Ina Rudolph – Auf ins fette, pralle Leben

Hallo ihr Lieben,

heute kann ich euch die Aktualisierung liefern, denn ich habe das Buch durchgelesen … zugegeben, nicht so schnell wie sonst, doch das hatte auch einen bestimmten Grund 🙂 In dem Buch stellt Ina Rudolph 12 Experimente vor, wie man sich das Leben leichter machen kann. Ina Rudolph hat diese immer pro Monat angewandt- also immer eins nach dem anderen. Da ich jedoch nicht ein ganzes Jahr an diesem Buch lesen konnte (das bekomme ich einfach nicht hin! *g*), habe ich die Experimente im Schnelldurchlauf ebenfalls angewandt. Und hier könnt ihr mein Ergebnis lesen.

Ina Rudolph 

mit dem wunderbaren Titel

Auf ins fette, pralle Leben

(Cover: mit bestem Dank an Randomhouse Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Kösel-Verlag (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3466310393
ISBN-13: 978-3466310395
GrĂ¶ĂŸe und/oder Gewicht: 14,2 x 3,2 x 22,1 cm
Preis: 17,99 € (gebundene Ausgabe) /  13,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

In einem Selbstversuch begab sich Ina Rudolph fĂŒr ein Jahr auf die Suche nach dem schönen und entspannten Leben. Ihr Ziel war es, herauszufinden, wie sie wirklich leben möchte. Jeweils einen Monat testete sie daher eine Idee, die dabei helfen soll, das Leben einfacher zu machen: Tu immer nur eine Sache auf einmal, sorge dich nicht um Dinge, die ziemlich wahrscheinlich nie eintreffen, lebe ganz im gegenwĂ€rtigen Moment.

In 12 lebendig erzĂ€hlten Geschichten berichtet sie davon, wie es ihr bei dieser Reise in die Welt der eigenen Gewohnheiten erging. Ihre Erkenntnisse inspirieren dazu, das eigene Leben zu hinterfragen und zu ĂŒberprĂŒfen, was man selbst gerne Ă€ndern wĂŒrde. So entsteht ein Bild davon, wie man wirklich leben will.

 

Über die Autorin:

Ina Rudolph wurde an der renommierten Hochschule fĂŒr Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin in der darstellenden Kunst ausgebildet. Sie arbeitete viele Jahre fĂŒr Fernsehen und Kino und hat an DrehbĂŒchern und TheaterstĂŒcken mitgeschrieben. Im FrĂŒhjahr 2008 erschien als erste Veröffentlichung der ErzĂ€hlband „Sommerkuss“ mit sieben ErzĂ€hlungen. Sie ist als Trainerin fĂŒr „The Work“ von Byron Katie ausgebildet und hĂ€lt dazu VortrĂ€ge, gibt Seminare und bietet Einzelberatungen an. Ina Rudolph lebt in Berlin.

 

Meine ersten LeseeindrĂŒcke:

Das Buch ist in einzelne Kapitel und somit auch Übungen aufgegliedert. Hier seht ihr die Übersicht:

  1. Gelebte Umkehrungen – Gewohnheiten durchbrechen
  2. Guten Morgen, liebe Sorgen
  3. In den eigenen Angelegenheiten bleiben
  4. Ärgerlicher Ärger
  5. Das Ja im Nein – aufrichtig kommunizieren
  6. Das Geschenk der Kritik
  7. Hetzerei – unser schnelles Leben
  8. Ohne Streben nach Verbesserung
  9. Nach Liebe, Anerkennung und WertschÀtzung suchen
  10. Wahrnehmen, ohne zu bewerten
  11. Den Gedanken im VerstÀndnis begegnen
  12. Im Hier und Jetzt

 

Ich werde euch jetzt zu verschiedenen Abschnitt meinen Eindruck schildern und ggfs. auch meine Probleme mit der Umsetzung einiger Experimente (natĂŒrlich könnte ich euch jedes einzelne beschreiben, doch ich möchte nicht alles vorweg nehmen):

 

Kapitel 1 – Gelebte Umkehrungen – Gewohnheiten durchbrechen

In diesem Kapitel stellt Ina Rudolph die Gewohnheiten des Menschen vor, die sich in ein Leben einschleichen und nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr wegzudenken sind. Wir Menschen sind einfach Gewohnheitstiere. Sie hat es an folgendem Beispiel dargestellt: Ina fĂ€hrt mit ihrer Tochter immer eine bestimmte Strecke mit dem Fahrrad. Irgendwann gabelt sich der Weg, gewöhnlich nehmen sie immer den rechten Weg. Eigentlich ohne jeglichen Grund, doch allein dieser Ausbruch aus der „NormalitĂ€t“ oder der „Gewohnheit“ stellt sie und ihre Tochter vor eine große Herausforderung. ZunĂ€chst fĂŒhlt es sich befremdlich an, eben nicht wie gewöhnlich, doch dann wird auch dieser Weg aufregend, zeigt Neues und wird richtig toll! Ich habe mir einmal angeschaut, welchen Gewohnheiten ich so nachhĂ€nge … es beginnt bei meinem morgendlichen Ritual des Kaffeetrinkens. Jeden Tag beginne ich mit einer Tasse Kaffee. Eigentlich nichts außergewöhnliches, Routine und fĂŒr viele Menschen wohl derselbe Ablauf. Doch wie wĂ€re es, wenn ich diese Gewohnheit einfach mal durchbreche und statt des Kaffees einmal Tee trinke? Und dann das Ganze steigere, in dem ich auch  noch unterschiedliche Sorten trinke und nicht immer nur dieselbe? FĂŒr mich war es eine Herausforderung, war ich den herben Geschmack der frisch aufgebrĂŒhten Bohne doch gewöhnt. Das ging sogar soweit, dass ich dachte: „Ohne Kaffee, kann ich nicht fit in den Tag starten!“ Doch war das wahr? Ich habe es ausprobiert, bin auf Tee umgestiegen und habe auch unterschiedliche Sorten versucht und – siehe da! Auch mit Tee hatte ich einen guten Start in den Tag und habe sogar auch die positiven Auswirkungen auf meinen Körper gemerkt: so war ich mit dem Kaffee in Stresssituationen ziemlich schnell an meinem Limit angelangt und wurde regelrecht biestig – doch keine Spur davon, beim Tee! Ich war gelassen und ruhig. Experiment Nummer 1 ist geglĂŒckt!

 

Kapitel 3 – In den eigenen Angelegenheiten bleiben

Was kann man sich darunter vorstellen? Eigentlich doch recht simpel: wenn mich etwas nichts angeht, dann sage ich nichts dazu, mische mich nicht ein und teile meine Meinung nicht mit. Doch wann ist etwas meine Angelegenheit und wann nicht? Wann sollte ich einschreiten und wann einfach nicht? So simpel, wie es zu Beginn scheint, ist das Ganze nĂ€mlich gar nicht. Meine Angelegenheiten betreffen mich, die Angelegenheiten der anderen beginnen jedoch schon dort, wenn ich ihnen (und wenn auch nur in Gedanken) sage, was sie tun und lassen sollen. „Er oder so sollte mal nichts so schnell fahren“ oder „War das da jetzt nötig?“ Doch sind das dann meine Angelegenheiten? Nein, sind es nicht. Ich sollte mich um mich kĂŒmmern und um das, was mich wirklich betrifft. Ob sie oder er so fĂ€hrt wie er oder sie fĂ€hrt, ihre/seine Arbeit so macht oder ihre Pause lĂ€nger als nötig macht und frĂŒher geht. All das sind nicht meine Angelegenheiten, denn ich kann sie nicht steuern. Und wie gut tut es, wenn man erst merkt, was wirklich seine eigene Angelegenheit ist und was nicht. FĂŒr was man verantwortlich ist und fĂŒr was einfach nicht. Ich verrate es euch: sehr gut! Und ab und an tut es auch gut, wenn man andere darauf hinweist, was meine und ihre Angelegenheiten sind …

 

Kapitel 9 – Nach Liebe, Anerkennung und WertschĂ€tzung suchen

Dieses Kapitel hat mir wahrlich die Augen geöffnet und ich habe mich auch tatsĂ€chlich darin wieder erkannt. Typisch Frau (zumindest geht es mir so): kaum ist sie unzufrieden, hat sie ein unbĂ€ndiges BedĂŒrfnis nach Kuschel- und Knuddeleinheiten. Wie oft habe ich dann zu meinem Freund gesagt „Schatz, ich brauche jetzt eine Umarmung“ und was kam? Ein verstĂ€ndnisloser Blick und das wars. Oftmals habe ich nicht verstehen können, was an einer Umarmung so schwer sein sollte. Warum kam er meinem BedĂŒrfnis einfach nicht nach? Ich wollte ja keinen Heiratsantrag – verdammt nochmal, sondern nur eine Umarmung! Und genau da fĂ€ngt das Problem an. ICH wollte eine Umarmung, bekam sie nicht und suchte den Grund dafĂŒr, steigerte mich in etwas hinein, das in „Er liebt mich nicht mehr“ oder „Er liebt mich nicht so, wie ich ihn liebe“ endete und schnell entstanden MissverstĂ€ndnisse. Doch jetzt betrachten wir das Ganze doch mal aus einem anderen Blickwinkel: schauen wir uns ihn an. Ich stehe da und verlange eine Umarmung, ihm ist nicht danach. Warum sollte ich ihn dazu zwingen können, mir eine Umarmung zu geben, wenn er sich damit unwohl fĂŒhlt? Warum sollte ich nach so viel Liebe und Aufmerksamkeit haschen, wenn sie doch immer allgegenwĂ€rtig ist? Nur ich selbst habe mir das schlechte GefĂŒhl eingeredet und ihn damit unnötig provoziert oder gar gekrĂ€nkt. Nein, jetzt nicht mehr. Ich achte darauf was ich denke und wie ich es sage und wenn ich wirklich ein BedĂŒrfnis nach Kuscheln und Knuddeln habe, dann sage ich ihm das, werde mir aber trotzdem bewusst, dass er mich liebt und er mir immer all das gibt, was ich in der Beziehung brauche, ohne direkt an seiner Liebe zu zweifeln.

 

Kapitel 10 – Wahrnehmen ohne zu bewerten

Auf dieses Kapitel habe ich mich sehr gefreut! Gefreut deswegen, da ich schon an einem Achtsamkeitskurs teilgenommen hatte und auch dort erstmals mit dem Gedanken „Wahrnehmen ohne zu bewerten“ konfrontiert wurde. Und damals fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Doch dieses Mal wusste ich ja schon,um was es ging und konnte direkt los legen. Die Wertung oder Bewertung fĂ€ngt direkt beim Aufstehen an. Wir blicken aus dem Fenster und schauen in den Himmel … „schlechtes Wetter“ heißt es dann, wenn es regnet. Auf der Autobahn dann ein Auto, das nicht schnell fĂ€hrt und geradezu im Weg ist „Idiot, bleib doch Zuhause. Hast du den FĂŒhrerschein im Lotto gewonnen?“. Eine Wertung folgt auf die nĂ€chste. Zu allem, was wir sehen, haben wir eine Meinung. Geht doch einfach mal in die Stadt und schaut euch um. Was seht ihr? „Oh mann, wie kann DIE nur so ein Kleid tragen?“ „Oh Gott, hast du DIE Frisur gesehen?“ StĂ€ndig sind wir am bewerten, doch wer wĂ€ren wir ohne diese Bewertungen. Wenn wir einfach nur mal schauen, wahrnehmen, ohne weiter zu denken. Dann sehen wir einen jungen Mann mit einer Frisur, die man nicht alltĂ€glich sieht, eine Frau in einem Rock. Das war’s! Wir nehmen uns Urlaub von unseren Gedanken, nehmen einfach nur wahr und – haben einen vollkommen freien Kopf 🙂 Ohne Wertung, ohne stĂ€ndiges Nachdenken, einfach frei! So soll das sein! Versucht mal einfach nur wahrzunehmen – nicht zu bewerten. Es ist anstrengend und mag nicht einfach sein, denn nicht hinter jedem Gedanken vermutet man eine Bewertung, doch hinter den meisten mag sie stecken. Erkennt die Bewertung und Ă€ndert es. Einfach nur schauen. Sonst nichts.

 

Und nun mein liebstes Kapitel:

Kapitel 12 – Im Hier und Jetzt

Ja, im Hier und Jetzt sein. Ebenfalls ein Gedanke aus der Achtsamkeit, der sich simpel anhört, doch wer kann schon von sich behaupten, ihn zu leben? Wie oft am Tag hĂ€ngen wir unseren Gedanken nach? Planen den weiteren Tagesablauf, morgen, ĂŒbermorgen, blicken zurĂŒck in die Vergangenheit. Automatisch verrichten wir unsere Arbeit, ohne tatsĂ€chlich anwesend zu sein. Körperlich vielleicht ja, aber nicht geistig! StĂ€ndig sind wir uns selbst wieder vier oder fĂŒnf Schritte voraus. Doch was, wenn man einfach mal inne hĂ€lt. Stoppt. Nichts tut und im Hier und Jetzt verweilt. Ich habe es versucht, mehrfach, ab und an bin ich gescheitert oder sagen wir mal so: ich bin nicht gescheitert, ich bin mir vielmehr wĂ€hrend meiner Übung bewusst geworden, dass ich wieder gedanklich abdrifte und habe ich wieder ins Hier und Jetzt zurĂŒckgeholt. Einfach mal Kaffeetrinken oder Tee ohne zu denken, die warme Tasse anzufassen, sie langsam zum Mund zu fĂŒhren und die heiße FlĂŒssigkeit langsam in den Mund laufen zu lassen, dort mit der Zunge hin und her zu balancieren und sie schließlich im Rachen hinunterlaufen zu lassen … einfach trinken, sich dessen bewusst sein, voll und ganz DA sein und sonst nichts tun. Genau so sollten wir leben, bewusst fĂŒr jeden einzelnen Tag und jeden Moment, denn das Heute ist Morgen schon Vergangenheit und zĂ€hlt nicht mehr. Also: genießt das Leben im Hier und Jetzt!!!

Dies waren nur kleine Einblicke in viele Experimente und GedankengÀnge, die ich wÀhrend dem Lesen durchlebt habe. Jeden einzelnen konnte ich verfolgen und aufrecht halten. Die einzelnen Kapitel haben mir einiges beigebracht, mir einige Fragen gestellt, die ich kritisch betrachtet und auf mich und mein Leben angewandt habe:

Wie breche ich mit Gewohnheiten? Wie kann ich meine Komfortzone verlassen, ohne dass ich mich damit belaste? 

Wie gehe ich mit meinen Sorgen um und wie kann ich die Sorgen so betrachten, dass sie nicht mehr so schlimm sind? 

Warum Ă€rgere ich mich und was bringt es mir? 

Wie sage ich meine Meinung, ohne jemanden zu verletzen und wie kann ich selbst mir am nĂ€chsten sein und auch wirklich das sagen und tun, was ich denke? 

All diese Fragen werden behandelt und beantwortet, gespickt mit Übungen und Geschichten der Autorin aus dem Alltag. Hier werden dem Leser keine reine Phrase an den „Kopf geworfen“, man arbeitet mit ihnen, sieht alltĂ€gliche Situationen und erhĂ€lt auch Anwendungsbeispiele. Dabei ist die Autorin immer im Bilde des Geschehens und fĂŒhrt durch die einzelnen Kapitel mit anschaulichen Beispielen und LeitsĂ€tzen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich konnte auch Einiges daraus fĂŒr mich und mein Leben mitnehmen. NatĂŒrlich bin ich nach einem mal lesen kein Meister in sĂ€mtlichen Experimenten und Situationen, doch mit einiger Übung, kann auch ich endlich zu mir finden und sogar sagen: Auf ins fette, pralle Leben!!! In das Leben, was ich mir verdient habe!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten * (* mit Sternchen)

3 Gedanken zu „Ina Rudolph – Auf ins fette, pralle Leben

  1. Tanja sagt:

    Hallo Nina,

    das Buch klingt richtig interessant. Ich habe im letzten Jahr mal ein Buch gelesen, bei dem man die Aufmerksamkeit geschult hat. Es ging darum in Stresssituationen wieder runterzufahren. Mit MeditationsĂŒbungen aber auch Wahrnehmungen im Alltag. Dein Buch klingt so, als wĂŒrde es einiges wiedergeben, was ich dort auch gelesen habe. Allerdings sind auch ein paar Punkte bei, die dort nicht aufgegriffen worden. Ich bin sehr gespannt auf deinen Bericht zum Praxisversuch.

    Ganz liebe GrĂŒĂŸe Tanja :o)

    • Nina sagt:

      Hallo liebe Tanja!

      Ja, das Buch klingt nicht nur gut, das ist es auch 🙂 Einerseits brenne ich darauf, die Rezension so schnell wie möglich online zu stellen, aber andererseits lasse ich mir Zeit, weil ich es auch wirken lassen möchte. Gestern habe ich wieder ein Kapitel beenden können – dazu liest man gleich mehr 😉 Und ich bin nach wie vor davon ĂŒberzeugt: es ist ein sehr gutes Buch und kann jedem nĂŒtzen!

      Ganz liebe GrĂŒĂŸe,
      deine Nina

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