Maria Semple – Wo steckst du, Bernadette?

Hallo ihr Lieben,

wie ich euch gestern schon angekündigt habe, möchte ich euch nun ein Buch von Maria Semple vorstellen und zwar:

Wo steckst du, Bernadette?

(Cover: mit bestem Dank an Random House Verlag!)

Das Buch könnt ihr hier erwerben: Random House Verlag

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 384Seiten
Verlag: btb Verlag (12. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442748518
ISBN-13: 978-3442748518
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,7 x 18,8 cm
Preis: 9,99 € (TB) / 8,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

Bernadette Fox ist chaotisch, überfordert – und ungeheuer liebenswert. Ihr Ehemann Elgie, der neue Hoffnungsträger bei Microsoft, mag ihren Witz. Und ihre verrückten Ideen. Irgendwie auch ihre Unsicherheit, wenn sie mal wieder von quälenden Ängsten heimgesucht wird. Die anderen Mütter, allesamt perfekt organisiert, halten Bernadette allerdings für eine Nervensäge. Verantwortungslos. Schließlich beschäftigt sie online eine indische Assistentin, die den Alltag für sie regelt. Zum Stundensatz von 0,75 Dollar reserviert Manjula den Tisch im Restaurant, erledigt mal eben die Bankgeschäfte und bucht den Familienurlaub in die Antarktis. Und für ihre 15jährige Tochter Bee, die kleine Streberin, ist Bernadette, na ja, eine Mutter. Bee kennt ja keine andere. Doch irgendwann beschließt Bernadette auszubrechen. Ihr wird das alles zu viel. Und auf einmal ist sie verschwunden …

 

Über die Autorin:

Maria Semple reiste die ersten Jahre ihres Lebens mit ihren Eltern kreuz und quer durch Europa (in Spanien schrieb ihr Vater Lorenzo den Pilot zur TV-Serie Batman), bevor sie nach Los Angeles und später nach Colorado zog. Unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums am Barnard-College verkaufte sie ein Movie Script an Twentieth Century Fox, woraufhin sie sich wieder in LA niederließ. Sie arbeitete zunächst für Beverly Hills, 90210, schrieb dann für Sitcoms wie Ellen, Mad About You und Arrested Development. Inzwischen lebt sie mit ihrem Ehemann, der für die Simpsons schreibt, und der gemeinsamen Tochter in Seattle. Sie schreibt Bücher, studiert nebenher, und versucht, nicht ständig online zu sein. „Where’d You Go, Bernadette“ steht seit über 30 Wochen auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Eine Kinoverfilmung ist in Arbeit.

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Eine Antarktisreise. Das wünscht sich Bee von ihren Eltern, als sie die geforderten hervorragenden Schulnoten nach Hause bringt. Ihre Mutter, Bernadette Fox, ist alles andere als begeistert von dieser Idee, doch kann sie ihrer Tochter nichts abschlagen, wo diese doch einen so schweren Start ins Leben hatte. So erklärt sich Bernadette – ehemaliger aufgehender Stern am Architektenhimmel, der nach einem kurzen Eklat verglüht ist – kurzerhand zur Reiseleiterin und nimmt die Planung – mit Hilfe einer vorzüglichen, ausländischen Sekretärin – für dieses Unterfangen in die Hand. Ihr Mann Elgie, Angestellter bei Microsoft und Verantwortlicher des neuen Projektes „Samantha 2“ überlässt ihr diese Aufgabe gern, immerhin hat er mit seinem Projekt genug zu tun und ist mehr im Büro als Zuhause bei seiner Familie. Eigentlich könnte das Leben so richtig schön sein, wären da nicht die Vorstadt-Gnitzen, wie Bernadette die gehobene Nachbarschaft und Society in Seattle nennt, die ihr das Leben immer wieder versalzen. Dabei möchte Bernadette Fox doch nur eines: in Ruhe gelassen werden und ihren Alltag mit sämtlichen Herausforderungen meistern – zum Wohle von ihr und ihrer Tochter Bee. Doch dann geschieht etwas unvorhergesehenes und – obwohl Bernadette nur im Sinne einer Gnitze gehandelt hat – ihr ganzes Leben, wie es einst mal war, wird von Gnitzen, dem FBI und von ihrem Mann total auf den Kopf gestellt. Das ist der Moment, in dem es für Bernadette kein Zurück mehr gibt. Und auf einmal ist sie spurlos verschwunden – zwei Tage vor Weihnachten. Eine fieberhafte Suche beginnt …

Den genauen Ablauf der Geschichte möchte ich euch allerdings nicht verraten, das nimmt ja die ganze Spannung vorweg! Nein, so bin ich nicht gestrickt. Allerdings möchte ich euch erzählen, wie ich in die Geschichte eingestiegen bin. Das Buch wurde mir freundlicherweise von der Random House Verlagsgruppe zum Lesen zur Verfügung gestellt.

Mich hat zu aller erst das prägnante Cover angesprochen. Darauf zu sehen: eine Frau in Audrey Hepburn – Manier mit Kopftuch und stylischer Sonnenbrille, adrett zurecht gemacht in knalligen Farben. Ihr Gesichtsausdruck spricht Bände: „Was ist jetzt schon wieder passiert?“ oder „Warum muss es nur immer mir passieren? Kann dieses Los nicht ein einziges Mal an mir vorüber gehen?“ Tja, anscheinend nicht, junge Dame!

Dann war da der Titel: „Wo steckst du, Bernadette?“ Eigentlich nichtssagend und doch so aussagekräftigt, das man als Leser direkt weiß, worauf dieses Buch hinaus möchte. Ich hätte es auch in wenigen Sätzen zusammenfassen können:

„In dem Buch trefft ihr auf Bernadette, die nach einem schrecklichen Vorfall spurlos von der Bildfläche verschwindet. Eine fieberhafte Suche nach der verschollenen – schon tot geglaubten – Bernadette beginnt, auf deren Reise Tochter und Vater wieder näher zusammenfinden und nicht immer alles ist, wie es zu sein scheint.“

Aber das wäre mir doch etwas zu perfide gewesen.

Tatsächlich aber dreht sich das Buch wirklich um Bernadette, um ihr vorheriges Leben als aufstrebende Architektin, die umjubelt wird und einen sagenhaften Preis gewinnt, und die dann plötzlich – von heute auf morgen – nur noch Mutter ist und ihre sagenhaften Fähigkeiten gänzlich aus den Augen verliert. Sie gibt sich ganz ihrer Mutterrolle hin und ist, in den Augen ihrer Tochter Bee, doch eher eine Art „Übermutter“ – immer da und stets von der totalen Kontrolle begleitet. Sie mag für den Leser eine undurchschaubare Person sein und vielleicht sogar unsympathisch daher kommen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Im Laufe der Geschichte lernen wir die wahre Bernadette erst richtig kennen und lieben.

Ihr Mann Elgie hingegen, gibt sich vollends in die Hände von Microsoft und lebt sein Leben und seinen Traum als Entwickler. Von ihm bekommt man zu Beginn der Geschichte nicht viel mit, da er stets unterwegs ist und sich lediglich seiner „Samantha 2“ widmet. Wen wundert es, dass er nicht nur seine Frau aus den Augen verliert und auf der Reise – der Suche nach seiner Frau – erst lernt, was ihm im Leben wichtig ist.

Bee ist eine aufgeweckte junge Dame und nicht nur klug, sondern auch abenteuerlustig. Sie ist hilfsbereit und charmant, aber auch nicht auf den Mund gefallen. So wundert es den Leser im Laufe der Geschichte auch nicht, weswegen sie sich die Reise in die Antarktis gewünscht hat. Erst die vielen Hinweise, die sie für uns in dem Buch zusammengepackt hat, führt sie letztendlich an das Ziel in eine liebende Umarmung.

Ja, nicht nur die Charaktere gehen auf Reise und entwickeln sich weiter. Auch der Leser tut es.

Ungewöhnlich ist – neben diesen starken Charakteren – auch der Schreibstil der Autorin. Sie erzählt die Geschichte nicht einfach so runter und schmeißt dem Leser Fakten an den Kopf, nein, sie macht das Ganze doch eleganter. Wie in einem modernen Märchen à la „Hänsel und Gretel“ wirft sie dem Leser Brotkrumen in Form von Mails und Briefen hin, damit dieser sich ein genaueres Bild von Bernadette und ihrem Umfeld machen kann. Sie hat ein wirklich amüsantes Versteck-Spiel entworfen und nimmt den Leser mit auf die Suche.

Ich kann dieses Buch – das nicht so ist, wie andere es sind – mit vollster Überzeugung weiter empfehlen und freue mich schon sehr auf den Kinofilm, der 2017 erscheinen soll! In der Hauptrolle – der Bernadette Fox – erscheint Cate Blanchett!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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