Anne Mairo – Kleopatra im Aquarium

Hallo ihr Lieben!

Es ist Sonntag, das Wochenende ist fast vorbei – aber auch nur fast ūüėČ Viele Stunden bleiben uns noch, um den wundersch√∂nen Tag zu genie√üen. Ich sitze gerade hier mit meiner Tasse Tee und neben mir liegt das Buch, das ich euch jetzt vorstellen m√∂chte.

Es geht um 

Anne Mairo 

und ihrem Buch

Kleopatra im Aquarium

(Cover und Rezensionsexemplar mit bestem Dank an Pro-Talk Verlag!)

Zum Inhalt

Die 29-j√§hrige Mona hat scheinbar alles, was man zum Leben braucht: einen gutbezahlten Job in einer Werbeagentur, ihren liebevollen Freund Dennis, der auch noch backen kann, eine etwas anstrengende, aber sehr f√ľrsorgliche Familie und nicht zuletzt ihre besten Freundinnen Sophia und Jule, mit denen sie Freud und Leid teilt. Dann kommt der Tag, der alles ver√§ndert: Mona erh√§lt die Diagnose Unfruchtbarkeit. Sie beginnt, ihr gesamtes Leben in Frage zu stellen, und begibt sich auf die Suche nach ihrem eigenen Weg.
Mit lakonischer Knappheit und pointiertem Witz erz√§hlt Anne Mairo in ihrem Deb√ľtroman von der Neuorientierung und Sinnsuche einer jungen Frau. Dabei liefert sie eine treffende Analyse der 30er-Generation und ihrer Lebenswelt.

 

√úber die Autorin

Anne Mairo hat Germanistik und Geschichte in Berlin studiert und promoviert derzeit in Cambridge, Massachusetts √ľber deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Gemeinsam mit der Autorengruppe Kommando Torben B. h√§lt sie seit einigen Jahren zum Teil interaktive Lesungen auf verschiedenen Berliner B√ľhnen ab.

 

Mein Fazit und meine Rezension

Kleopatra im Aquarium – ein Titel, der aufregend klingt und doch zugleich den Leser verwirrt. Was genau soll sich hinter solch einem Titel verbergen? Was kann der Leser erwarten? Ich pers√∂nlich wusste es nicht. Mir hat tats√§chlich nur der Klappentext weitergeholfen (um im Laufe der Geschichte kl√§rt sich auch der Titel). 

Der Leser trifft in der Geschichte auf die 29-j√§hrige Mona, die mit ihrem Freund Dennis seit √ľber 5 Jahren zusammen ist und einen gut bezahlten Job in einer Werbeagentur inne hat. Doch von einem auf den anderen Tag schleicht sich nicht nur die Routine in der Beziehung ein, sondern auch in ihrem gesamten Leben. Doch bevor sich Mona darauf konzentrieren kann, wird ihr Leben vollkommen auf den Kopf gestellt: sie bekommt ihre Periode nicht! Ist sie etwa schwanger? Wie soll das Leben mit Kind aussehen? Was sagt Dennis dazu? Viele Fragen schie√üen ihr durch den Kopf. 

Leider offenbart ein Besuch bei ihrem Arzt jedoch eine andere Alternative: Mona ist nicht schwanger, sie hat einen Tumor an der Hirnanhangdr√ľse – Diagnose: ein gutartiger Tumor, der f√ľr sie die Unfruchtbarkeit bedeutet. Wie soll sich nun das Leben der jungen Mona entwickeln? Wollte sie √ľberhaupt Kinder? Werden ihre Zukunftspl√§ne jetzt √ľber den Haufen geworfen? 

Geworfen wird tats√§chlich eines: mit dieser Diagnose Mona aus ihrer Bahn! Und ich kann sie vollkommen verstehen! Ihr Leben war geordnet, routiniert, es fehlte wirklich der n√§chste Schritt – doch wie sollte der aussehen? F√ľr die meisten: Heirat, Kinder – eine eigene Familie. Doch welche Ziele hat man, wenn einem die Kinder (auf nat√ľrlichem Weg) verwehrt bleiben? Nat√ľrlich gibt es noch weitere Wege Kinder zu bekommen, das ist Mona auch bewusst – doch will sie das wirklich? Mona hinterfragt ihr Leben, ihre Lebensweise und all das, was sie sich aufgebaut und ertr√§umt hat. 

Von jetzt auf gleich ist alles anders. Nichts ist mehr normal. Sie sieht sich selbst nicht mehr als gesellschaftsf√§hig an. Und auf einmal hat nicht nur sie Probleme – auch die Leben der Anderen ver√§ndern sich. Ist das vielleicht der Lauf des Lebens? 

In dem Moment, als ein Arzt – ziemlich n√ľchtern und akkurat – Mona diagnostiziert, dass sie einen Tumor hat und unfruchtbar ist, habe auch ich inne gehalten und mich gefragt: was, wenn du an ihrer Stelle w√§rst? Wie w√ľrdest du dich verhalten? Ich bin ehrlich: ich habe keine Ahnung! Wie sie w√§re auch ich √ľberfordert und w√ľrde wohl alles in Frage stellen. Doch warum sollte ein „perfektes“ Leben immer Kinder, eine Familie und einen perfekten Job, am besten noch einen Haus mit einem wei√üen Gartenzaun beinhalten? Warum wird uns das von der Gesellschaft vorgelebt? Warum sollen wir alle gleich sein? Kann man nicht auch anders leben und trotzdem ein gutes Leben haben?

Doch, das kann man und ich kenne sehr viele Beispiele, die es tun, die nicht dem Stereotypen des Gesellschaftsleben folgen und trotzdem ein gl√ľckliches und zufriedenes Leben haben. 

Mona ist nach dieser Diagnose zwar verwirrt, doch eines ist sie nicht: eine gebrochene Frau! Mona w√§chst durch diese Diagnose, √ľberdenkt ihr Leben neu und zeigt allen Frauen: auch eine zun√§chst niederschmetternde Diagnose kann ein wunderbarer Neubeginn sein! Erfinde dich selbst und starte dein Leben neu! 

 

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten 

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