Interview mit ~ Linda Schipp ~

Hallo ihr Lieben,

wie ich euch schon vor längerem angekündigt habe, möchte ich euch auch die Personen hinter den Geschichten vorstellen und zwar die Autoren, die uns für viele schöne Lesestunden in ihre zauberhafte Welten entführen … und ich bin schon so richtig aufgeregt!!!! *rumhüpf!!!* Denn ich habe heute eine Jung-Autorin hier, deren Buch ich vor kurzem selbst lesen durfte – einfach fabelhaft!

 

Den Anfang mit den Interviews macht

Linda Schipp

als Autorin ihres Debüt-Romans

Die wunderbare Geschichte von Allie habe ich euch bereits vor einigen Tagen auf meinem Blog vorgestellt:

zur Rezension

Aber ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen. Linda hat mir zu einigen Fragen Rede und Antwort gestanden 🙂

Doch lest selbst:

blog-a-holic: Hallo liebe Linda! Erst einmal vielen lieben Dank an dich, dass ich dich interviewen und dir einige Fragen stellen darf. Zunächst einmal: ist es okay, wenn ich „Du“ sage?

Linda Schipp: Aber sicher doch! 🙂

blog-a-holic: Liebe Linda, bitte stelle dich deinen Lesern vor.

Linda Schipp: Ich bin 21 Jahre alt, im wunderbaren Ruhrpott geboren, wohne aber aktuell in Münster, weil ich dort studiere: Kommunikationswissenschaft im Bachelor. Außerdem arbeite ich als Werkstudentin in der PR-Beratung. Die dritte Säule meines Alltags ist dann wohl das Schreiben.

blog-a-holic: Mit deinem Roman „Memories To do: Allies Liste“ hast du den ersten Schritt in die Welt der Schriftsteller gewagt und dein Debüt gegeben. Wie fühlst du dich?

Linda Schipp: Endlich, endlich zufrieden! Ich habe mein Debüt ja schon einmal im vergangenen Jahr veröffentlicht, damals jedoch ganz spontan. Ich wusste nicht einmal was Self-Publishing ist! In die Neuveröffentlichung habe ich nun unendlich viel Zeit und Arbeit gesteckt, sodass ich sagen kann: Ich bin stolz auf mein erstes Buchbaby.

blog-a-holic: Du bist eine sehr junge Autorin und hast aber jetzt schon viele begeisterte LeserInnen gefunden. Welchen Tipp kannst du anderen Jungautoren oder angehenden Schriftstellern geben? Worauf sollten sie achten?

Linda Schipp: Wer nicht „nur“ schreiben, sondern auch veröffentlichen möchte, sollte sich bewusst machen, dass die Self-Publishing-Branche sehr stark professionalisiert ist. Eine 1 in Deutsch reicht da nicht aus – und das sage ich, weil ich das früher selbst falsch eingeschätzt habe. 🙂 Meine Lektorin hat mir unheimlich viele Tricks und Tipps fürs Schreiben gezeigt, auf die ich von alleine nie gekommen wäre. Mein Tipp lautet deshalb: Nehmt euch die Zeit, euer Debüt vorzubereiten, bis es perfekt ist! Und dazu gehören für mich ein attraktives Cover, gnadenlose Testleser und ein hochwertiges Lektorat.

blog-a-holic: Wie man aus deiner Biographie lesen kann, hast du mit 16 Jahren begonnen, die Geschichte zu schreiben und mehrere Jahre daran herum gefeilt. Wann hast du denn ersten Schritt in Richtung Lektorat und Veröffentlichung getan? Und was hat dir den Ausschlag dazu gegeben?

Linda Schipp: Ich habe gerade angedeutet, dass ich bei der Veröffentlichung nicht einmal von Self-Publishing gehört habe. Der Auslöser war nämlich der Kindle Storyteller Award 2015, der einen jungen Indie-Autor auszeichnet (gibt’s übrigens auch dieses Jahr). Ich wollte immer einen Verlag für mein Buch finden, doch nachdem ich zwei Jahre lang erfolglos Exposés verschickt und die Werbung für den Storyteller Award entdeckt habe, dachte ich mir: „Tu’s einfach!“. Und so war mein eBook gute 48 Stunden später online, obwohl ich keine eBooks mochte, obwohl ich nicht verstand, was „Indie“ eigentlich bedeutete, und obwohl mein mit PowerPoint gebasteltes Cover furchtbar aussah. Ich bin wohl die Inkarnation von „aus Fehlern lernt man“. Dafür bin ich heute umso glücklicher mit meinem neuveröffentlichten Debüt. 🙂

blog-a-holic: Wer war die erste Person, die dein Buch lesen durfte?

Linda Schipp: Meine Mama. Ich schreibe, seit ich 7 bin, doch bis Weihnachten 2013 habe ich niemals eine Geschichte beendet. Darum war meine Mama unendlich gerührt, als sie das fertige Rohmanuskript an Heiligabend ausgepackt in den Händen hielt. Seitdem nehmen meine Eltern die Schreiberei auch genauso ernst wie ich.

blog-a-holic: Der erste Gang an die Öffentlichkeit hat mit einer Leserunde bei Lovelybooks.de stattgefunden und wie ich selbst auch mit verfolgt habe, hast du bislang nur durchweg positive Resonanz erhalten. Die LeserInnen sind begeistert! (Ich bin im Übrigen eine davon *g*) Was ist als nächster PR-Schritt geplant?

Linda Schipp: Hach, danke, Nina! Der nächste PR-Schritt wird sogar eine etwas größere Sache, die ich mit vielen anderen Autoren gemeinsam plane. Ich verrate noch nichts! Aber ich bin mir sicher, begeisterte Leser werden davon hören …

blog-a-holic: Deine erste Geschichte „Memories To do: Allies Liste“ zeigt den Lesern eine Welt voller Emotionen und Geheimnisse rund um das Leben von Alison – genannt Allie – die nach einem Unfall ihr an einer speziellen Form der Amnesie leidet und die letzten 17 Jahre ihres Lebens „verloren“ hat. Wie genau bist du auf solch eine Geschichte gekommen? Hast du vielleicht selbst einen ähnlichen Fall in deinem Umfeld (Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis) erlebt?

Linda Schipp: Da muss ich immer ganz unspektakulär antworten: Nein. Ich wünschte, ich könnte etwas Spannendes erzählen, aber die Schlüsselstelle des Buches, „die Nacht im Bootshaus“ ist irgendwann einfach aus mir herausgeflossen und von da an hat sich die Geschichte von selbst weiterentwickelt. Ich hatte anfangs kein Ziel vor Augen, außer das Thema „Amnesie“. Wahrscheinlich hat die Überarbeitung deshalb letztlich so lange gedauert.

blog-a-holic: Man sagt, ein Autor steckt nicht nur Herzblut in seine Geschichte, sondern auch, dass in jedem seiner Charaktere auch etwas von ihm selber steckt. Trifft das auch auf dich zu? Und in welchem Protagonisten finden wir am meisten von dir?

Linda Schipp: Nicht absichtlich, aber ich glaube ja, in vielen Figuren stecken Eigenschaften von mir selbst. Eine kleinere Sache wäre zum Beispiel die nervöse Eigenschaft der Nebenfigur Harriett, die häufig an der Haut an ihrem Hals zupft. Ich finde es allerdings sehr schwierig über Ähnlichkeiten der Figuren mit mir selbst zu sprechen. Als Autor legt man sowieso einen kleinen Gedanken-Striptease hin, selbst wenn die Geschichte fiktiv ist. Viele Bekannte kamen schon auf mich zu und waren überrascht, dass diese oder jene Szene tatsächlich meinen Gedanken entstammte. Deshalb ist das Veröffentlichen der eigenen Texte auch etwas sehr Intimes, das mich einiges an Überwindung gekostet hat.

blog-a-holic: Hast du schon eine neue Geschichte, die du heimlich nebenbei am Tippen bist? 😉 Keine Angst, ich plaudere nichts aus *g*

Linda Schipp: Zu tippen habe ich noch nicht angefangen, aber es entwickeln sich gerade zwei neue Geschichten parallel in meiner Fantasie … Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche ich zuerst umsetze! Eine trägt den Stil von Memories To Do, ein bisschen tragisch also, sehr gefühlvoll – das, was ich kann, wenn ich das mal so sagen darf. 🙂 Die andere Idee ist im Ton ein bisschen leichter, frecher, das Thema eher unterhaltsam als konfliktreich … Das könnte viel Spaß machen, da sich meine Protagonisten in meinem Kopf bereits bekriegen.

blog-a-holic: Linda, woher nimmst du deine Inspiration zum Schreiben? Und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Linda Schipp: Ich erinnere mich gar nicht daran, NICHT geschrieben zu haben. Mit elf Jahren habe ich „Channie der Yeti-Affe“ geschrieben und selbst illustriert, mit sieben „Wenn sich Eichhörnchen verlieben“. Es gibt ein kleines zusammengetackertes Büchlein von mir aus der ersten Klasse. Und dann ist da noch ein Notizbuch das ist von vorne bis hinten mit waagerechten Schlangenlinien, die Schreibschrift ähneln, gefüllt – als hätte ich versucht zu schreiben, bevor ich wusste, wie man Buchstaben malt! Irgendwie gehört es einfach zu mir, so wie andere Leute tanzen, musizieren, trainieren müssen.

blog-a-holic: Vom Manuskript zum fertigen Buch: Wie sieht bei dir der Schaffensprozess eines Buches aus?

Linda Schipp: Ich hoffe, nie wieder so wie der Letzte! 😀 Der war wie gesagt völlig ungeplant. Mein nächstes Buch wird ungefähr so entstehen:
(0. Ich entscheide mich für eine Story)
1. Der Plot muss so lange in meinem Kopf gedeihen, bis ich mich traue, ihn aufzuschreiben, ohne verzweifelt zusammenzubrechen.
2. Ich gelange an den Punkt zu glauben, dass der Plot so funktionieren könnte, schreibe ihn auf und breche verzweifelt zusammen.
3. Ich entwickele den roten Faden über mehrere Woche, bis ein Gerüst steht und mir die Figuren verraten haben, wie sie ticken.
4. Dann wird geschrieben. Schön brav von vorne nach hinten. Immer wieder werden die „alten“ Kapitel überarbeitet und angepasst. Parallel entsteht das Cover.
5. Gefühlte 17 Jahre später ist die Rohfassung fertig. Ich gebe sie meiner Mama und meinen Lieblingstestlesern.
6. Ich weine, weil das Feedback zurückgekommen ist.
7. Na ja, eigentlich war das Feedback sogar ganz gut. Ich überarbeite noch einmal und schwupps geht das Manuskript zu meiner fantastischen Lektorin.
8. Ich verzweifele ein letztes Mal so RICHTIG, weil das mit den Überarbeitungen kein Ende nehmen will.
9. Die Überarbeitungen des Lektorats sind fertig: Das Manuskript geht noch einmal zu besonders aufmerksamen Testlesern.
10. Es ist fertig! Nun beginnt die eigentliche Arbeit: Die Veröffentlichung und Vermarktung.

blog-a-holic: Ein Tag wie jeder andere – wie sieht er in deinem Leben aus?

Linda Schipp: Momentan darf ich glücklicherweise sagen: Laaange schlafen. Gelobt sei das Studentenleben. Der Tag startet schlecht, wenn ich nicht von einer nassen Hundenase geweckt werde und der daran hängende Hund erbarmungslos auf meinem Bauch herumhüpft. Das belebt ungemein. Ich frühstücke und scrolle die neuesten Zeilenspringer-Postings durch (Zeitunglesen für Bücherfreaks). Danach gehe ich a) zur Uni, b) nicht zur Uni, c) zur Arbeit, aber meistens d) vor meinen Laptop: Verkaufszahlen checken, buchige Nachrichten beantworten, Flyer bestellen, Lesezeichen abstimmen, in der Lovelybooks-Leserunde aktiv sein, Marketingmaßnahmen überlegen, ein paar Bücher signieren. Hupps, schon Nachmittag, um 17 Uhr kommt mein Freund! Bis dahin muss ich mein Pensum für heute fertig haben. 18 Uhr, mein Freund wartet seit einer Stunde geduldig auf dem Sofa, dass ich „nur noch eben diese Mail abschicke“. Wir kochen, erzählen einander vom heutigen Tag und hüpfen aufgeregt im Kreis: Denn heute kommt die neue Game-of-Thrones-Folge! Ein Tag wie jeder andere. 🙂

blog-a-holic: Wie lautet dein Lieblingszitat oder dein Lebensmotto?

Linda Schipp: So etwas habe ich nicht. Aber es gibt so etwas wie einen Leitgedanken, an den ich glaube: Wenn man etwas mit Begeisterung und Herzblut verfolgt, dann kann es nur gut werden.

blog-a-holic: Welches ist dein Lieblingsbuch?

Linda Schipp: Klare Kiste: „Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks. Dieser Roman hat nichts von einer niedlichen Schnulze, Sparks weckt Gefühle mit Worten wie ein Meister!

blog-a-holic: Hast du auch einen Lieblingsautor / eine Lieblingsautorin?

Linda Schipp: Zum einen natürlich Nicholas Sparks, mein Vorbild. Zum anderen Sebastian Fitzek, der Thriller-Gott.

blog-a-holic: Welche Person hat dich geprägt oder aber dich inspiriert?

Linda Schipp: Das hört sich jetzt wiederum schnulzig an, aber: Ein Flüchtling namens Ghafek. Ich habe ihn in Hamburg kennengelernt. Bei einem Kaffee hat er mir seine Geschichte erzählt, wie er innerhalb von 11 Tagen von Syrien nach Deutschland geflohen ist. Das war wirklich bewegend. Und noch beeindruckender als sein Durchhaltevermögen finde ich seinen Willen, hier in Deutschland etwas Großes zu bewegen, obwohl er zu dem Zeitpunkt nicht mal meine Sprache sprach.

blog-a-holic: Wenn du jemandem einfach mal Danke sagen möchtest – wer wäre das?

Linda Schipp: Immer und immer wieder: Meiner lieben Katharina Riehl, die ich als erste Testleserin für mein Buch kennengelernt habe und die mich fortan unterstützt hat wie kaum ein anderer.

blog-a-holic: Was möchtest du deinen LeserInnen noch mit auf den Weg geben?

Linda Schipp: Danke schön, dass ihr bis hierher gelesen habt – Ninas Interview hat mir so viel Spaß gemacht, da musste ich manchmal etwas weiter ausholen.

Mein Traum ist es nicht, Bücher zu verkaufen, sondern gelesen zu werden. Und ich freue mich wie eine kleine Schneekönigin über jeden, der mich bei diesem Traum unterstützt! ♥

blog-a-holic: Liebe Linda, das war wirklich ein fantastisches Interview und ich freue mich drauf, es für all deine LeserInnen zu veröffentlichen! Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht mit dir zu reden und dich besser kennen zu lernen! Vielen herzlichen Dank für deine Zeit! 🙂 ♥

 

4 Gedanken zu „Interview mit ~ Linda Schipp ~

  1. Tanja sagt:

    Huhu Nina,

    ach, da ist ja das bereits angedeutete Interview 🙂

    Sehr schöne Fragen hast du dir ausgedacht. Ich finde es immer sehr interessant auch mal einen Blick auf den Menschen dahinter zu werfen.

    Hätte ich das Buch nicht nach deiner Rezension schon lesen wollen, so hättest du mich jetzt vermutlich restlos neugierig gemacht.

    Besonders schön finde ich auch, wie „ein ganz normaler Tag“ bei der Autorin abläuft. Von einer nassen Hundeschnauze geweckt zu werden und Abends eine Folge Games of Throne zu schauen – was braucht man mehr?!

    Sehr schönes Interview.

    Ganz liebe Grüße Tanja

    • Nina sagt:

      Hallo liebe Tanja!!!

      Freut mich von dir zu lesen *g* Jaaaaa … endlich ist das erste Interview online! Ich freue mich auch schon soooooo sehr darüber! 🙂 Linda Schipp ist wirklich eine tolle Jung-Autorin und richtig sympathisch! Das merkt man auch bei dem Interview! Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit ihr zu reden und ihr die Fragen zu stellen. Und du hast recht: die kalte Hundeschnauze ist schon super am frühen Morgen – das habe ich leider (noch) nicht hier! Zugeben muss ich auch „Game of Thrones“ kenne ich nicht *g* habe es noch nie gesehen *duck* 😀

      Viele liebe Grüße,
      deine Nina

      • Tanja sagt:

        Huhu Nina,

        also Games of Throne musst (!!!) du eine Chance geben. Mich würde so sehr interessieren, ob und wie dir die Serie gefällt, gerade weil es eine meiner liebsten ist :o)

        Ganz liebe Grüße Tanja

        • Nina sagt:

          Hi Tanja!
          Okay, dann muss ich mir tatsächlich mal eine Folge anschauen. Eine Freundin von mir sagte auch schon mal, dass es was für mich sei 😉 Ich sag dir dann Bescheid!

          Viele liebe Grüße,
          Nina 🙂

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