Roberta Gregorio – Amore: Famiglia und andere Tragödien

Hallo ihr Lieben,

diese Rezension wollte ich eigentlich auch schon gestern gepostet haben, doch es kam mir was dazwischen 🙂 Auch nicht schlimm, so versorge ich euch heute mit einem neuen Roman, der mir im Wege einer Leserunde von der Autorin zur VerfĂŒgung gestellt wurde.

Es geht um den Roman von

Roberta Gregorio 

mit dem Titel

Amore: Famiglia und andere Tragödien

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an die Autorin!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 216 Seiten
Verlag: dotbooks Verlag; Auflage: 1 (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B01GG1BT88
Preis: 4,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

Carla will nicht so recht in die bayrische Provinz-Idylle ihrer Eltern passen. Erst als sie erfĂ€hrt, dass sie adoptiert wurde, ergibt alles einen Sinn. Auf der Suche nach sich selbst reist sie nach Italien – und findet eine glamouröse Mutter, einen liebevollen Großvater und eine geheimnisvolle, kettenrauchende Großtante. Das ist ihre wahre Famiglia 
 und fast zu viel Leidenschaft und Drama fĂŒr Carla. Was sie nun mit Sicherheit nicht braucht, ist ein waschechter italienischer Galan. Doch dann stehen gleich zwei vor ihrer TĂŒr und machen das Chaos perfekt. Grund genug, Hals ĂŒber Kopf zu fliehen 
 oder?

 

Über die Autorin:

Roberta Gregorio ist durch und durch ein Kind des SĂŒdens. Bayern, wo sie ihre Kindheit und Schulzeit verbracht hat, und Kampanien, wo sie jetzt mit Mann und zwei Söhnen lebt, haben auf ihren Charakter abgefĂ€rbt. Sie liebt das Dolce far niente, mischt diese Einstellung aber oft mit deutscher Gewissenhaftigkeit. Ein Kontrast, der sich auch in ihrer Schreibe zeigt.
Die Liebe zum geschriebenen Wort hat sie wÀhrend ihrer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin entdeckt.
Heute trĂ€umt sie von einem eigenen kleinen Hotel, in dem sie am liebsten nur Buchschaffende aus aller Welt beherbergen wĂŒrde.

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Dieser Roman ist nicht die erste Geschichte, die ich von Roberta Gregorio lese. Ich kenne ihren Schreibstil, der flĂŒssig und auch humorvoll ist, langweilig wird dem Leser dabei nie! Doch ab und an kann das Ganze (Sprache und Geschichte) auch zu extrem sein, sodass man als Leser gar nicht mehr weiß, wie einem geschieht. Aber erst mal zur Geschichte als solche:

Carla erfĂ€hrt rein zufĂ€llig durch ihren betrunken Vater am Weihnachtsabend, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Mutter ist, sondern dass ihr Vater eine Liebelei mit einer berĂŒhmten SĂ€ngerin hatte, aus der sie entstanden ist. Das Kind wurde dann als SĂ€ugling Vater regelrecht in die Arme gedrĂŒckt und die berĂŒhmte Mutter war fort. Soviel mal dazu.

Carla ist sich schon von klein auf bewusst, dass sie „anders“ als ihre Mutter ist und will auch nicht so gĂ€nzlich in das schnöde Familienleben hineinpassen, bis nunmal das wohlbehĂŒtete Geheimnis platzt. Carla ist außer sich, da ihre Eltern sie Jahrzehnte im Glauben gelassen haben, sie sei die leibliche Tochter von beiden. Doch ziemlich schnell können die aufpeitschenden Wellen wieder gemildert werden. Durch die ungewollte Hilfe ihrer WG-Mitbewohnerin kommt es dann auch zu einem Treffen mit ihrer leiblichen Mutter, das in einen Kurzurlaub in Italien ausartet. Dort trifft sie nicht nur ihre Mutter, die etwas verhalten gegenĂŒber ihr wirkt, sondern auch auf den Rest der Familie.

Allen voran auf Massimo und Paolo, zwei rassige MĂ€nner, die mit dem Auftauchen von Carla um deren Aufmerksamkeit und Liebe buhlen. So kommt es zu mehreren prekĂ€ren Situationen, aus denen nur der weise Großvater einen Ausweg weiß – erst, als auch dieser ratlos ist, erscheint auf wundersame Weise seine jĂŒngere Schwester Zia Filomena auf der BildflĂ€che und wirbelt die Familie ordentlich auf.

So viel erst mal zur Geschichte.

Ich konnte ziemlich schnell und auch gut in die Geschichte einsteigen, doch einige Reaktionen der Charaktere kamen mir absolut fremd und nicht authentisch vor. Als beispielsweise Carla zufĂ€llig erfĂ€hrt, sie sei nicht das leibliche Kind ihrer Mutter, ist ihre Reaktion verstĂ€ndlich. Sie rastet aus und will sofort die Wahrheit wissen. Die Eltern blocken ab – teilweise, weil sie bewusstlos vor lauter Alkohol im Bett liegen, teilweise, weil sie nicht fassen können, was gerade passiert. Als es am nĂ€chsten Morgen zur eigentlichen Aussprache kommen soll, beginnen im Laufe des GesprĂ€chs alle zu lachen und alles ist wieder gut … fĂŒr mich ist das unverstĂ€ndlich und auch unbegreiflich.

Andere Reaktionen, dass beispielsweise der Vater Carla nach Italien nachreist, da seine Ehefrau mit einem anderen Mann auf und davon ist und *ACHTUNG: SPOILER!* beide mal eben schnell neue Beziehungen eingehen, wollen mir auch nicht so wirklich in den Kopf gehen.

Paolo, als schmieriger Italiener, der nur auf das Geld aus ist, ist meines Erachtens auch schnell zu durchschauen, doch vielleicht ist Carla einfach zu ĂŒberwĂ€ltigt von ihrem neuen Leben und der Mutter, von der sie dachte, sie wollte sie nicht, und sie dann mit einem Mal mit offenen Armen empfĂ€ngt. Vielleicht ist es auch einfach nur die sĂŒdlĂ€ndische Kultur, die fĂŒr mich keinen Sinn ergibt…

Alles in einem war es ein amĂŒsantes LesevergnĂŒgen mit Höhen und Tiefen, wunderbaren Momenten und Tragödien, nur ganz ĂŒberzeugen konnte es mich leider nicht.

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

Hier könnt ihr das ebook bestellen.

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