Julia Williams – Der vergessene Garten

Hallo ihr Lieben!

Heute Abend kann ich euch endlich die Rezension und mein Eindruck von dem Buch wiedergeben.

Es geht um das Buch von

Julia Williams 

und heißt

Der vergessene Garten

(Cover: mit bestem Dank an HarperCollins Verlag!)

Zum Inhalt:

Lovelace Cottage muss unbedingt renoviert werden. Aber seit dem Tod seiner Frau fühlt sich Joel allein gelassen. Sein kleiner Sohn, der Job – da bleibt kaum Zeit sich noch um Haus und Garten zu kümmern. Obwohl der Vater ihrer Töchter sie damals verließ, ist Laurel glücklich. Doch plötzlich ist er wieder da und mit ihm die Gefühle, die sie all die Jahre unterdrückt hat. Und dann kommt Kezzie aus London nach Heartsease. Mit ihrem Enthusiasmus und ihren Ideen bringt sie neuen Schwung in den Ort das Leben ihrer neuen Nachbarn. Doch auch Kezzie hat etwas, wovor sie davonläuft. Aber es ist ja Sommer, eine Zeit des Neubeginns, und vielleicht ist es genau das, was die drei am meisten brauchen – Sommer in ihren Herzen.

Über die Autorin:

Julia Williams wuchs mit sieben Geschwistern im Norden Londons auf und studierte in Liverpool. Nach einigen Berufsjahren im Verlagswesen widmet sie sich inzwischen ganz dem Schreiben. Während des Studiums lernte sie ihren Mann David kennen. Mit ihm und den vier gemeinsamen Kindern lebt sie mittlerweile in Surrey.

Mein Fazit und meine Rezension:

Was mich als aller erstes an dem Buch fasziniert hat war – neben dem Titel – das wunderschöne farbige Cover! Es ist noch schlicht gehalten und man vermag als Leser schon erahnen, dass dies der Eingang zu dem vergessenen Garten ist, aber man weiß es nun mal nicht genau.

Ich selbst liebe es mit Blumen zu werkeln, habe aber leider keinen eigenen Garten und so lange sich dieser Traum noch nicht erfüllt hat, nehme ich mit meinem Balkon vorlieb. Doch sobald ich einen Garten habe, dann geht es los! Mit der gleichen Leidenschaft, die Kezzie an den Tag legt, werde ich ebenfalls Beete umgraben, Unkraut jäten und dann auch noch Blumen pflanzen und – ja, vielleicht sogar mich auch ein bisschen an Landschafts- und Gartenarchitektur versuchen 🙂

In der Geschichte treffen wir zunächst auf Edward und Lily, ein Paar, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Er ist studiert, wohl situiert und wurde von seiner Mutter in die Gepflogenheiten der Gesellschaft eingeführt, wohingegen sie, zierlich, mit einem elfenhaften Gesicht, ebenfalls wohlsituiert, gänzlich an der Gesellschaft vorbei lebt und ein Freigeist ist. Sie liebt die Natur und verliert sich scheinbar in ihren Tagträumereien. Doch so ungleich sie doch sein mögen, sie lernen sich kennen und lieben. Leider mag es mit der Familienplanung nicht so ganz klappen, die ersten beiden Kinder verliert Lily und damit auch ihren Lebensmut.

Die Geschichte dieses wunderbaren Paares, dessen Liebe in dem geheimen Garten und in deren Architektur manifestiert wird, wird dem Leser erzählt, dann folgen Sprünge in die Gegenwart.
Wir treffen auf Joel, der seine Frau Claire durch einen plötzlichen Tod verloren hat und der nun allein mit seinem kleinen Sohn Sam in dem großen Haus mit großen, verwildertem Garten lebt, und scheinbar mit allem überfordert ist … doch Kezzie eilt ihm zur Hilfe, auf der Flucht vor ihrem eigenen Leben …

Bislang gefällt mir die Geschichte recht gut. Anfangs habe ich nicht sonderlich viel mitbekommen, was es denn jetzt mit Edward und Lily auf sich hat, bis sich herausstellt, dass Joel mit ihnen entfernt verwandt ist und dass er in ihrem ehemaligen Haus wohnt. Was die Personen alle zu einen scheint, ist die Faszination und die Liebe zu dem geheimnisvollen Garten. Doch liegt ein  finsteres Geheimnis über der Familie von Edward und Lily und scheint deren Vergangenheit gänzlich auszulöschen. Nur mit Hilfe von Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Malereien von Lily gelingt es Joel und Kezzie, die Familiengeschichte zu rekonstruieren und den Garten in seine alte (neue) Schönheit zurück zu führen. Und schlussendlich gelangen sie auch hinter das düstere Geheimnis, welches Jahrzehntelang über der Familie von Edward bis hin zu Joel lag.

Die Charaktere Joel, Kezzie und auch Lauren (Freundin der verstorbenen Ehefrau von Joel und Joels Babysitterin für Sam) sind allesamt gut beschrieben, nur scheint es ab und an zu viel zu sein. Die Autorin erzählt sehr ausschweifend: so braucht ein Protagonist vom Aufstehen, bis zur morgendlichen Dusche hin zum Frühstück schon gut seine zwei bis drei Seiten, bis er denn endlich mal seine Kaffeetasse in der Hand hält – das dämmt den Lesefluss doch ziemlich ein.

Was auch irritierend ist und erschwerend für den Leser hinzukommt: Jeder der Charaktere hat seine eigenen Probleme, die alle ausschweifend erzählt und dem Leser somit aufgebürdet werden. Im Zusammenhang mit der Familiengeschichte von Edward und Lily würde es ausreichen, dass man Joel zuhört und dessen Geschichte mit Claire und Sam (eventuell auch noch mit Lauren) erfährt, doch dann tritt noch Kezzie mit ihrem Liebesleben und den beruflichen Neustart auf die Bühne, gefolgt von Lauren, welche von ihrem Exfreund heimgesucht wird, der auf einmal (nach vier Jahren) väterliche Gefühle für die gemeinsamen Zwillinge hegt… mit der Zeit wird es ziemlich viel. Leider kommt es dann auch häufig dazu, dass sich die Charaktere untereinander regelrecht mit Sorgen überschütten. Jeder lädt seine Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und Beschwerden bei dem jeweils anderen ab. Man „beschwert“ sich doch recht viel und gegen Ende sind mir einzelne Charaktere mit ihrem Gejammer doch sehr negativ aufgefallen.

Die Geschichte als solche, die hinter all dem steckt, nämlich die von Lily und Edward wird irgendwann hintergründig, bis sie gegen Ende neu aufgerollt wird und dem Leser einen vollständigen Einblick hinter die Fassade gibt. Schlussendlich wird das Geheimnis um Edward und Lily gelüftet.

Ja, ich kann das Buch weiterempfehlen, allerdings nur mit dem Hinweis, dass es ausartet, an einigen Stellen langatmig und eventuell – aufgrund der Charaktere – „nervig“ wird. Letzten Endes ist es die Geschichte von Edward und Lily, die eine tragende Rolle spielt, das sollte der Leser über all die Seiten nicht aus den Augen verlieren.

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

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