Antonia Hayes – Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Hallo ihr Lieben!

Es ist erst wenige Stunden her, seitdem ich das Buch von Antonia Hayes beendet habe und es klingt immer noch nach. Insbesondere ihre Dankesworte am Ende haben mir gezeigt, worum es in diesem Buch geht und dass es nicht nur eine reine Geschichte zur Unterhaltung der Leser ist, sondern – im Gegenteil – einfach mehr dahinter steckt! Doch seht selbst:

es geht um

Antonia Hayes 

und ihr Buch mit dem Titel

Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

(Cover und Rezensionsexemplar mit bestem Dank an blanvalet Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (22. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN – 10: 3764505753
ISBN – 13: 978-3764505752
Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 4,5 x 22,1 cm
Preis:  19,99 € (gebundene Ausgabe) / 15,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

„Alles, was geschehen kann, geschieht auch. Und genauso kann man alles vermasseln und trotzdem ein guter Mensch sein.“

Der zwölfjährige Ethan hat ein paar ungewöhnliche Talente. Physik und Astronomie sind für ihn so selbstverständlich wie Lesen und Schreiben, und er sieht die Welt auf eine Weise, die anderen Menschen nicht begreiflich ist. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Mutter Claire, aber je älter Ethan wird, desto öfter fragt er nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Er weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Doch dann setzt ein unerwartet eintreffender Brief eine dramatische Kette von Ereignissen in Gang …

 

Über die Autorin:

Antonia Hayes wuchs in Sydney auf, verbrachte ihre Zwanziger in Paris und lebt heute in San Francisco. Ihre Texte wurden in zahlreichen Magazinen veröffentlicht, außerdem arbeitete sie als Publizistin in der Verlagsbranche und als Buchhändlerin. »Die relative Unberechenbarkeit des Glücks« ist ihr Debütroman.

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Was genau stellt man sich unter dem Titel „Die relative Unberechenbarkeit des Glücks“ vor? Was erwartet man als Leser, wenn man das Cover sieht und sich dazu den Klappentext durchliest?

Diese Fragen habe ich mir zu Beginn gestellt und das Cover auch genau betrachtet. Einen Teil der Geschichte findet man im Cover wieder, man muss einfach nur genau hinschauen.

Abgebildet ist ein Junge auf einem Fahrrad, der einem pinken Kaninchen (das zunächst an das Kaninchen aus „Alice im Wunderland“ erinnern mag) mit der berühmten Gleichung von Albert Einstein „E = mc²“ hinterher fährt, auf einer Straße, die keinen Anfang und kein Ende zu haben scheint. Im oberen Teil ist eine Frau – fast zu hell um sie genau zu erkennen – zu sehen, die auf dem Weg ist und etwas zu suchen scheint; im unteren Teil betritt ein Mann den Weg, der ebenso hell und fast durchsichtig zu sein scheint. Auch er ist auf der Suche nach etwas, man vermag aber nicht zu sagen, wonach.

Das Cover hat mir zunächst einige Rätsel aufgegeben, doch die haben sich im Laufe der Geschichte zerstreut.

Der zwölfjährige Ethan ist nicht so wie jeder andere Junge in seinem Alter. Er hat besondere Begabungen und Talente, die ihn von seinen Klassenkameraden unterscheiden und ihn zum Mobbingopfer machen: Ethan ist außerordentlich intelligent und seinen Kameraden um einiges voraus. Er kann nicht nur schwierige mathematische Gleichungen und Formeln lösen, sondern ist auch im Bereich der Physik hochbegabt, vermag die Physik nicht nur in seinen jungen Jahren zu verstehen und nachzuvollziehen, sondern sie auch zu „sehen“.

Seine Mutter Claire, eine damals angehende Starballerina, ist allein erziehend und in ständiger Sorge um ihren Sohn, da ihn ein dunkles und wohlbehütetes Geheimnis umgibt. Den Vater ihres Sohnes erwähnt Claire mit keiner Silbe, denn sie hat ihm nach einen schrecklichen Vorfall aus ihrem und dem Leben ihres Sohnes verbannt. Umso erstaunter ist sie, als eben dieser erneut Kontakt aufnimmt und Ethan sehen möchte. Doch wie soll Claire mit all dem umgehen? Sie beschließt ihn zu ignorieren.

Nach einem Vorfall in der Schule, dessen Auslöser Ethans abwesender Vater war, gelangen Claire und Ethan an ihre Grenzen: Claire an ihre emotionale Grenze und Ethan an seine gesundheitliche. Wie viel kann man vor seinem eigenen Sohn verschweigen? Und ist es richtig? Was, wenn man ihm doch die Wahrheit sagt? Könnte diese sein Leben ruinieren oder versteht er dann, was es mit seiner besonderen Gabe auf sich hat?

Was genau geschehen ist und welches dunkle Geheimnis sich in Claires und Ethans Vergangenheit befindet, müsst ihr schon selbst lesen 😉

Die Geschichte von Antonia Hayes hat mich sehr berührt und das nicht nur aufgrund der geistigen Forderung – immerhin hat sie mich wieder einmal in den Physikunterricht versetzt und mir dann auch noch gezeigt, was einem alles im Studium erwarten könnte! Theoretische Physik ist hier das Stichwort: sicherlich interessant und definitiv komplex in seinem Spektrum, doch eindeutig nichts für mich 😉 Ich war immer diejenige, die sich eher mit Kunst und Literaturwissenschaften sowie Geschichte auseinander gesetzt hat. Physik war da nicht so ganz mein Fall.

Umso spannender war es, sich in diesem Buch erneut damit konfrontiert zu sehen und zwar aus der Sicht eines Kindes; hier aus Ethans Sicht, der eindeutig ein Genie ist! Dass seine Genialität genetisch bedingt ist, habe ich auch dann nicht bezweifelt, als ich hörte, dass sein Vater Marc theoretischer Physiker ist; dass diese Genialität jedoch auch so viel Kummer und Schmerz bereiten kann – und zwar im jungen Alter von 12 Jahren! – das hätte ich mir für Ethan allerdings nicht gewünscht. Als sich auch noch sein bester Freund von ihm abwendet und sein Geheimnis auf dem Schulhof ausspuckt und den anderen Kindern ins Gesicht schleudert, ist es vorbei. Ethan gibt sich vollends seinen Gefühlen hin.

Meine Reaktion wäre wohl sicherlich nicht so gewaltsam ausgefallen, wie die von Ethan, doch auch ich hätte harsch reagiert. Kinder können sehr verletzend sein. Doch Ethan ist für sein Alter schon ein großer Junge und weiß auch selbst, dass er den anderen Kindern weit voraus ist. Anstelle von altersgemäßen Kinderbüchern, liest Ethan auf dem Schulhof Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“, beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Physik und Astronomie und möchte aus persönlichen Gründen eine Zeitmaschine erfinden.

Claire und Ethan habe eine besondere Mutter-Kind-Beziehung, die sich auch aus dem dunklen Geheimnis heraus ergründet. Claire tut alles für ihren Sohn und würde ihm am liebsten von allen Problemen fernhalten, doch das kann sie nicht. Sie ist eine wundervolle Mutter und beweist dies in mehreren Momenten. Ich habe die größte Hochachtung vor ihr, denn sie hat ihr Kind letzten Endes allein großgezogen und auf ihren großen Traum zum Wohle ihres Sohnes verzichtet. Das kann man eben von seinem Vater nicht behaupten.

Marc war für mich nicht gänzlich fassbar in der Geschichte. Auch er wandelt eher in der theoretischen Welt, hat ständig physikalische Probleme im Sinn und scheint von der realen Welt so weit entfernt zu sein, wie die Sonne vom Neptun (oder noch weiter!). Er ist schnell überfordert mit dem „normalen“ Leben und vermag nicht richtig zu reagieren. Zunächst war ich doch perplex, dass Claire ihn aus dem Leben ihres gemeinsamen Sohnes ausgeschlossen hat, doch dann konnte ich es verstehen. Marc hat Dinge getan, die einfach unverzeihlich waren. Als Ethan und auch dem Leser gegen Ende der Geschichte ein Einblick in die Ermittlungsakte gegeben wurde, hat es mir mehrfach den Atem geraubt und auch die Kehle zugeschnürt. Mich hat es sehr mitgenommen und trotz allem ist aus Ethan so ein toller Junge geworden.

Wie ihr schon lese könnt, geht es in dieser Geschichte nicht nur um Physik, physikalische Gesetze, Theorien, Astronomie und weitere Naturwissenschaften, sondern auch um die Beziehung zwischen Mann und Frau, Eltern und Kind und die unbändige Liebe, die alles zusammenhält, egal was auch geschieht. Eine klare Weiterempfehlung von mir an alle Leser und ggfs. auch zukünftige Fans von Antonia Hayes!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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