Eva-Maria Silber – Niemandsmädchen

Guten Abend ihr Lieben!

Es war länger etwas ruhig auf meinem Blog, doch das hat auch einen bestimmten Grund – dazu später mehr … 

Jetzt möchte ich euch erst noch mit ein paar Rezensionen überraschen 😉 

Den Anfang macht

Eva-Maria Silber

mit ihrem Ostfriesen-Krimi

Niemandsmädchen

Eva-Maria Silber Niemandsmädchen

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an die Autorin und Midnight Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 217 Seiten
Verlag: Midnight (14. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B01LY9IAV0
Preis: 3,99 € (eBook)

Zum Inhalt

Eine neue Kommissarin ermittelt in Ostfriesland – Der erste Fall für Hannah Adams

Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter.

 

Über die Autorin

Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt endlich mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.

 

Mein Fazit und meine Rezension

Im Landkreis Etzel geschieht im Mai 2009 ungeahntes: ein großes Unglück für Mensch, Umwelt und Tier bahnt sich an und alle Rettungskräfte werden mobilisiert, um die umliegende Bevölkerung zu evakuieren. Als ob das nicht genug wäre, verschwindet kurz darauf im Krankenhaus eine Mutter mit ihrem Neugeborenen. Mitten im Chaos wird Kriminalkommissarin Adams von dem Krankenhaus informiert und setzt alle Hebel in Bewegung, um die orientierungslose Mutter und ihr Neugeborenes wieder zu finden … doch wie soll man bei dem Chaos noch den Überblick behalten? Mit Hilfe der jungen und adretten Staatsanwältin Zapatka kämpft sich Adams durch die flüchtenden Menschenmengen und hin in ein unscheinbares Dorf, das viele Geheimnisse birgt…

Etzel im Mai 2009 … die Kavernen lecken, Gas strömt aus und die nähere Umgebung wird evakuiert, aufgrund der meteorologischen Gegebenheiten breitet sich das Gas weiter als erwartet aus. Als ich die vielen Berichte gelesen habe und mir dabei die traumhafte Landschaft vorgestellt habe, die ich seit meinem ersten Urlaub im Jahr 2011 nicht mehr aus dem Kopf bekomme und seitdem fast jährlich dort bin, hat mir der Atem gestockt. Tatsächlich hat es schon ähnliche Störfälle dort gegeben – eine Recherche im Internet hat es ans Tageslicht gebracht. Inmitten von all dem Chaos, den Rettungskräften und den Evakuierungsmaßnahmen bahnt sich eine weitere Katastrophe an: die junge Christina flüchtet mit ihrem neugeborenen Mädchen aus dem Krankenhaus, ihre Geburt wurde aufgrund eines Fahrradunfalls eingeleitet … ihr habt noch immer nicht genug? 

Okay, dann geht es weiter … 

Dem Leser wird bereits zu Anfang in eine angespannte Atmosphäre rein gesogen. Zuerst die Katastrophe in Etzel, dann das Gebahren der frisch gebackenen Mutter im Krankenhaus. Das süße Mädchen wird als „Affe“ betitelt und man muss mehrfach lesen, wie sie das Neugeborene vor lauter Ekel gepackt von sich stößt und es nicht annimmt. Was genau hat sie denn? Von einer Schwangerschaft will sie nichts gewusst haben, nimmt das Kind nicht als ihres an und ist geschockt darüber, dass man es ihr immer wieder aufzwingt. Und dann ist da noch die Sorge um ihren Ehemann oder besser gesagt, die nackte Panik, die sie bei dem Gedanken an seine Worte (und Taten) erfasst, wenn sie nur daran denkt, ihm nach zwei Tagen unentschuldigter Abwesenheit unter die Augen zu treten. Für sie ist es schnell klar: sie muss einfach nur weg aus dem Krankenhaus und damit der Affe sie nicht verrät, muss er mit. 

Ich war schockiert als ich gelesen habe, wie sie mit ihrer Tochter umgeht, wie lieblos sie in den Korb des Fahrrads wirft, das sie gestohlen hat und es inmitten der prallen Sonne einfach liegen lässt, nicht säugt und sich auch sonst nicht kümmert. 

Im Krankenhaus ist eines schnell klar: sie leidet unter einer Krankheit mit dem Namen „Neonatizid“, sie hat weder ihre Schwangerschaft wahrgenommen, noch die körperlichen Veränderungen, das Baby nimmt sie nicht an, empfindet es als Ballast und möchte es so schnell wie möglich los werden. Muttergefühle wurden nicht entwickelt. Eine dramatische Situation, insbesondere für die junge Staatsanwältin, die gerade in ihrem Privatleben einiges durchmachen muss. Dass Kriminalkommissarin Adams an jeder ihrer Fragen oder auch nur Reaktionen etwas auszusetzen hat und der jungen Staatsanwältin ständig Paroli bietet, macht es nicht einfacher. 

Mit Adams und Zapatka treffen zwei starke, aber vollkommen unterschiedliche Charaktere aufeinander. Adams, die von ihrer alten Behörde versetzt wurde, aufgrund eines dummen Vorfalles, kämpft sich als Frau in einer Männerdomäne sehr gut durch, sie ist bissig, verteilt Hiebe und steckt einiges ein, doch auch sie kann sehr gut austeilen – wie Zapatka erfahren muss. Die junge Staatsanwältin hat gesundheitliche Probleme und zu allem Übel hat ihr langjähriger Freund ihr eröffnet, dass er eine andere liebt – und das, obwohl sie schwanger ist. In diesem Zustand soll sie eine Frau suchen, die ihr eigenes Baby womöglich töten will. Wie soll es ihr da schon gehen? 

Mich hat die Geschichte sehr fasziniert. Ich war mitten im Geschehen drin, konnte mit beiden Frauen mitfühlen und habe auch während dem Lesen die Beiden angefeuert, dass sie Christina schnell und vor allen Dingen ihren Säugling lebend finden! Die Katastrophe um Etzel war stets mit von der Partie – wenn für mich auch eher im Hintergrund, doch konnte man die Ausuferungen auch während der Suche erkennen. 

Für mich ist es einfach unvorstellbar, wie eine Mutter ihr eigenes Kind verstoßen kann, es sogar töten möchte! Wie kann man ein solches Wunder nur vernichten wollen? Wie die Geschichte ausgeht, ob man Christina gefunden hat und ob die Gefahr in und für Etzel gebannt werden konnte, das lest ihr am besten selbst. Ich kann euch dieses Buch mit Spannung und Nervenkitzel auf jeden Fall weiter empfehlen! 

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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