Sam Gasson – Gone Cat

Und weiter geht’s mit dem Lesen, Schreiben und Rezensieren! Jetzt stelle ich euch ein Buch vor, das mir fast den letzten Nerv geraubt hat: vor lauter Spannung! Ich konnte es kaum aushalten und musste es – ab einem gewissen Zeitpunkt – einfach zu Ende lesen und zwar ohne Pause … ich weiß, das kommt bei mir oft vor, bedeutet aber dann auch, dass das jeweilige Buch mich wirklich sehr fesselt und unmittelbar (be-)trifft. Immerhin möchte ich unterhalten werden und nicht durch fades dahingeplätscher eingeschläfert werden…

Es geht um das Buch von

Sam Gasson

und zwar

Gone Cat – Die stumme Zeugin

Sam Gasson Gone Cat

(Cover: mit bestem Dank an Egmont LYX Verlag!)

Infos zum Buch:

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Lyx; Auflage: 1 (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373630157X
ISBN-13: 978-3736301573
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3 x 21,5 cm
Preis: 14,99 € (TB) / 13,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt:

Jim Glew ist Privatdetekiv, doch sein Herzleiden zwang ihn in den vorzeitigen Ruhestand. Sein elfjähriger Sohn Bruno ist begeisterter Fan von TV-Krimis – für ihn lauert das Verbrechen überall. Er liebt nur eins mehr als Detektiv zu spielen, und das ist seine Katze Mildred. Nur zu gern würde er die Welt einmal aus ihrer Perspektive sehen. Daher bindet er Mildred ein Kamera-Halsband um, ein Halsband, das plötzlich von größter Wichtigkeit ist. Denn als die Nachbarin Poppy Rutter brutal ermordet wird, findet die Polizei blutige Pfotenabdrücke am Tatort. Aber wo ist Mildred mit ihrer Kamera?

 

Über den Autor:

Sam Gasson ist dreiunddreißig Jahre alt und lebt mit seiner Frau in Horsham, einer historischen Marktstadt in Südengland. Tagsüber unterrichtet er englische Literatur in einer Sekundarschule. Seine Abende verbringt er am Schreibtisch und ersinnt eigene Geschichten. Gone Cat ist sein Debütroman.

 

Und nun mein Fazit und meine Rezension:

Zunächst einmal möchte ich mich dem Erscheinungsbild des Buches widmen. Das Cover ist schlicht gehalten, verheißt aber für Kriminalfans bereits, das genau dort einiges drin stecken kann. Zu sehn ist eigentlich nicht viel, lediglich der Name des Autors und der Titel und komische schwarze Fäden. Bei genauerer Betrachtung (und auch, wenn man das Buch dann etwas kennt) erkennt man, dass es Schnurrhaare einer Katze sind. Die Seiten sind rot eingefärbt, anfangs schwer voneinander zu lösen, aber geben dem Buch insgesamt einen geheimnisvollen Touch.

In die Geschichte steigt man als Leser recht schnell ein, denn allein der Prolog von einer Seite verrät, auf was man gleich stoßen wird. Er ist kurz und knapp verfasst, enthält einige wichtige Informationen und … schon geht’s los!

Zunächst trifft man auf Jim, einen Privatdetektiv, der sein Büro am räumen ist, da das Gebäude, das sein Büro beherbergt, abgerissen werden soll. Für Jim eine willkommene Geste, denn er trägt sich schon länger mit dem Gedanken, seinen Job an den Nagel zu hängen, um endlich mehr Zeit für seine Frau und seinen Sohn Bruno zu haben. Ich habe Jim ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Anfangs dachte ich, es handle sich um einen komischen Kauz, räumt in seinem Büro rum und führt ständig Gespräche mit jemanden, der noch nicht einmal selbst zu Wort kommt! Doch man wird schnell eines Besseren belehrt, denn der „Kumpel“ mit dem Jim im Zwiegespräch ist, ist nichts weiter als ein Poster von Philip Marlowe … allein diese Eigenart macht ihn mir äußerst sympatisch! 😀 *wer führt schon keine Selbstgespräche?*

Weiter geht’s mit dessen Familie:

Bruno, sein junger Spross, möchte eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters treten und die möchte er auch ordnungsgemäß ausfüllen. So wundert es also nicht, dass er ein neugieriger und aufgeschlossener junger Mann ist, der sich mit Freude und Wissbegierde und großem Arbeitseifer auf sämtliche Mysterien stürzt. Wie wir im Laufe der Geschichte erfahren müssen, ist das nicht gerade ein sehr guter Charakterzug von ihm, denn sein Spürsinn macht leider nicht vor Gefahren halt! Doch dem kleinen Kerl kann man einfach nicht böse sein! Man merkt, dass ich einen Narren an ihm gefressen habe, oder?!

Unterstützt wird Bruno von seiner Katze Mildred, die mit Vorliebe ihren Hobbies frönt: Fressen, Schlafen, in der Sonne fläzen, sich Putzen und vor allen Dingen: durch Nachbarsgärten schleichen. Bruno ist fasziniert von dem Verhalten seiner Mildred und erforscht jeden ihrer Schritte ganz genau. Und eben Mildred ist es, die ihn eines Tages in seinen ersten und wohl auch bedeutendsten Fall verwickelt: dem Mord an Poppy Rutter, unmittelbare Nachbarin und Mutter seines besten Freundes Dean.

Leider ist die Familie von Dean Rutter nicht gerade durch ihre Freundlichkeit bekannt: Poppy und ihr Mann Terry streiten sich nahezu pausenlos und das hört mitunter die ganze Nachbarschaft. Mehr als einmal hat Terry dabei die Geduld verloren und seiner Frau Blessuren verpasst.

Als Dean eines Tages bei Bruno zu Besuch ist und – auf Bitte von Terry – auch über Nacht bleiben soll, kommt es zum Eklat: ausgerechnet Jim findet am nächsten Morgen Poppy blutüberströmt in der Küche ihres Hauses liegen, nur wenige Schritte von ihrem leblosen Körper entfernt schläft ihr Mann auf der Couch seinen Rausch aus. Doch was ist passiert? Hat Terry tatsächlich seine Ehefrau brutal erschlagen und streitet dies nun vehement ab – immerhin kann er sich aufgrund des Alkohols an nichts erinnern. Für Jim beginnt sein letzter Fall seiner Detektivkarriere, er möchte seinem Freund Terry helfen und schaltet sich in die Ermittlungen ein, denn Poppy war kein unbeschriebenes Blatt.

Auch Bruno macht das Ganze sehr zu schaffen, denn er sieht, wie sehr sein Freund Dean leidet. Außerdem ist da noch etwas merkwürdig an der Sache: denn seit dem Mord ist seine Katze Mildred verschwunden – mitsamt der Kamera, die sie an ihrem Halsband mit sich trägt.

Für den Leser bedeutet das:

Zwei Fälle in einem Buch! Der Fall um Mildreds mysteriösem Verschwinden und der Mordfall an Poppy Rutter.

Akribisch werden Nachbarn und Freunde durchleuchtet – auf die ein oder andere Methode – und dabei bemerkt man, dass eben nicht alles so ist, wie es scheint.

Vielleicht wohnt der Mörder auch nebenan?

Was mir an dem Buch sehr gefallen hat, waren die zahlreichen Aktionen, die Bruno geplant und auch vollführt hat. Bruno ist wirklich ein aufgeweckter junger Bursche, doch eben immer noch ein Kind. Mehr als einmal treibt er seine Eltern zur Verzweiflung, da helfen auch Vater Jims Beschwichtigungen nicht. Und auch dem Leser oder aber anders gesagt: mir, als Leserin, ist mehr als einmal das Herz stehen geblieben!

Was ich auch die ganze Zeit während dem Lesen überlegt habe: welchem Genre würde man dieses Buch zuordnen? Kriminalroman – in der Tat, doch eher für Jugendliche oder doch Erwachsene? Aufgrund einiger sehr detailliert beschriebener Szenen (unter anderem dem Tatort oder auch dem Tathergang), bin ich der Meinung, dass es sich keinesfalls um ein Jugendbuch handeln kann. Es ist eher im Genre eines Erwachsenen-Kriminalromans anzusiedeln.

Alles in einem kann ich das hier mit Sicherheit sagen:

Bei dem Debütroman von Sam Gasson handelt es sich um keine leichte Kost. Man sollte starke Nerven und auch Zeit einplanen, das Buch also nicht kurz vor dem Schlafengehen zur Hand nehmen, denn eins kann ich garantieren: so schnell legt man es nicht mehr aus der Hand!

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

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