Gaby Hauptmann – Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud

Hallo ihr Lieben!

An diesem wunderschönen und sonnigen Samstag möchte ich euch ein ebenso wunderbares Buch vorstellen … schaut euch allein das Cover an! Die Thematik des Buches ist allerdings nicht so freudig, doch seht selbst:

Gaby Hauptmann

mit ihrem Roman

Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud

(Cover mit bestem Dank an Piper Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (3. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492311105
ISBN-13: 978-3492311106
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 2,5 x 18,8 cm
Preis: 9,99 € (TB) /  8,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

Aus ihrem Schlafzimmer geht Gabriellas Blick über die sanften Hügel der Toskana. Sie braucht eine Auszeit von ihrem Job und ist nach vielen Jahren in das Haus ihrer Familie zurückgekehrt. Sie liegt in den weißen Laken ihres Bettes und beschließt, es den ganzen Sommer nicht mehr zu verlassen. Wer sie sehen will, muss sich zu ihr legen. Und alle kommen, vom Schornsteinfeger bis zum Pfarrer. Sie reden auch über Gabriellas Mutter, die rätselhafte amerikanische Schauspielerin, die eines Tages für immer verschwand. Gabriella hatte nur noch ihren Vater und die geliebte Haushälterin Emilia – doch mit jeder neuen Geschichte ihrer Gäste wird Gabriella klarer, dass die Dinge nicht so liegen, wie sie dachte …

 

Über die Autorin:

Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee. Ihre Romane sind Bestseller, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Außerdem veröffentlichte sie Erzählungsbände, Kinder- und Jugendbücher. Nach »Liebesnöter« und »Ich liebe dich, aber nicht heute« erschien zuletzt ihr Bestseller »Zeig mir, was Liebe ist«.

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Gaby Hauptmann hat mit diesem Buch eine Geschichte geschaffen, die so ganz anders ist, als die Geschichten, die ich schon kenne. Und ich habe schon viel gelesen.

Für mich ist es mein erstes Buch von Gaby Hauptmann, doch es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein!

Aber ich beginne mal von vorne:

Ich bin über den Buchhandel auf das Buch Aufmerksam geworden, als es in den Neuerscheinungslisten auftauchte. Klar, das Cover ist schön bunt und zeigt auch eine wunderschöne Aussicht, die zum Träumen einlädt (am liebsten auch zum Kofferpacken und einfach-nach-Italien-verreisen!), doch das war es nicht, was mich zum Lesen bewog. Mich hat die Geschichte hinter dem Titel interessiert:

„Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“. Ein Schelm, wer über diese Formulierung böses denkt 😉

Nein, es handelt sich bei der Hauptprotagonistin Gabriella nicht um ein „leichtes Mädchen“, das uns in dem Buch über ihre Bettgeschichten aufklärt. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Gabriella braucht eine Auszeit: von ihrem Beruf und ihrer Beziehung. Der Tod ihres geliebten Vaters bringt sie dazu, von der hektischen und immer wachen Stadt New York in ihre Heimat Castello in die Toskana zu ziehen – oder auch zu flüchten. So weit, so gut – oder so „normal“. Doch was ist schon normal? Auf der Beerdigung ihres Vaters merkt sie dann, dass sie tatsächlich eine Auszeit braucht und zwar vom Leben und all seinen Einflüssen. Ihr Vater war ihr einziger Haltepunkt und Fixpunkt, ihre Mutter verließ sie, als sie noch ein kleines Kind war und so bricht mit seinem Tod ein Stück ihrer Welt zusammen. Wie also soll es weiter gehen? Kann es überhaupt weiter gehen? Gabriella möchte eine Frage auf die Antworten haben, beschließt, sich ins Bett zu legen und dort nicht eher wieder herauszukommen, bis sie alles durchdacht und geklärt hat. Wer auch immer sie besuchen komme wolle, solle sie in ihrem Bett aufsuchen.

Somit ist eine ziemlich ungewöhnliche Einladung ausgesprochen. Und – was mich zunächst verwundert hat – die Menschen haben die Einladung tatsächlich angenommen! Anfangs waren die Treffen etwas verunsichert und distanziert, die Neugierde der Leute hat überwogen, doch wo kann man offener reden und ohne irgendwelche Ängste, als in einem Bett – oder, wie in Gabriellas Fall – in ihrem eigenen Bett?!

Als Leser erhält man auf diese eher ungewöhnliche Art und Weise zu trauern, einen tiefen Einblick in Gabriellas Leben, aber auch in das Leben ihres Vaters. Die Leute reden offen mit ihr und erzählen ihr viele Geschichten über ihren Vater, der ihr in einigen Dingen doch unbekannt war. So zeichnet sich nach und nach ein deutliches Bild von dem auch mir als Leserin unbekannten Verstorbenen ab – bis er irgendwann kein Unbekannter mehr ist. Und Gabriella ist eine sehr gute Zuhörerin.

Die Menschen im Ort fassen immer mehr Vertrauen zu Gabriella und kommen auch mit ihren eigenen Problemen zu ihr. Die Rolle, die einst ihrem Vater zugestanden hatte, hat nun sie eingenommen, wenn auch auf unkonventionelle Art und Weise.

Doch irgendwann ist es genug. Nach fast zwei Wochen verlässt sie ihr Bett. Es ist Zeit zu handeln, Fragen, die sich ihr stellen, zu beantworten und auch ein Geheimnis zu lüften, das sie seit ihrer Kindheit gequält hat: lebt ihre Mutter noch? Warum hat sie die Familie verlassen? War es die Schuld von Gabriella?

Wie ihr lesen könnt, beinhaltet das Buch wirklich keine „leichte“ Geschichte. Es geht um vielmehr: um den Tod, die Trauerbewältigung auf eine interessante Art und Weise, darum, den wahren Menschen hinter der verstorbenen Person kennen und neu lieben zu lernen und auch die Vergangenheit zu bewältigen und eventuell diese einen Schritt in die Gegenwart wagen zu lassen.

Gaby Hauptmann hat eine Geschichte niedergeschrieben, die ans Herz geht, zum Nachdenken anregt, aber die man auf keinen Fall wieder so leicht vergessen wird!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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