Julia Adrian – Die dreizehnte Fee ~ Erwachen

Guten Abend ihr Lieben!

Es war wieder einmal etwas stiller auf meinem Blog, doch das Ă€ndert sich heute 🙂 Das Wetter war einfach so bombastisch, da konnte ich einfach nicht anders und musste einfach mal weg vom PC und raus an die Sonne und die frische Luft!

Aber auch dabei ist das Lesen nicht zu kurz gekommen! Hier nun meine neuste Rezension: 

Julia Adrian

mit ihrem Buch 

Die dreizehnte Fee ~ Erwachen

(Cover mit besten Dank an den Drachenmond Verlag!)

Zum Inhalt:

Ich bin nicht Schneewittchen.
Ich bin die böse Königin.

FĂŒr tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer ĂŒberleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen HexenjĂ€ger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

»Kennst du das MĂ€rchen von HĂ€nsel und Gretel?«, frage ich flĂŒsternd. Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle MĂ€rchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.

Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. FĂŒr keine von uns.

 

Über die Autorin

„Meine Schreibbiografie beginnt wie die hunderter Autoren:
Ich liebe Buchstaben seit ich denken kann. Schwarze Wörter auf weißem Papier, ein Hauch von Staub, das Knistern beim Umschlagen, eine verborgene Geschichte.
Wie passt eine ganze Welt zwischen zwei Buchdeckel?
Wie kann sie uns so sehr gefangen nehmen und fesseln, dass wir selbst nach dem kleinen Wort ENDE noch in ihr verweilen, des Nachts von ihr trÀumen?
BĂŒcher – sie besitzen eine ganz eigene Art von Magie.
Wir werden zu Helden, zu Weltrettern, zu Liebenden.
Und wenn wir ein Buch zuschlagen, dann bleibt immer ein StĂŒck von uns in seinem Herzen zurĂŒck. Solange, bis wir uns erneut auf die Reise begeben und uns an die Stellen erinnern, an denen wir schon einmal entlang gekommen sind.  BĂŒcher. Magie und Kunst. Lasst euch verzaubern!“

Das schreibt die Autorin ĂŒber sich selbst. Lest mehr auf ihrer Seite

 

Mein Fazit und meine Rezension: 

Wer kennt sie nicht? Die dreizehnte Fee – die dunkle Fee aus „Dornröschen“, gefĂŒrchtet von allen, scheinbar geliebt von niemandem. SpĂ€testens seit der neuen Disney Verfilmung „Maleficent – die dunkle Fee“ ist uns Malefizia bekannt. In Julia Adrians Roman „Die dreizehnte Fee“ geht es um eben genau diese Fee, nur hat sie hier einen anderen Namen: Lilith. 

Wir finden uns in der MĂ€rchenwelt wieder und bereits zu Beginn des Buches wird der Leser mit einer schaurigen Szene konfrontiert, die niemals an den Einstieg in ein „klassisches“ MĂ€rchen erinnert, doch was ist schon „klassisch“ oder „traditionell“? Diese Frage stellt sich nicht nur der Leser, sondern auch die Protagonistin selbst. Aus einem langen Schlaf erwacht, findet sich die dreizehnte Fee im hohen Turm wieder, nackt, da ihr Gewand unter der BerĂŒhrung des Prinzen zu Staub gefallen ist, doch anstatt der Liebe, die sie sich erhofft (immerhin wird „der Liebe wahre Kuss“ sie aus dem todesĂ€hnlichen Schlaf befreien), wird ihr Furcht und Hass entgegengebracht. Ehe sie sich versieht, befindet sie sich in der Gefangenschaft des HexenjĂ€gers, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die anderen 12 Hexen – die Schwestern unserer Protagonistin – zu jagen und zu töten, denn diese herrschen grausam ĂŒber die einst so geliebte Welt. ZunĂ€chst begleitet sie den HexenjĂ€ger widerwillig, doch schon kurze Zeit spĂ€ter merkt sie, dass sie von ihm viel lernen kann: die menschlichen Emotionen. Noch irritiert von dem, was ihr widerfahren ist, scheint sie nicht nur ihrer IdentitĂ€t beraubt zu sein, sondern auch ihrer Magie. Angetrieben von der Rache gegen ihre Schwestern, macht sie sich gemeinsam mit dem HexenjĂ€ger auf den Weg, um jede einzelne von ihnen zur Rechenschaft zu ziehen und schon bald schwindet nicht nur die Magie, sondern auch eine Fee nach der anderen. Doch ist es wirklich das, was Lilith will? 

Mehr verrate ich noch nicht. 😉 

Wer denkt, er habe es hier mit einem MĂ€rchen zu tun, der irrt sich – zumindest wenn man die verklĂ€rt romantische Sicht auf MĂ€rchen hat, die uns einst Walt Disney aufgezeigt hat. Wir finden uns hier wahrhaft in einem MĂ€rchen wieder, doch ist es wirklich das: ein MÄR-chen. Von Liebe, Freundschaft, Vergebung und musicalĂ€hnlichen Auftritten ist hier nichts zu sehen / zu hören oder zu lesen. Wir befinden uns in einer harten Gegenwart, in einer RealitĂ€t, in der die Menschen vor Angst erzittern, wenn sie allein an die Gegenwart der Zwölf großen Feen denken, denn die sind keineswegs lieb, freundlich, klein und wollen dir deine WĂŒnsche erfĂŒllen. Mitnichten. 

So trifft man auf die „Kinderfresserin“, die tief unten in der Erde lebt auf einem Haufen von Kinderknochen und -schĂ€deln und ebenfalls nach dem Leben der dreizehnten Fee trachtet, immerhin hat diese die Macht sie zu stĂŒrzen. Neben ihren Taten hat sie auch ihre Magie stark gezeichnet und ihr den Verstand geraubt – Gretchen hat ihren Auftritt. Nach einem kurzen, aber heftigen Schlagabtausch, ist ihr Schicksal allerdings auch sehr schnell besiegelt. 

Weitere Schwestern folgen bald und man ahnt immer mehr, dass man es hier nicht mit einem MĂ€rchen zu tun hat. Julia Adrian entfĂŒhrt uns mit ihrem Buch „Die dreizehnte Fee“ in die Welt der Fantasie und Magie, doch fĂŒhrt sie uns diese so real vor Augen, dass man die Ängste der Menschen und auch der Protagonistin selbst spĂŒren kann. Der Zwiespalt, der Lilith schier zu zerreißen droht, ist fĂŒr den Leser greifbar und lĂ€sst ihn doch etwas verwirrt zurĂŒck. 

Wer ist Lilith? Ist sie gut oder böse? Wird sie tatsĂ€chlich all ihre Schwestern töten? Sinnt sie tatsĂ€chlich nur auf Rache oder will sie Mensch sein? Was ist mit ihrem grĂ¶ĂŸten Wunsch? 

Lilith war einst mĂ€chtig, doch ihre Magie hat sich verflĂŒchtigt. Wie sie in den Turm kam und warum sie in einen langen Schlaf gefallen ist, wird zunĂ€chst gut verschwiegen. Doch bemerkt man schnell, dass es sich hierbei nicht um eine Fee (oder auch Hexe) handelt, die mit sich im Reinen ist. Tief in ihrem Inneren ist immer noch das Böse verborgen, doch sie möchte gut sein, oder doch nicht? Einige Passagen sind wahrlich verwirrend fĂŒr den Leser und auch ich weiß bis jetzt noch nicht, was ich von ihr halten soll. 

Ebenso viele RĂ€tsel birgt fĂŒr mich der HexenjĂ€ger. Den Namen von ihn weiß ich bis jetzt noch nicht. Nach und nach erfĂ€hrt man, was er in der Vergangenheit erlebt hat und warum er auf der Jagd nach den Hexen ist. Doch was verbindet ihn und Lilith? Gibt es wirklich ein Schicksal, das beide verbindet oder aber fĂŒhrt er beide ins Verderben? 

Im Grunde genommen werde ich am Ende des ersten Bandes mit vielen offenen Fragen zurĂŒck gelassen. Ein guter Cliffhanger und eine wirklich gute Idee der Autorin, um den Leser weiterhin in ihrer Geschichte zu fesseln. Da die beiden Fortsetzungen bereits erschienen sind, ist es auch ein Leichtes, die Geschichte in einem zu lesen. 

Was mir wirklich sehr gefallen hat, waren die nicht zu langen Kapitel, ab und an wurde es ausschweifend, wenn es um die GefĂŒhle von Lilith ging, doch das hat einfach ihren inneren Konflikt noch stĂ€rker betont. Die MĂ€rchenwelt ist auch sehr gut und real beschrieben. Hier geht es nicht nur um liebenswerte Wesen – nein. Hier wird gezeigt, was passieren kann, wenn eine mĂ€chtige Fee in einen langen Schlaf verfĂ€llt und ihre Schwestern an die Macht kommen: Tod und Verderben prasseln auf die Menschen nieder. NatĂŒrlich hĂ€tte es auch das Gegenteil sein können – immerhin war ich etwas verwundert, dass Lilith als einstige Königin als eiskalt und unberechenbar beschrieben wird, ihre Schwestern ihr aber scheinbar in nichts nachstehen … 

Aber gut, bevor ich euch als kĂŒnftige Leser von Julia Adrian noch weiter verwirre oder euch die Spannung gĂ€nzlich aus der Geschichte raus nehme, nur so viel: 

Julia Adrian weiß, wie sie ihre Leser fesseln kann. Wer sich in der MĂ€rchenwelt auskennt und sich auch in der Welt der Fantasie heimisch fĂŒhlt, der ist bei dieser Reihe genau richtig! Doch sollte man nicht zu verklĂ€rt an die drei BĂ€nde herangehen und die rosa rote Brille mit Glitzer und Herzen absetzen: hier geht es nicht um eine große Liebe, die den Tod und die schwarze Magie bezwingt, sondern um sehr viel mehr und es ist wahrlich viel grausiger und realistischer als zuvor gedacht. 

Ich persönlich habe das Buch aufgrund seines Umfangs (206 Seiten) innerhalb kĂŒrzester Zeit durchgelesen und ja, es hat mich unterhalten, doch konnte es mich nicht so einfangen, wie ich es mir erhofft habe. Vielleicht werde ich die nĂ€chsten beiden BĂ€nde noch ausleihen und lesen, aber den Drang, jetzt, sofort und auf der Stelle den nĂ€chsten Band in die Hand zu nehmen, um zu wissen, wie es weiter geht, habe ich nicht. 

 

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten 

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Ein Gedanke zu „Julia Adrian – Die dreizehnte Fee ~ Erwachen

  1. Madlen T sagt:

    Huhu Nina,

    ist ja Schade, dass dieses Buch deine Erwartungen nicht ganz erfĂŒllen konnte. Dieses Buch ist wirklich nicht durchgehend spannend oder an die Seiten fesselnd, viel mehr lebt es von seinem wundervollen Schreibstil und den interessanten MĂ€rchenverlinkungen. Auf mich wirkte es teilweise wie eine Horroradaption von MĂ€rchen und in jedem Kapitel habe ich mich gefragt, auf welches MĂ€rchen ich wohl als nĂ€chstes stoßen werde und wie Julia Adrian dieses in ihre Geschichte verweben wird. Auch fand ich, dass in dieser Geschichte die Macht der Namen ein wenig deutlich wurde. Zum Beispiel war ich nach diesem Band glatt ein wenig enttĂ€uscht den Namen des HexenjĂ€gers nicht erfahren zu haben. ;-))

    Du scheinst trotz allem einige Punkte in der Geschichte entdeckt zu haben, die dich von sich ĂŒberzeugen konnten. Es freut mich, dass du auch Positives fĂŒr dich aus dem Buch ziehen konntest. Eine sehr schöne Rezension. ♄

    Ganz liebe GrĂŒĂŸe
    Leni

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