historische Ereignisse perfekt zum Plot meiner Geschichte passen; Eis; Fernsehserien; etwas Neues zu entdecken; England; Doppelkopf; bestimmt noch viel mehr, was mir einfallen wird, wenn ich den Fragebogen ausgefĂŒllt und abgeschickt habe 

  • Das mag ich nicht: HerzenskĂ€lte, Gemeinheit, Mobbing, Intoleranz, Unhöflichkeit, UnpĂŒnktlichkeit, bornierte Menschen, Grausamkeit gegenĂŒber SchwĂ€cheren, Gedankenlosigkeit, Arroganz; Umweltverschmutzung, Ungerechtigkeit – jetzt höre ich besser auf, bevor ich schlechte Laune bekomme, ach ja und auf jeden Fall: frĂŒh aufstehen mĂŒssen
  • Genre BĂŒcher: Frauenromane

 Du hast schon einige BĂŒcher veröffentlicht und kannst dich zu den erfolgreichen Autoren zĂ€hlen, doch war das kein leichter Werdegang fĂŒr dich. Auf deiner Homepage schreibst du selbst, dass der Deutsch Leistungskurs dir den Spaß am kĂŒnftigen Germanistikstudium verdorben hat. Nur aufgegeben hast du nie, stattdessen viele Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen gesammelt. Willst du uns mehr darĂŒber erzĂ€hlen?

Christiane Lind: Gern. Kurz vor dem Abi war es ein echter Schock, nicht mehr Deutsch studieren zu wollen, da ich mir das eigentlich seit der 1. Klasse gewĂŒnscht hat, weil mir Lesen und Schreiben so viel Spaß macht. Aber wenn ich den Traum erfĂŒllt hĂ€tte, wer weiß, ob ich dann je zum Schreiben gekommen wĂ€re. Vielleicht wĂŒrde ich mich nur mit Theorien zum Schreiben beschĂ€ftigen – da ist mir mein jetziges Leben doch lieber.

Ich langweile mich schnell und bin sehr ungeduldig, was dazu gefĂŒhrt hat, dass ich mehrfach den Beruf und auch den Wohnort gewechselt habe. Das war oft anstrengend, aber auch spannend und ich habe unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt, die sich bestimmt auch in meinen BĂŒchern wiederfinden. Über eine Freundin bin ich auch zum Schreiben gekommen. Wir waren damals so unglĂŒcklich in unseren Berufen, dass wir einen Krimi-Bestseller schreiben wollten, um nie mehr arbeiten zu mĂŒssen. Das hat nicht geklappt, aber mich mit dem Schreibvirus infiziert.

Das Einzige, was mich noch nie gelangweilt hat und immer noch fasziniert, ist das Schreiben, das Versinken in anderen Welten, das Leben mit meinen Figuren – und ich hoffe, dass das noch lange so bleibt.

 Ein Tag wie jeder andere – wie sieht er in deinem Leben aus?

Christiane Lind: Morgens um 6:00 Uhr beißt mich Herr Linus freundlich in die Wange, weil er meint, dass FrĂŒhstĂŒckszeit ist. Ich meine das nicht, aber weiß, dass ich gegen einen Kater keine Chance habe. Also stolpere ich in die KĂŒche, fĂŒttere die Belegschaft und lege mich wieder hin. Deutlich spĂ€ter wache ich auf, trinke Kaffee und erledige erst einmal die Hausarbeit, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Da ich vom Schreiben nicht leben kann, teile ich den Arbeitstag auf zwischen Brotberuf und Schreiben. Viel zu viel Zeit verbringe ich im Internet und wundere mich immer, wie plötzlich es Abend oder Nacht ist. Wenn mein Ehemann Zuhause ist, kochen wir gemeinsam, sonst gibt es etwas Schnelles.

Ich telefoniere mit Freundinnen oder Familie, schaue fern oder lese – und dann verkleide ich mich als maskierte RĂ€cherin und bekĂ€mpfe das Böse in den HĂ€userschluchten Kassels. Das habe ich jetzt nur geschrieben, damit mein typischer Tag etwas aufgepeppt wird.

 Welche Person hat dich geprĂ€gt oder aber dich inspiriert?

Christiane Lind: Meine Oma und meine Mutter haben mir die Liebe zu BĂŒchern vererbt.

 Welches ist dein Lieblingsbuch?

Christiane Lind: Das wechselt. Als Leserin habe ich andere LieblingsbĂŒcher als als Autorin. Als Autorin schaue ich oft, wie die BĂŒcher handwerklich sind. „Das Lied von Eis und Feuer“ bewundere ich fĂŒr die vielen Perspektiven und geschickten Wendungen und bin sehr, sehr gespannt, wie George R. R. Martin alles auflösen wird. An Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“ bewundere ich, wie konsequent sie die Geschichte zu ihrem Ende erzĂ€hlt – und ich finde die Hauptfigur sehr liebenswert.

Hast du auch einen Lieblingsautor / eine Lieblingsautorin?

Christiane Lind: Ich habe eher LieblingsbĂŒcher als Lieblingsautorinnen oder Lieblingsautoren. Und ich hĂ€tte ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich fĂŒr eines entscheiden mĂŒsste.

Man sagt, ein Autor steckt nicht nur Herzblut in seine Geschichte, sondern auch, dass in jedem seiner Charaktere auch etwas von sich selbst steckt. Trifft das auch auf dich zu? Und in welchem Protagonisten finden wir am meisten von dir?

Christiane Lind: Ja, auf jeden Fall. Ich bin der festen Überzeugung, dass man etwas von sich in jede Figur einbringen muss, auch – oder möglicherweise sogar ganz besonders – in die Bösewichte. Beim Schreiben versuche ich, mich in die Figur hineinzuversetzen und spiele oft Szenen nach. Das kann manchmal irritierend sein, weil ich viel Bahn fahre und dort schreibe. Schon öfter habe ich Ă€ußerst skeptische Blicke von Mitreisenden geerntet.

Das kann ich gar nicht sagen, wer am meisten von mir hat oder mir am Àhnlichsten ist, weil ich meine Figuren dann doch als eigene Persönlichkeiten sehe, die vielleicht ein bisschen von mir mit auf den Weg bekommen, aber sich selbst entwickeln, oft auch unabhÀngig von dem, was ich ihnen zugedacht habe.

Gab es schon mal Stellen in deinen Geschichten, die du im Nachhinein schweren Herzens gestrichen hast? FĂ€llt dir sowas leicht?

Christiane Lind: Leider viel mehr, als mir lieb ist. Ich hĂ€nge an jeder Szene und jeder Figur, aber meine Lektorinnen sind gnadenlos – und meist haben sie recht. Am schwersten ist es mir gefallen, „Im Land des ewigen FrĂŒhlings“ zu ĂŒberarbeiten. Es war einmal ein Jugendbuch und ich habe fast alles gestrichen, was in der Gegenwart spielte und es neu geschrieben. Das hat weh getan, war aber gut fĂŒr die Geschichte.

Ich bin eine große Sammlerin und hebe daher alle gestrichenen Szenen auf und hoffe, sie irgendwann einmal verwenden zu können.

 

Wie fĂŒhlst du dich, wenn ein Buch abgeschlossen ist? Wann beginnst du deine Charaktere zu vermissen?

Christiane Lind: Ich bin furchtbar schlecht im Abschiednehmen und versuche daher, das Ende noch ein bisschen hinauszuzögern und hier noch ein bisschen am Text zu polieren, da noch ein bisschen zu recherchieren. Wenn ich mich dann schweren Herzens von der Geschichte verabschiedet habe, kommt ja etwas Neues, in das ich mich hineinstĂŒrze, um den Trennungsschmerz zu bewĂ€ltigen.

Und ich sehe Leserunden oder die Romancewoche als wunderbare Chancen, meine Figuren wieder zum Leben zu erwecken und mit Leserinnen darĂŒber zu sprechen.

Ein paar deiner BĂŒcher sind unter Pseudonymen erschienen. Warum hast du dich dafĂŒr entschieden?

Christiane Lind: Bei den VerlagsbĂŒchern war das nicht meine Entscheidung, sondern Wunsch der Verlage. Meist soll damit sichergestellt werden, dass die unterschiedlichen Genres unterscheidbar sind oder man hofft auf einen Neustart, wenn die ersten BĂŒcher nicht so toll gelaufen sind.

Carolyn Lucas habe ich selbst ausgesucht, weil es mein erster Ausflug in die Fantasy und ins Self Publishing war, so dass ich da gerne eine Trennung haben wollte.

Soweit uns TrĂ€ume tragen spielt auf der Titanic. Wieso hast du dich gerade dafĂŒr entschieden?

Christiane Lind: Weil es so ein großes Drama ist und eine Geschichte so unglaublich vieler verpasster Chancen. Weil sich so viele Mythen und Geschichten um den Untergang der Titanic ranken.

Weil das Schiff so unfassbar luxuriös ist, dass es einfach Spaß macht, darĂŒber zu lesen und zu recherchieren. Weil sich in den Stunden des Untergangs Menschen von ihren extremsten Seiten zeigten, extrem großherzig, aber auch extrem egoistisch.


 und schließlich weil ich von der Geschichte fasziniert bin, seitdem ich das erste Mal darĂŒber gelesen habe. Damals (ist wirklich lange her! J) war ich acht oder neun Jahre alt und habe in einem der Readers Digest-BĂŒcher meiner Mutter geblĂ€ttert und bin auf eine Beschreibung der letzten Stunden an Bord der Titanic gestoßen. Das war so gruselig und dramatisch und spannend, dass ich von da an alles gelesen habe, was sich mit dem Schiff beschĂ€ftigt.

Wie es mit der Titanic endet, werden die meisten Leser ja sicher wissen. Aber brauchst du fĂŒr deine BĂŒcher ein Happy End oder darf es auch mal „böse“ fĂŒr die Protagonisten ausgehen?

Christiane Lind: Hmm, das ist eine spannende Frage, weil fĂŒr mich ein Happy-End nicht unbedingt heißen muss, dass Junge und MĂ€dchen sich bekommen.

Kennt ihr den Film „Muriels Hochzeit“ – den liebe ich, weil er so ein ungewöhnliches Happy End hat. Überhaupt ist „Muriels Hochzeit“ ein Film, aus dem man sehr viel ĂŒber Dramaturgie, Figurengestaltung und Spannung lernen kann. Und er ist mit ABBA-Musik.

FĂŒr mich muss das Ende zur Geschichte passen. Ich mag keine aufgesetzten Happy Ends, wo man das GefĂŒhl hat, die Geschichte wurde so hingebogen, weil ein Happy End nun einmal dazu gehört. Einige der grĂ¶ĂŸten Liebesgeschichten haben kein klassisches Happy End: Romeo und Julia, Love Story, Doktor Schiwago 


Wenn du dich entscheiden mĂŒsstest, in einem deiner BĂŒcher den Rest deines Lebens zu verbringen, fĂŒr welches wĂŒrdest du dich entscheiden?

Christiane Lind: Ach Du je 
Auf keinen Fall im Mittelalter, dafĂŒr hĂ€nge ich viel zu sehr an den Errungenschaften der heutigen Zeit wie Badewannen, Internet und Schmerzspritzen bei Zahnbehandlungen. Ich wĂŒrde „Das Haus auf der Blumeninsel“ nehmen, weil es auf Madeira und in Cornwall spielt. Dort wĂŒrde ich gerne leben. Außerdem spielt die Geschichte in einem Herrenhaus mit einem wunderschönen Garten. Und ich mag die Figuren sehr.

Obwohl, wenn es nach Figuren geht, wĂŒrde ich in „Ich warte auf dich, jeden Tag“ leben wollen. Lily und Alexander sind noch immer das Liebespaar, dem mein Herz gehört.

Vielen Dank, dass du dich unseren Fragen gestellt hast!

Christiane Lind: Vielen Dank fĂŒr eure spannenden Fragen; ich hatte viel Spaß beim Beantworten. Liebe GrĂŒĂŸe!

 

Nina, Manuela und Isabel

 

 

 

 

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