Christiane Lind – Phillips letztes Geschenk

Guten Abend ihr Lieben und einen wunderschönen 4. Advent wünsche ich euch! 

Was habt ihr am letzten Adventswochenende gemacht? Habt ihr euch auch weiter auf Weihnachten vorbereitet? Ich war fleißig und habe – neben dem Lesen – auch noch den Weihnachtsbaum aufgestellt, denn während der Woche werde ich wohl keine Zeit dafür haben und der 24. ist bei mir auch für ein gemütliches Frühstück mit meiner Familie und etwas Bummeln in der Stadt reserviert 😉 Ihr seht also: ich bin vollkommen verplant! DOCH ich werde IMMER Zeit haben, um euch neue Bücher zu präsentieren! Dieses hier hat sogar etwas mit Weihnachten zu tun, denn die Protagonistin steuert auf diese Jahreszeit zu. 

Heute Abend stelle ich euch den Roman von 

Christiane Lind

mit dem wunderschönen Titel 

Phillips letztes Geschenk

vor!

(Cover und Rezensionsexemplar mit bestem Dank an die Autorin!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 186 Seiten
Verlag: Tinte & Feder (8. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503942503
ISBN-13: 978-1503942509
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 2,5 x 12,6 cm
Preis: 9,99 € (TB) / 3,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt

»Was hat er sich nur dabei gedacht?«, flüsterte Carolin, als ein schwarzes Kätzchen aus dem Transportkorb herauslugte …

Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz – obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!

 

Über die Autorin

Christiane Lind, Jahrgang 1964, wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich als Unternehmensberaterin und Sozialforscherin selbstständig machte. Neben Sachbüchern und Artikeln in Fachzeitschriften hat Christiane Lind bereits zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht.«Die Geliebte des Sarazenen» ist ihr erster Roman.

 

Mein Fazit und meine Rezension

Du weißt, dein Ende naht, der Tod steht dir bevor und es ist unausweichlich. Und: du hinterlässt einen geliebten Menschen. Wie wirst du damit umgehen? Ergibst du dich dem Kummer und dem Schmerz, einen geliebten Menschen leiden zu sehen? Gibst du auf, weil du sowieso nichts mehr tun kannst und den Kampf schon verloren hast? Oder aber möchtest du, dass etwas von dir bleibt – eine liebevolle Geste, ein wunderschöner Moment, warme Erinnerungen und Gedanken? 

All diese Fragen hat sich wohl auch Phillip gestellt. Phillip ist Carolins Ehemann, bei dem eine tödliche Krankheit festgestellt wird. Sein Ende ist schon besiegelt – doch der Weggang schmerzt ihn sehr und vor allen Dingen schmerzt es ihn, seine geliebte Frau allein zurück zu lassen. Also lässt er sich etwas einfallen. Kurz vor seinem Tod arrangiert er gemeinsam mit seiner besten Freundin Anka ein Treffen, um ein einmaliges Geschenk für seine Frau auszusuchen: einen wunderschönen und niedlichen schwarzen Kater. 

Carolin ist keine Katzenfreundin, sie hat keinerlei Haustiere und ist auch ansonsten eher kontaktscheu. Ob die kleine Samtpfote also in ihr Leben passt und vor allen Dingen ihr Herz für sich gewinnen wird? Kurz nach seinem Tod trifft das quirlige Geschenk unerwartet bei Carolin ein und stellt ihr Leben auf den Kopf. Die Trauer wird unterbrochen, weicht der Wut, geht bis zur Gleichgültigkeit, bis es das kleine Tierchen doch schafft, die Tür ihres Herzens zu öffnen. Carolin stehen einige turbulente Tage bevor … 

In dieser Geschichte geht es nicht in erster Linie um einen Kater, sondern um die Trauer einer Frau, die ihren geliebten Ehemann an eine tödliche Krankheit verloren hat. Er ist viel zu früh von ihr gegangen und hat ein tiefes Loch in ihrem Leben und in ihrem Herzen hinterlassen. Carolin ist allein, weiß nicht weiter, verschanzt sich Zuhause und will niemanden an sich heran lassen. Mit Phillip war alles anders gewesen, er hat immer versucht sie zu integrieren, hat seine Freunde auch zu ihren Freunden gemacht. Doch diese Zeiten sind vorbei. 

Carolins Trauer ist für den Leser erschreckend spürbar. Zunächst lernt man Phillip kennen, seine wunderbare Art und seine Fürsorge gegenüber seiner Frau und seiner besten Freundin Anka und dann – ist er plötzlich weg und Carolin ist eine gebrochene Frau. Niemand vermag sie aufzuheitern, niemand kommt an sie heran. Ich kann Carolin sehr gut verstehen. Einen solchen Verlust habe ich zwar noch nicht durchmachen müssen, doch kann ich mir vorstellen, wie schmerzlich es sein muss, wenn der geliebte Mensch, der Tag und Nacht an deiner Seite war und immer für dich da war, auf einmal weg ist … das einfach alles so leer ist und keinen Sinn mehr macht. 

Carolin ist einsam und traurig und sie hat Angst, doch all diese Gefühle wendet sie an, um sich zu schützen. Sie baut eine Barriere um sich auf und lässt niemanden mehr an sich heran. Jeder geht anders mit seiner Trauer um, jeder macht die Trauerphasen durch und man kann niemals sagen, wie lange es dauern wird. 

Bei Carolin hat man sehr schön erkennen können, wie die Trauer in blinde Wut umgeschlagen ist, zur Verzweiflung wurde und sich dann – mit einem Mal – geändert hat! Denn die kleine Samtpfote ist in ihr Leben getreten und hat es völlig auf den Kopf gestellt. Carolin mag das zunächst gar nicht so wahrgenommen haben, doch die Zeit der Trauer war mit seiner Ankunft vorbei – nicht, dass sie Phillip von jetzt auf gleich vergessen hätte! Das geschieht niemals! Doch der kleine Kater hat etwas geschafft, was den Menschen um ihr herum nicht gelungen ist: er hat ihr Herz berührt und ihr Liebe geschenkt, hat sich seine Liebe regelrecht von ihr eingefordert und sie somit tief berührt. Und mit einem Mal lernt auch Carolin wie schön es ist, nicht mehr allein zu sein und wie positive Gefühle auch auf andere Menschen ausstrahlen. Alles, was man aussendet, kommt zu einem zurück!

Ich kann euch dieses Buch einfach nur empfehlen! Carolin war mir anfangs auch etwas fremd, was lediglich mit ihrer Gefühlswelt zu tun hatte, doch mit der Zeit habe ich sie und das kleine Katerchen in mein Herz geschlossen. Der kleine Kater hat also nicht nur ihr Herz berührt, sondern auch meins!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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