Christel Noir – Der Engel von Paris

Guten Morgen ihr Lieben!

Heute möchte ich euch ein weiteres Buch vorstellen, dass ich im Rahmen einer Verlosung gewonnen habe. Mich hat der Buchtitel besonders angesprochen und auch das schlichte Design des Covers. Der Klappentext hat mich sehr begeistert und im Nachhinein kann ich nochmal meiner Glücksfee danken, dass ich bei der Verlosung gewonnen habe 🙂

Los geht’s also mit dem Buch von

Christel Noir

mit dem wunderschönen Titel

Der Engel von Paris

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Pendo / Piper Verlag!)

Zum Inhalt:

Ein Engel für Marie

Marie hat sich bisher meist um andere gekümmert: um den Buchladen im Pariser Stadtteil Montmartre, den sie von ihrem Großvater erbte, um den kauzigen Émile und die vorlaute Schülerin Noémie. Doch dann taucht plötzlich Éloïse auf, die behauptet, Maries Schutzengel zu sein. Und Éloïse hat eine Mission: Sie will Marie helfen, sich von der Vergangenheit zu lösen und eigene Träume zu verwirklichen – und am besten auch gleich den charmanten Josh anzurufen, den sie gerade erst kennengelernt hat. Der jungen Buchhändlerin bleibt nichts anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu fügen – doch dabei hat sie nicht mit dem himmlischen Ungeschick ihres Schutzengels gerechnet …

Über die Autorin:

Christel Noir arbeitet als Drehbuchautorin und Malerin. Für ihren ersten Roman »La confession des anges«, der 2014 in Frankreich verfilmt wurde, erhielt sie den Prix Montalembert. Ihr zweiter Roman »Der Engel von Paris« wurde in Frankreich mit dem Prix Messardière ausgezeichnet.

 
 
Mein Fazit und meine Rezension:
 
In dieser Geschichte treffen wir auf Marie, welche in der Wohnung ihres Großvaters lebt. Nach dem Tod ihres Großvaters führt sie seinen Buchladen fort und führt ihr Leben in dieser Routine gefangen weiter.
Eines Tages merkt sie aber, dass ihr etwas fehlt und zwar die Liebe, doch wie soll sie die Liebe finden?
Eines Tages wird Marie wach und entdeckt am Fußende ihres Bettes eine junge Frau, die sich als ihr Schutzengel Eloise vorstellt. Eloise ist ein junger Schutzengel und erst im Verlauf der Geschichte erfahren wir, was es mit ihrem Erscheinen tatsächlich auf sich hat. Eloise will Marie helfen, die Liebe zu finden und auch ihr Leben zu richten. Denn – was Marie bis dahin noch nicht wahrgenommen hat – anstatt ihr eigenes Leben zu leben, führt sie ständig das Leben von anderen weiter und denkt letzten Endes, dass die Träume der anderen, ihre eigenen Träume seien. Eloise hat sehr viel zu tun, um Marie davon zu überzeugen, dass sie nicht ihre eigenen Träume lebt und sie endlich auf die richtige Spur zu bringen.
Während dem Besuch einer guten Freundin lernt Marie den etwa gleichaltrigen Josh kennen, doch auch ihn umgibt ein Geheimnis. Josh ist gefangen in den Gefühlen (Schuldgefühlen) gegenüber seiner in jungen Jahren verstorbenen Frau Hélène. Das Unglück, das ihr widerfahren ist, lebt er aus, in dem er sein Glück hinten anstellt und sich sagt, dass er es nicht verdient hat. Josh lebt also nicht mehr, sondern leidet.
Josh und Marie kommen sich langsam näher und merken, dass sie viel mehr verbindet als nur die Einstellung zum Leben.
Kann Eloise Marie helfen, den richtigen Weg zu finden? Nimmt Marie dies auch an? Und: kann das Leben Josh und Marie zusammenführen?
 
Dies ist mein erstes Buch von Christel Noir, die Autorin war mir vorher gänzlich unbekannt.
Der Einstieg in die Geschichte rund um Marie ist mir zunächst etwas schwer gefallen, denn Christel Noir beginnt ihre Erzählung mit ausschweifenden und detaillierten Beschreibungen der Umgebung, wie die Sonne durch das Fenster fällt, was der Protagonistin auffällt oder aber gibt einfach einen Gesamtüberblick über die Szenerie. Das dürfte eher ihrem Geschick als Drehbuchautorin zuzurechnen sein, da man dort tatsächlich alles genau beschreiben muss. In der Geschichte hat mich dieser Erzählstil doch sehr oft gestört, sodass ich mehrfach überlegt habe, nicht das ein oder andere Kapitel zu überspringen. Letzten Endes hätte es der Geschichte selbst nicht geschadet.
 
Die Protagonisten haben mir sehr gefallen. Allen voran natürlich den stummen Emile und auch die trotzige Teenagerin Noémie; obwohl ich bei Noémie in einer Stelle des Buches tatsächlich Probleme hatte, das vorgestellte Alter auch tatsächlich zu „sehen“. Emile ist ein alter Freund von Maries Großvater und verbringt seine Tage damit, in dem Buchladen auf dem Boden neben einem Stapel von Büchern zu sitzen und diese zu lesen. Emile und Maries Großvater verbindet eine tiefe Freundschaft, die mitten im 2. Weltkrieg begann, als beide Jungen dieselbe Idee hatten und mit demselben Trick aus der Gefangenschaft fliehen konnten.
 
Noémie ist eine intelligente Schülerin, aber stets begleitet von der Einsamkeit. Noémie hat keine leichte Kindheit, ihre Eltern streiten sich ständig und der Leser vermutet dahinter eher eine anstehende Scheidung als einen „normalen“ Ehekrach. Es ist also kein Wunder, dass sie sich nach außen hin abkapselt und – damit sie unverwundbar erscheint – auch tatsächlich großspurig und vorlaut auftritt. Doch trotz allem steckt in der rauen Noémie ein liebes Mädchen, das einiges zu bewältigen versucht.
 
Die Hauptprotagonistin Marie lebt in meinen Augen in den Tag hinein. Sie hat ein Auskommen im Buchladen, er scheint auch besucht zu sein, doch ist auch stets von den très amigos die Rede, drei Männern / Obdachlosen, die mit gebrauchten Büchern in Kisten zu ihr kommen, um dafür Geld zu erhalten. Marie umgibt eine spezielle Aura, auch bei ihr ist nicht alles klar, sie ist von Trauer umhüllt und anstelle sich dieser zu stellen, lässt sie die Tür einfach zu und versucht sie nicht zu beachten, obwohl sie weiß, dass sie dort ist. Eben jene Tür ist auch tatsächlich vorhanden und somit nicht nur als ein wunderschönes Symbol für Trauer und Trauerbewältigung gedacht. Die geheimnisvolle Tür findet sich in der Wohnung ihres Großvaters und dahinter befindet sich das Zimmer, in dem er sich immer zurückgezogen hat. Die Tür war stets verschlossen und auch nach dessen Tod traut sich Marie nicht, einen Blick in die Vergangenheit oder aber die Geschichte ihres Großvaters zu werfen.
 
Ihr seht also, in dieser Geschichte trifft man nicht nur auf eine Protagonistin, die ein Geheimnis verbirgt und die schon einiges durchgemacht hat, sondern auf eine ganze Gruppe von Menschen, die alle Hilfe brauchen. Schutzengel Eloise hat also einiges zu tun und vermag auch den Menschen zu helfen, die nicht in ihre Obhut gegeben wurden.
 
An einigen Stellen hat mich die Geschichte doch sehr berührt. Die Trauer, die Josh umgibt, und auch die Angst, die er hat, weil er sein Leben nicht glücklich weiter leben will – immerhin ist er das seiner Hélène schuldig! – wird sehr gut beschrieben. Auch in mir hat sich manchmal ein beklemmendes Gefühl breit gemacht. Es gibt noch viele weitere solcher Bespiele, auch als Marie endlich ihre Geschichte ergründet und versucht ihr eigenes Leben zu leben. Doch mehr will ich hier nicht verraten.
 
Letzten Endes ist es ein Buch, das man lesen kann, das allerdings langatmig ist. Auch muss der (künftige) Leser beachten, dass er auch schnell überfordert bzw. überlastet wrid, da er nicht nur mit den Problemen und der Problembewältigung von einer Person beschäftigt ist, sondern direkt von mehreren. Alle Schicksale hängen aneinander und beeinflussen einander.
 
Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten
 
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