Blogparade – „Mein Job – meine Welt“

Hallo ihr Lieben!

Heute macht die Blogparade von Alexandra Götze’s neuem Buch bei mir Halt.

„Mein Job – meine Welt“

oder aber auch

Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls …

Wem ergeht es schon nicht so? Als ich die Gelegenheit hatte, mich für dieses Projekt zu bewerben, war ich doch etwas zwiegespalten. Sollte ich es wirklich wagen? Wollte ich mich tatsächlich dem einen Thema stellen? Ich hadere schon längere Zeit mit meinem Job und auch der Berufswahl.

Als Kind hatte ich verschiedene Träume: Astronautin oder Tierärztin, irgendwann kam dann auch noch die Polizistin dazu.

Die Astronautin habe ich ziemlich schnell wieder verworfen – die Mathematik hat mir da doch schlichtweg einen Strich durch die Rechnung gemacht und zwar in vielerlei Hinsicht. Also: weg damit!

Bei der Tierärztin war ich schon etwas hartnäckiger. Ich liebte Tiere schon von klein auf, hatte schon seit Beginn meines Lebens ständig Tiere um mich herum – vorwiegend Hunde und Katzen, später dann noch Zwergkaninchen und dann noch Meerschweinchen. Natürlich erfasste auch mich ziemlich schnell im Alter von ca. 12 Jahren der Wunsch, reiten zu lernen und so war ich auch oftmals auf dem Reiterhof unterwegs. Was mich jetzt letzten Endes von dem Berufswunsch abgebracht hat, kann ich euch heute gar nicht mehr so richtig sagen! Vielleicht war es die Tatsache, dass man nicht allen Tieren helfen konnte und dass einige – so weh es auch tut – ab und an doch von ihrem Leiden erlöst werden müssten und somit durch die Hand des Tierarztes einen friedvollen Tod finden würden. Irgendwann gab ich dann auch das Reiten auf (was aber nicht an den Tieren, sondern an der Lehrmethode der Reitlehrerin lag), kümmerte mich aber nach wie vor um unsere Tiere Zuhause. Auch heute kann und will ich mir ein Leben ohne Tiere nicht mehr vorstellen. Sie geben mir einfach viel zu viel! ♥ Doch leider: auch weg von der Liste!

Tja und dann war da noch die Polizistin. Die Polizistin kam mir, nachdem ich merkte, dass ich mich als Detektivin einfach nicht etablieren konnte und wählte somit einen Beruf, der angesehen war und dem doch schon etwas näher kam. Meine Faszination für Rätsel und Geheimnisse entdeckte ich auch ziemlich früh. Dieses Mal war der Auslöser ein Detektiv-Team (Trio), das mich einfach immer wieder mit in seine Geschichten riss und mich nicht mehr los ließ! Ich spreche hier natürlich von „Die drei ???“. Und ja, ich gebe es offen und ehrlich zu: ich liebe die Bücher heute noch! 😉 Auch als Polizistin ist man stets auf der Suche nach der Wahrheit mit einem sehr guten Instinkt und einem gewissen Spürsinn sowie einem großen Sinn für Gerechtigkeit. So ging es mir auch! Wie oft hatte ich Ungerechtes erlebt oder gesehen und konnte einfach nichts tun? Das wollte ich ändern! Ich hatte also große Ziele … doch auch aus denen wurde nichts.

Ich bin Rechtspflegerin, habe also ein duales Studium hinter mir und arbeitete bei Gericht und nun im Notariat. Wie ich dazu gekommen bin, fragt ihr euch? Eigentlich ist das ja nicht soooo weit weg von Polizistin, sagt ihr? Tja, ich hätte es auch niemals für möglich gehalten, dass ich einmal diesen Weg einschlagen würde. Es war auch eher ein Zufall …

Mitten in den Abiturvorbereitungen und dem ewigen hin- und herüberlegen im Hinblick auf die großen Fragen: was will ich mal werden (wenn ich noch größer und älter bin)? Was kann ich studieren? Soll ich überhaupt studieren oder wie wäre es mit einer Ausbildung? Ist Jura was für mich? Oder doch Medizin? Wo – verdammt nochmal – sehe ich MICH in 10 Jahren? Zu der Zeit war ich wirklich sehr nachdenklich und wusste eigentlich nur eins: ich hatte gar keine Ahnung, was ich tun sollte und was mich überhaupt „da draußen“ erwarten würde! Zum Glück (für mich) gab es auch damals – wie heute – die Beratungsgespräche der Agentur für Arbeit und in einem dieser Gespräche machte man mich auf den Beruf des Rechtspflegers aufmerksam. Und ja, auch ich hatte zu der damaligen Zeit noch nie etwas davon gehört. Und doch wurde es eine Option für mich.

Nach dem Abitur sind viele meiner Mitschülerinnen direkt ins Studium eingestiegen – ich wählte zunächst eine Ausbildung um zu sehen, ob es passt … es passte nicht wirklich, doch mein Weg war schon eingeschlagen: es sollte wirklich in Richtung Jura gehen. Wenige Zeit später begann ich mein Studium, zog es durch und endete in einem Amtsgericht. Nach einigen Jahren war klar: so geht es leider nicht – auch nicht aus familiären Gründen. Und so stand der erste Jobwechsel an.

In meinem kurzen Berufsleben habe ich schon einige Erfahren machen müssen – sowohl positive, als auch negative. Mir wurden Steine in den Weg gelegt, die für mich letzten Endes keine Hindernisse darstellten, sondern mir neue Wege aufzeigten, in dem ich andere beschritt! Schon bei meinem ersten Wechsel habe ich viel nachgedacht (ja, ich bin ein sehr kopflastiger Mensch!) und das Für und Wider abgewägt. Die eine und richtige, allumfassende Antwort ist mir dabei jedoch nicht untergekommen. Wie sollte sie auch?

Und hier komme ich nun auf das Buch von Alexandra Götze zu sprechen, denn genau hier setzt es an: in den Momenten, in denen man nachdenkt, einfach jede seiner Entscheidungen in Frage stellt, sich sogar selbst in Frage stellt und nur noch auf die richtige Antwort auf eine stumme Frage hofft.

Als ich den Titel gelesen habe, musste ich schon direkt inne halten: Ich liebe meinen Job – tue ich das wirklich? Liebe ich meinen Job? Stehe ich zu dem, was ich tue? Was ich gelernt habe? Hättet ihr mich vor einigen Wochen gefragt, so wäre meine Antwort sicherlich „NEIN“ gewesen. Nein, ich liebe meinen Job nicht, er geht mir auf die Nerven! Nein, ich stehe nicht zu dem, was ich tue und nein, ich hätte doch besser etwas anderes gelernt. Etwas, mit dem ich zufriedener bin, das mich vollends erfüllt und glücklich macht! Denn, wie heißt es so schön?

Tu, was du liebst und du musst nie wieder arbeiten!

JAWOLL! SO WILL ICH ES!

Das würde in meinem Fall heißen: Nina, schmeiß‘ alles hin! Vergiss, was du gelernt hast und erfülle dir deinen neuen Wunsch: schreibe, erschaffe, kreiere!

Ja, ich ♥liebe♥ das Schreiben, ich habe einen Hang dazu (merkt man das?)! Ich drücke mich gerne aus, habe Ideen, gehe ihnen nach, vervollkommne sie und lasse sie aus meinen Gedanken direkt durch meine Finger auf die Tastatur in den Computer fließen. SO soll es sein (und bitte nicht anders!). Aber … und hier ist die Krux! … womit soll ich bitteschön Geld verdienen? Auch als Autor muss man sich etablieren. Es ist harte Arbeit, man sitzt nicht nur einfach da und schreibt und das war’s! Auch nachdem das Buch zu (virtuellem) Papier gebracht wurde, ist noch eine menge Arbeit notwendig, bis es letzten Endes in einem Regal eines Buchladens zu finden ist! Und sowieso: wie soll ich die laufenden Kosten bezahlen? Was ist mit meinen monatlichen Ausgaben? Und dann hat sich dieser Gedanke aufgezwungen: willst du wirklich deinen (hart) erlernten Job aufgeben und ganz von vorne beginnen? Liegt es denn am Job oder vielleicht auch doch an dir? Waren nur die Kollegen und Chefs Schuld oder aber trifft dich auch eine Mitschuld? Natürlich nicht!

… oder vielleicht doch?

Alexandra Götze hat mich mit ihrem Job-Tagebuch wieder einmal zum Nachdenken angeregt. Meine grauen Zellen arbeiten … in vielen Passagen finde ich mich wieder, finde mein Denken wieder und möchte es endlich ändern! Ja, ich werde mit dem Schreiben beginnen (es lag doch ziemlich lange auf Eis…) und ja, ich möchte mich weiterentwickeln und endlich wieder Spaß an meinem Beruf und an meinem Leben haben. Doch (der Schock für alle!): nicht immer sind die anderen Schuld! Auch ich habe – tatsächlich – eine Teilschuld und muss das ändern! Nur, weil einige Dinge nicht so laufen, wie ich es gewohnt bin, ist es nicht gleich falsch! Nur weil die Bearbeitung von Sachverhalten nicht so läuft wie meine, heißt es nicht, dass der Ansatz falsch ist. Eben nur anders.

Ich bin ein Mensch, der ein Problem angreift und Lösungswege sucht – aber nicht nur, in dem ich Literatur wälze, sondern auch direkt diejenigen anspreche, die damit zu tun haben und darüber entscheiden! Ich kommuniziere.

Ein großes Problem von mir allerdings ist: ich konnte wohl noch nie Nein sagen … natürlich habe ich immer alles angenommen, was zu mir kam. Doch warum war dem so? Nicht, weil das NEIN ein Eingeständnis von mir war, etwas nicht tun zu können oder tun zu wollen, nein … bei mir steckt ein anderer Gedanke dahinter, den auch ich erst mal ergründen musste: hinter jeder Akte, die sich auf meinem Tisch befunden hat, die mit den Worten „hier, für dich!“ abgelegt wurde, habe ich tatsächlich den Menschen gesehen. Und ich meine jetzt nicht den Menschen, der mich für meine Leistung bezahlt, sondern den Menschen, der diese juristischen Komplexe nicht begriffen hat und dem man geholfen hat, sein gewolltes Ziel in die Tat umzusetzen. Dafür sind wir doch da, oder etwa nicht? Und genau deswegen konnte ich nie NEIN sagen – denn jede Akte, war/ist ein Mensch für mich und alle wenden sich an uns, da es nicht anders geht. Trotz allem hilft es nicht, wenn alle Problemfälle auf einen abgeladen werden und dieser eine unter der Last zusammenbricht. So kann das nicht gedacht sein!

Unter dieser Last bin ich zusammengebrochen und zwar physisch. Ich wurde öfter krank, konnte nichts mehr genießen und kam abends unbefriedigt und meist auch sauer auf den Job nach Hause. Meine Urlaube begannen mit viel Stress, noch auf dem Weg zum Auto dachte ich über alles nach, was kommen könnte, hatte ich alles richtig gemacht, ist alles vorbereitet … und stresste mich selbst am meisten damit. Natürlich kam es dann, wie es kommen musste: meist im Urlaub wurde ich krank und konnte die Freizeit nicht genießen. So auch in meinem letzten großen Urlaub. Und da entschloss ich für mich, die Reißleine zu ziehen.

Alexandra Götze hat mir mit ihrem Buch aufgezeigt, wie ich denken kann. Ich nehme bewusst das Wörtchen „kann“, denn es ist niemals ein „muss“ vorhanden. Sie zeigt wirklich nur Gedankengänge auf, ob man diese allerdings umsetzen kann (oder möchte), bleibt jedem selbst überlassen. Immerhin ging es in dem Buch um den Job von Bea, nicht um meinen. Ich kann nur einige Dinge, die dort erzählt wurden, in meinem Alltag wiederfinden und diese Anregungen an Lösungsansätzen aufnehmen und auch umsetzen.

Unter all diesen Gesichtspunkten habe auch ich mich hingesetzt und mal alles in aller Ruhe resümiert. Und was konnte ich daraus sehen? Ich hatte tatsächlich schon innerlich gekündigt und diese war für mich nicht mehr zu revidieren. Meiner innerlichen Kündigung folgte auch meine tatsächliche Kündigung. Und jetzt sitze ich hier und bereite mich auf einen neuen Arbeitsplatz vor und ich weiß schon jetzt, dort wird sich einiges ändern oder anders gesagt: dort werde ich mich ändern!

Ob es mir gelingt? Na ja, warum nicht? Ich bin zuversichtlich und glaube daran! Und meine anderen Ziele werde ich auch umsetzen 🙂

Denn – im tiefsten Innern – weiß ich: Ich liebe meinen Job! 

Wollt ihr mehr über das Buch und die Autorin erfahren? Dann schaut doch einfach mal auf ihrer Facebookseite vorbei!

Den nächsten Beitrag findet ihr morgen bei Melanie

6 Gedanken zu „Blogparade – „Mein Job – meine Welt“

  1. Nadine sagt:

    Hallo Melanie,
    du hast die Messlatte ganz schön hochgehängt😊. Sehr schön geschrieben. Ich werde RENO😉.

    Angenehmen Wochenstart!🍵

    Gruß Nadine von nature-sense.de

    • Nina sagt:

      Guten Morgen Nadine!
      Danke dir, für deinen Kommentar. Ich habe den Beitrag noch recht kurz gehalten – zu erzählen gibt es noch mehr, dich das sprengt irgendwann den Rahmen 😉 Und dann finde ich hier noch eine Kollegin vom Fach! Klein ist die Welt! Ich wünsche dir viel Erfolg und freue mich auf deinen Betrag!
      Liebe Grüße
      Deine Nina (Melanie wäre meine Schwester 😉 darauf höre ich also auch)

  2. Jessica sagt:

    Hallo Nina,

    schön geschrieben und einiges kann ich sehr gut nachvollziehen – Rechtsanwaltsfachangestellte. 😉 Ich kann also einiges, was du geschrieben hast, gut nachvollziehen.

    Dieser gesamte Rechtsbereich ist oft alles andere als einfach, gerade weil es eben um Menschen und Schicksale geht.

    Gruß Jessica

    • Nina sagt:

      Hallo Jessica,
      ich danke dir für deinen Kommentar 🙂 und ich finde es wirklich interessant, wie viele Kollegen des Fachbereichs hier unterwegs sind 😉 Du bist heute die zweite! Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Spaß in deinen Beruf!
      Liebe Grüße
      deine Nina

  3. Heike Lachnit sagt:

    Ich war sehr gespannt, was ich bei dieser Blogparade zu lesen bekomme und freute mich gestern, Deinen Beitrag vorzufinden. Es war sehr interessant, Deinen Weg zu lesen und auch super toll geschrieben. Vielen Dank für diesen Einblick.

    • Nina sagt:

      Liebe Heike,
      vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Ich war nur zuerst auch nicht sicher, was in meinem Beitrag stehen soll und irgendwann schrieb er sich wie von selbst! Ich freue mich, dass er dir gefallen hat und wünsche dir auch weiterhin viel Spaß bei der Blogparade!
      Liebe Grüße
      Deine Nina 🙂

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