Fantasy Woche, Facebook

Ankündigung: Fantasy-Woche 2017

Hallo ihr Lieben!

Bevor ich mich auch dem Wochenende hingebe und mir etwas Ruhe und Entspannung gönne (ich habe schon einen Putzmarathon hinter mir!), möchte ich euch noch etwas Tolles ankündigen … *Trommelwirbel* … 

Hmm … oder soll ich doch anders starten? 😀 

ALSO: wenn ihr im letzten Jahr schon auf Facebook an der Krimi- und Thrillerwoche teilgenommen habt und euch die schon sehr gefallen und zugesagt habt, dann kann ich euch jetzt noch etwas Schönes mitteilen: 

In diesem Jahr findet wieder eine Buchwoche auf Facebook statt und viele tolle Autoren sind mit dabei!

Es handelt sich um die 

Fantasy Woche, Facebook*Mit einem klick auf das Bild landet ihr auf der Veranstaltungsgruppe bei Facebook*

!!!!!! *JUCHUUUUHHH*

♥ Die grosse Facebook Fantasywoche für Fans von Romantic-, Urban-, Dark- und High-Fantasy.
7 Tage Live-Lesungen, Challenges, Gewinnspiele und Überraschungen.
7 Tage Spannung, Fantasie und Gänsehaut. ♥

In diesem Jahr war ich auch schnell genug und konnte mir ein heiß ersehntes Bloggerticket sichern *yeah!!!!*, ihr werdet also auch ein paar Beiträge von mir dort finden 🙂 Und ich freue mich schon sooooooo ♥!

Diese Autoren nehmen an der Fantasy-Woche teil: 

Wenn ihr als die absoluten Fantasy-Fans seid und gar nicht mehr ohne könnt oder aber so begeistert von der Krimi- und Thrillerwoche 2016 wart, wie ich, dann seid ihr auf dieser Veranstaltung genau RICHTIG

Hier die Eckdaten: 

Wann:               06.02. – 12.02.2017

Wo:                     Hier

Programm:      das findet ihr Hier

Wenn ihr also daran teilnehmen wollt, dann ladet euch hier das entsprechende Ticket runter! 

Ich freue mich schon auf die vielen Beiträge, Interviews, die neuen Bücher und auf das Kennenlernen von neuen Autoren! 

Habt alle noch einen schönen Tag!

Liebe Grüße,
eure Nina ♥

 

 

Christian Grawe – Jane Austen

Guten Morgen ihr Lieben!

Erst gestern habe ich ein langersehntes Büchlein vom Reclam-Verlag erhalten und habe mich riesig gefreut! Obwohl ich noch nicht einmal so richtig wusste, was mich dort erwarten würde! 

Seit kurzem (zumindest empfinde ich es so) hat der Reclam-Verlag eben solche Reclam-Heftchen zu großen Autoren oder aber auch Fernsehserien und vielem mehr herausgebracht. Ich hatte das Glück, ein Büchlein über Jane Austen zu lesen. 

Christian Grawe 

mit dem feinen Büchlein

Jane Austen, 100 Seiten

Jane Austen, 100 Seiten, Reclam Verlag

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Reclam Verlag!)

Weiterlesen

Kim Nina Ocker – Eliza will Fahrrad fahren

Guten Abend ihr Lieben!

Gestern habe ich ein eBook beendet, welches ich freundlicherweise von NetGalley zum Lesen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Und ich muss sagen: ich bin einfach hin und weg ♥ ! Ich LIEBE dieses eBook jetzt schon und werde mir auch gerne die Printausgabe bestellen, wenn sie denn erhältlich ist 🙂 

Doch bevor ich hier weiter schwärme und ihr nach wie vor keine Ahnung habt, wovon ich überhaupt spreche, hier ein Einblick: 

Kim Nina Ocker 

mit ihrem Buch 

Eliza will Fahrrad fahren

Kim Nina Ocker - Eliza will Fahrrad fahren

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Forever / Ullstein Verlag!)

Weiterlesen

Blogtour „Verlorene Kinder“ – Die Thrillerwerkstatt

Hallo ihr Lieben!

Heute macht die Blogtour rund um den neuen Roman von Inca Vogt „Verlorene Kinder“ bei mir Halt und ich freue mich tierisch darauf, euch heute die Thrillerwerkstatt von Inca vorstellen zu dürfen! 

Ich hatte die Gelegenheit – neben dem Lesen des neuen Buches – auch Inca Vogt zu den Themen ihrer Romane zu befragen. 

Also, tretet ein mit mir in die

Thrillerwerkstatt von Inca Vogt …

 

 

 

 

 

 

 

Die Thrillerwerkstatt im Schnee und bei Sonnenschein, wer hätte gedacht, dass hier solch gruslige Themen behandelt werden??? 

Tretet ein in die Thrillerwerkstatt. Kommt mit an den Ort, an dem die Autorin Inca Vogt ihre Geschichten um Toni Amato zum Leben erweckt!

Blog-a-holic: Hallo liebe Inca, zunächst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass ich eine der Leserinnen war, die deinen dritten Band rund um Toni Amato lesen durfte und nun – gemeinsam mit vielen weiteren Bloggern – auch vorstellen darf!  
Doch hier beginnt auch schon die erste Frage für mich:

Thriller oder Krimi – wie kommt es, dass du zum Thriller-Genre abgebogen bist?

Inca Vogt: Hallo, liebe Nina, ich danke dir. Es ist für mich immer noch aufregend, wenn ich weiß, dass so tolle Blogger wie du meine Thriller lesen und ich mich direkt austauschen kann. Bei einer Blogtour dabei zu sein, ist Adrenalin pur, im positiven Sinn.

Adrenalin ist vielleicht auch ein gutes Stichwort für meine Antwort. Ich habe reichlich davon und brauch auch lesend starke Geschichten, die mich extremer fesseln. Lass mich etwas ausholen, damit ich nicht unbeabsichtigt Krimis zur Seite schiebe. Der Begriff Krimi ist im Sprachgebrauch für die meisten ein Überbegriff für Spannungsromane und die schreibe ich auch, allerdings faszinieren mich lesend und schreibend alle Geschichten bei denen anstelle der Tätersuche auch die Motive und ursächlichen Gründe für die Täter im Fokus stehen. Ich möchte lesend und schreibend auch in die Abgründe und die Entwicklung vom unschuldigen Kind hin zum brutalen Täter aufzeigen.

Da stecken Verletzungen, brutale Erlebnisse, erschütternde Geschichten dahinter. Und die machen es für mich wesentlich interessanter und realistischer als nur mit geschickten Wendungen auf Tätersuche zu gehen. Beim Psychothriller kommt auch noch der Moment der Bedrohung hinzu, bei dem auch Leser mitbangen müssen während die Helden oft noch ahnungslos in ihr Unheil tapsen.
Daher war es eigentlich nie eine bewusste Entscheidung, welchen Weg ich schreibend gehen wollte. Wenn ich vielleicht doch mal einen Krimi schreiben würde, tendiere ich zu schwarzhumorigen Geschichten, bei denen einem auch gerne das Lachen im Hals steckenbleibt. Auch hier möchte ich meiner Leserlaune folgen.  Ein typisches Charakteristikum von Krimis: sie sind meist gradliniger, haben eher selten mehr als zwei Handlungsstränge und sind mehr auf die Tätersuche als z. B. auf Motive und Abgründe der Täter fokussiert.

Ich habe mich übrigens etwas schwer getan zu beantworten, ob meine Reihe Psychothriller ‚genug’ ist. Da habe ich mir Hilfe und Rat bei meiner Lektorin gesucht, die das bejaht hat.

Blog-a-holic: Während dem Lesen deines neusten Romans kam es sogar mir so vor, als würde ich die Protagonisten persönlich kennen und dabei sind sie deiner Feder entsprungen! Was verbindest du mit den einzelnen Charakteren? 

Inca Vogt: Das freut mich extrem. Damit springt das über, was ich auch empfinde. Die Protagonisten sind nicht nur während des Schreibens meine engste Familie, ich rede und lebe mit ihnen. Sogar im Schlaf formuliere ich ganze Dialoge und wache auf, schreib auf, ändere oder denke neu, weil vielleicht ein Dialog anders laufen muss, so wie sie es mir diktieren.

Was ich mit ihnen verbinde? Ich bin mit ihnen verbunden trifft es eher. In jedem von ihnen steckt auch etwas von mir. Ausnahmen waren die Täter in Band 1, und z. B. die Nonne in Band 1 und 3, sie entspringen auch oft meinen Gefühlen und Erfahrungen. Ich bin z. B. in einem Nonnenkindergarten gewesen und hatte niemals in meinem Leben solche Angst. Ich bin geflüchtet, habe mich gefürchtet und um mich geschlagen. Selbst jetzt schüttelt es mich noch, wenn ich mich erinnere. Das gebe ich meinen Figuren mit, oft unbewusst. Erst wenn ich dazu befragt werde, wird es mir klar.

Toni und die Guten sind ein Kapitel für sich. Auch da ist vieles an Empfindungen, an Wut, an Leichtsinn oder Kampfeswille und „durch die Wand gehen“, in mir drin. Toni macht Dinge, die ich nur denke, sie macht sie einfach während ich selbst den Kopf schüttele und selbst manchmal nicht genau weiß, wie ich sie da wieder rausholen kann. Deshalb bange ich schreibend mit.

Kante schildert in Band 1 Szenen die ich selbst erlebt habe. Diese Szene in dem Museum für Völkerkunde ist eine, die ich an einem meiner Scheidewege so ähnlich erlebt habe. Ihr Gegenüber, der Völkerkundler ist allerdings erfunden. Der Dialog fand in meinem Kopf statt. Angelehnt an meine damaligen Gedanken über eine solche Geburtsmaske die einer Erneuerung gleichkommt. Realität und Fantasie sind für mich keine Gegensätze. Ich brauch die Fantasie, um Realitäten zu hinterfragen, manchmal auch, um sie zu ertragen. Schreiben ist eine wunderbare Art, das zusammenzubringen, ohne in einer Zwangsjacke und in der Psychiatrie zu landen in dieser seltsamen Welt.

Blog-a-holic: Was mir an deinem Schreibstil besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass sogar ich als Leser mitten in der Geschichte war! Ohne zu viel vom Inhalt zu verraten sage ich einfach nur, dass sogar ich die kalte und modrige Luft gerochen habe und die Fesseln gespürt habe, wie sie mir in die Hand- und Fußgelenke schnitten. Wie hast du deinen Schreibstil gefunden? Und wie schaffst du es, ihn so lebendig zu halten, dass sogar mir eine Gänsehaut über den Rücken läuft?

Inca Vogt: Während ich schreibe bin ich auch mittendrin, ich zappele rum, ich friere. Gut, die Schmerzen kann ich ausklammern und das ist auch nötig, aber sonst gehe ich schon sehr tief rein in solche Szenen. Manchmal weinend, wütend oder böse schmunzelnd. Ich bin heilfroh, dass mir dabei nur meine Katze zusieht. Ich dreh es mal um, ich muss fühlen, was ich schreibe.

Zum Schreibstil: meine Lektorin sagt, ich würde dynamisch schreiben, eine Bloggerkollegin aus unserer Runde hat es quirlig genannt. Ich schreibe, wie ich bin. Alles andere wäre Krampf. Wenn ich rede, bewege ich mich. Wenn ich schreibe, fließt das wohl rein in Dialoge und Texte. Dass ich auch anders können musste (bewusst so formuliert) hat mir bei meiner früheren Tätigkeit als Werbetexterin viel Disziplin abverlangt.

Blog-a-holic: Du bezeichnest dich selbst „das schreibende Chamäleon“. Ein Chamäleon ist ein Tier, das sich gut in seine Umgebung einfügt und meiner Meinung nach so unbeobachtet selbst die kleinsten Dinge und Details erkennen und auf sich wirken lassen kann. Ist es das, was dich auszeichnet?

Inca Vogt: Ja, das schreibende Chamäleon bezog sich auf meine Anfänge als ich noch Auftragstexte für jeden und alles schrieb. Da gab es Texte für einen Autohersteller als ich selbst nicht mal einen Führerschein hatte. Ich schrieb für die Platingilde, für einen Windelhersteller, für Kosmetik, für Waschmittel, Kaffee und für Banken und Leasingunternehmen. Zeitgleich lieh ich meine Schreibe einem bekannten Hollywoodstar der als gutbezahltes Testimonial einem internationalen Spielwarenhersteller Name und Gesicht für eine Produktrange gab. Für ihn schrieb ich abenteuerliche Geschichten über eigenwillige Autos, für eine bekannte deutsche Schauspielerin waren es Ratgeberheftchen, die der Babynahrung beigefügt wurden. Jedes Produkt brauchte eine andere Sprache, einen anderen Duktus. Als Ghost musste ich etwas erfinden was passte. Es fiel mir extrem leicht in diese verschiedenen Muster einzufühlen, ich liebte die Autos über die ich schrieb, vertiefte mich in die Luxusbedürfnisse und Sehnsüchte jeder beliebigen Zielgruppe für die zum Beispiel das Gefühl „zu wissen, es ist Platin“, etwas Erhebendes hatte.

 

 

 

 

 

 

 

Das schreibende Chamäleon in Aktion!

Keine schlechte Übung für alles, was ich jetzt schreibe. Ja, du hast das gut beschrieben, ich fühle mich ein, ich bin ein Stück weit das was und worüber ich schreibe.

Blog-a-holic: Wenn ich bei dem Chamäleon bleibe – sich an seine Umgebung anpassend – entstehen die düsteren Szenen deiner Thriller auch an düsteren Orten oder zu düsteren Tageszeiten?

Inca Vogt: Nein, das brauche ich nicht, ich tue mich eher schwer wieder in der Realität anzukommen. Mir reicht oft schon der Blick in einen Baumwipfel um das Kopfkino anzuschalten, es passiert unbewusst. Ich erschrecke dann allerdings, wenn ich z. B draußen in meinem Hofgarten arbeite und angesprochen werde während ich „unterwegs“ bin. „Platsch, da ist sie die Realität“, der Sonnenschein, die nette Nachbarin oder die Katze, die mal wieder vorm schwarzen Nachbarkater flieht. Herzkasper pur. Wie eine kalte Dusche aus dem Nichts.

Blog-a-holic: Du hast für deine Romane Themen gewählt, die in einer Grauzone liegen, meist nur durch eine Dunkelziffer beschrieben werden und als Tabu in der Gesellschaft gelten. Und trotzdem setzt du dich mit Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Leihmutterschaft (bei denen die Leihmütter als „Brutkästen“ gehalten werden) und vielen weiteren solcher Themen auseinander. Ich gebe ehrlich zu: bei einigen Beschreibungen wollte ich es mir gar nicht so bildhaft vorstellen, wie es mir aber dann doch vors innere Auge gekommen ist. Mir als Leser ist schon mulmig geworden, wie muss es dir dann erst bei der Recherche und beim Schreiben ergangen sein?

Inca Vogt: Als ich mich damals bei meiner Literaturagentur beworben habe, musste ich es in einem Satz zusammenfassen. Ich zitiere und erkläre es gerne: „Ich ertrage es nicht, dass unschuldigen Wesen unsägliches angetan wird.“ Wenn ich es sehe, will ich für sie fighten, ich will aber auch die aufrütteln, die schweigen oder weggucken. Das funktioniert vielleicht bei Schlagzeilen, aber nicht, wenn Geschichten persönlich werden. Ich folge schreibend einem Gefühl von Ohnmacht, oft Wut, Verzweiflung, dass ich nicht losziehen und direkt kämpfen und durchrütteln kann. Aber was ich tun kann, ist, etwas in den persönlichen Schicksalen die ich erfinde, spiegeln.

Ich will natürlich in erster Linie Spannungsromane schreiben, aber ich möchte sie so inszenieren, dass sie nachhaltig sind. Nicht einfach lesen und weg. Mich stört gerade das Wort Sendebewusstsein, dass mir dabei durch den Kopf geht. Das ist mir viel zu hoch gegriffen. Ich will eher rausschreiben, was auch mich tief aufrüttelt. Schreiben statt laut schreien, trifft es annähernd.

Was nicht ausschließt, dass ich auch mal meine andere Seite zulassen will. Leichtgängiger, vielleicht schwarzhumorig. Ich habe da was im Hinterkopf, was ich gerne als zweite Reihe beginnen möchte, zusätzlich. Einfach, weil es Spaß macht.

Blog-a-holic: Und nun natürlich die alles entscheidende Frage: woher nimmst du deine Ideen? Oder aber wieso reizt es dich, über solche empfindlichen Themen zu schreiben

Inca Vogt: Diese Frage hat mir seinerzeit auch meine erste Betaleserin und Freundin Anna gestellt, als ich ihr die ersten Kapitel zu Gebrannte Kinder gesendet hatte. Ich habe damals geantwortet: „Ich weiß es nicht.“ Das ist bis jetzt auch die ehrlichste Antwort die ich geben kann.

Klar, kann ich reflektieren und sagen, dies und jenes war der Auslöser. Aber so etwas passiert bei mir nicht bewusst, es kommt aus dem Gespeicherten, aus dem Unterbewusstsein in dem vieles brodelt, was zuvor aufgenommen wurde.

Natürlich bin ich entsetzt und aufgewühlt, wenn ich in den Medien mal wieder über Gräueltaten lese. Aber ich setz mich nicht hin und mach ein Buch draus. Letztendlich passiert es anders. „Es schreibt sich raus.“ Es ist wie im Flow, ich lass es in einem nur bedingt bewussten Zustand heraus.

Das ist es auch, was meine Lektorin als dynamisches Schreiben bezeichnet. Was nicht heißt, dass es keine strenge Kontrolle gibt. Im Gegenteil, nach dem dynamischen Schreiben beginnt es von vorne, auf Logik, Stringenz, Spannungsmomente, Durchhänger und Auflösungen überprüfend. Ich weiß, dass jetzt alle genau planenden Kollegen sich an den Kopf fassen und die üblichen Schreibratgeberverfasser mich für ineffektiv arbeitend halten. Aber so arbeite ich. Vielleicht weniger effektiv, was die Veröffentlichungstermine angeht, aber ich kann und will mich nicht verbiegen, sonst bleibt das Wichtigste auf der Strecke, meine Lust auf spannende Geschichten und Schreibreisen. Ich liebe, was ich tue. Aber ich prüfe auch äußerst kritisch, was ich geschrieben habe.

Blog-a-holic: Einen Roman zu verfassen dauert bekanntlich einiges an Zeit, zumindest gehe ich nicht davon aus, dass du deine drei Bände innerhalb weniger Wochen herunter schreiben konntest. Gab es auch für dich Phasen, in denen du gesagt hast „Nein, ich kann jetzt nicht mehr“ und einfach Abstand brauchtest?

Inca Vogt: Ich habe es eben angedeutet, ich gehöre eher zu den Schreibschnecken. Dagegen hauen manche Kollegen einen Thriller nach dem anderen raus, während ich mittendrin auf Seite 200 bin und weiß, dass ich wahrscheinlich bei 500 Normseiten ende.

Das schafft Druck, weil es heißt, dass das nächste Buch die beste Werbung sei und auch ein Garant dafür, bei den Lesern in Erinnerung zu bleiben.

Aber ich kann das nicht. Nicht mit diesen umfangreichen Büchern, nicht mit dieser Art von komplexen Stories mit mehreren Handlungssträngen. Auch nicht mit dieser Art von Themen. Bei manchen ecke ich damit sogar an. Fragte mich neulich eine Kollegin unwirsch: Warum machst du nicht drei oder vier Bücher daraus. Meine Antwort, dass ich die Geschichten lieber zu Ende erzähle als sie zu stückeln, wurde als Angriff gewertet, obwohl es keiner war.

Blog-a-holic: Es würde sich tatsächlich mehr auszahlen, oder?

Inca Vogt: Ja, vielleicht. In Verkäufen, mit mehr Lesern auch vielleicht mit mehr Begeisterung bei allen, die Ihre Leseerfolge in Masse messen. Soundsoviele Bücher in einem Rutsch gelesen. „Zack“, fünf Sterne für ‚Schnelldurchsein’. Auch das schmerzt.

Es gibt Phasen, in denen ich arg zweifle. Ich muss bei aller Leidenschaft ja auch meine Miete bezahlen, mein Auto ist sechzehn Jahre alt und ich bibbere, ob es übern TÜV kommt. Dann sind da auch die Kosten fürs Veröffentlichen, lange nicht endend bei einem Cover vom Profi. Es sind Tausende die ich vorstrecke, ohne Gewissheit, dass ich die je wieder reinbekomme, bevor ich auch nur einen Cent verdiene.  

Du fragtest nach Abstand. Ja, den verordne ich mir zuweilen zwangsweise, wenn der Außendruck zu groß ist. Manchmal reicht es, eine Trash-Show im Fernsehen anzugucken, durch den Wald zu laufen, die Wohnung zu putzen. Leicht ist es nicht.

Blog-a-holic: Wie gehst du selbst mit den Themen in deinen Büchern um? Blickst du eher aus einer objektiven Sicht darauf und versuchst dich nicht zu sehr mit deinen Charakteren emotional zu binden oder bist du selbst mit deinen Gefühlen auch stark involviert?

Inca Vogt: Ich habe für mich mal formuliert: Ich schreibe, also bin ich, also lebe ich.

Was die harten Themen angeht, habe ich einen gesunden Kern, der unverletzbar ist, ganz gleich wie hart die Fälle auch sind. Ich bin durch viele Macken und häufiges gegen den Strom schwimmen stark geworden. Und etwas was viele glauben, trifft auf mich nicht zu: ich muss nicht alles durchlitten haben, um mich einfühlen zu können. Ich muss weder ein Auto sein, um darüber zu sprechen, als habe es eine Seele, noch muss ich ein Opfer gewesen sein, um mich in ein Opfer einfühlen zu können. Für mich ist es wichtig, dass ich z. B. kein klassisches Missbrauchsopfer war, von ein paar ungeschickten Übergriffen eines älteren Nachbarjungen und den üblichen sexuellen Übergriffen von Vorgesetzen abgesehen, denen ich auf die Finger geklopft habe, nachdrücklich. Das hat mich zwar einmal den Job gekostet aber ich würde es heute noch heftiger bekämpfen. Zeitgleich weiß ich, dass andere das nicht können, ich fühle mit ihnen, fühle mich verbunden, aber nicht betroffen. Ganz wichtig!

Es bewegt mich und ich kann auch ganz weit ins Dunkle gehen und mich einfühlen, ohne selbst verletzt zu werden. Nur so kann ich den sehr schmalen Grat ausbalancieren zwischen realitätsnahen Geschichten und unterhaltsamer Fiktion.

Es gibt übrigens ein Tabu, über das ich nie schreiben werde. Das betrifft meine eigenen Verletzungen. Ich kann darüber nicht als Profi schreiben. Mir fehlt der nötige Abstand, also bleiben sie tabu!

Blog-a-holic: Hast du vielleicht für dich selbst eine Art „Mauer“ entwickelt, die dich während der Recherche- und Schreibzeit vor diesen Emotionen schützt?

Inca Vogt: Ich brauche keine Mauer. Es ist umgekehrt, ich brauch die Emotionen zum Schreiben. Siehe oben. Tabu ist nur, was mich direkt selbst betrifft.

Blog-a-holic: Wie schaffst du es, nachdem deine Werke fertig sind, loszulassen?

Inca Vogt: Ganz schlecht. Ich bin nach den ersten zwei Büchern in ein Loch gefallen. Es war gruslig. Bei Gebrannte Kinder habe ich wahrscheinlich im ersten Guss weit über 800 Seiten gehabt, weil ich nicht loslassen wollte. Es war ein Kraftakt daraus etwa 500 Seiten zu komprimieren. Es war, als hätte man mir Familie und Kinder am gleichen Tag entzogen, als das Wort Ende unterm Manuskript stand. Ich war wie auf Entzug.

Inzwischen habe ich nach dem ENDE einen klaren Überarbeitungsplan und dann muss das Baby in die Welt hinaus. Da stecke ich mittendrin, während sich der Plot und Ideen im Hinterkopf und auf der Pinnwand sammeln. Derzeit freu ich mich riesig auf den Neuanfang und bin selbst gespannt, ob ich direkt die Amatos auferstehen lasse oder ob ich meinen schwarzhumorigen Thriller, Krimi oder sonst etwas dazwischenschiebe.

Blog-a-holic: Liebe Inca, vielen lieben Dank, dass ich dich befragen durfte und deinen Lesern (und auch künftigen Lesern) einen Einblick in deine Thrillerwerkstatt geben durfte! Auch vielen Dank für die vielen tollen Fotos! Sie haben uns allen einen persönlichen Einblick in dein Leben gegeben 🙂
Mir hat es sehr viel Freude bereitet und ich habe mit Spannung deinen Roman gelesen! Ich freue mich bereits jetzt auf weitere Geschichten 🙂 

Morgen geht es weiter bei Krimi und Keks von Christina! Sie konnte mit Toni Amato ein Interview führen und ich freue mich jetzt schon wie ein Keks darauf *sorry, das musste sein* 😉 !

ABER HALT! NICHT SO SCHNELL… denn es wartet noch ein Gewinnspiel auf euch 🙂 

Einsteigen in den Amato-Tourbus und jeden Tag die Gewinnchancen erhöhen mit richtigen Antworten auf unsere Quizfragen. Damit auch alle teilnehmen können, die sich noch nicht so gut in Toni Amatos Thrillerwelt auskennen, haben wir für euch jeweils mehrere Antworten zur Auswahl vorbereitet.

1. Preis: „Entweder oder“
Der Gewinner darf wählen zwischen
a) Kindle Paperwhite und …
b) Toni-Fanschuhen aus der veganen Schuhkollektion „Boxford-Design“ mit Wunschmotiv.

2. Preis: Superfanpaket
Alle drei Amato Psychothriller als Taschenbuch, signiert mit Lesezeichen.

3. – 5. Preis: Taschenbuch Verlorene Kinder,
signiert mit Lesezeichen.

Der Weg in den Amato-Lostopf:

Während der Blogtour für VERLORENE KINDER könnt ihr vom 9.-19. Januar 2017 gleich elfmal (plus Bonusfragen/Lose) in unseren Pott wandern. Ihr müsst nur die richtigen Antworten in unserem Amato-Quiz rauspiken, frei nach dem Motto, „auch richtig geraten, zählt.“

Echte Amato-Fans haben natürlich die größten Gewinnchancen. Je mehr richtige Antworten, desto mehr Lose nehmen an der Ausziehung teil. Für jede richtige Antwort gibt’s ein Los.

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen am Quiz dürfen alle Leser über 18 aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
  • Jeder Teilnehmer kann nur jeweils einen der ausgeschriebenen Preise gewinnen, aber mit beliebig vielen Losen seine Gewinnchancen erhöhen.
  • Die Bonusfragen zählen wie die normalen Fragen und erhöhen die mögliche Losanzahl pro Teilnehmer auf 13 mögliche Lose.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.

Bitte sendet eure Antworten an folgende Mailadresse.

briefkasten@inca-vogt-autorin.com

Einsendeschluss ist der 20. Januar 23.59 Uhr. Die Gewinner werden am 22. bekannt gegeben. Gewinnaussendung in der darauffolgenden Woche.

Bitte schreibt die Lösung wie folgt auf:

 Stichwort im Betreff: Blogtour-Amato-Quiz
 TAG … (1 – 11, bzw. Bonusfrage)
 Lösung … (a,b,c,d oder e)

Antworten sammeln oder täglich abschicken?

Ob ihr jeden Tag eine Mail abschickt mit euren Lösungen oder brav alle Antworten sammelt und am Ende der Tour eine Mail losschickt, überlassen wir euch. Gezählt wird jeweils nur eine (richtige) Antwort pro Frage von euch 😉

Achtung: Nur Teilnehmer, die in der (jeder) Mail ihren richtigen Namen und eine gültige Postadresse mit angeben, nehmen an der Verlosung teil. Ohne diese Angaben können wir eure Antworten nicht zählen!

Viel Spaß und ganz viel Glück!

Und nun zur heutigen Frage: 

TAG 7: Mit wem liefert sich Toni in der Redaktion die besten Schlagabtausche?

  1. Mit Redaktionspapagei Julias Cäsar
  2. Mit Till Eulenspiegel und anderen Märchenfiguren, die ihr ständig durch den Kopf flitzen.
  3. Mit Kollege Viktor
  4. Mit dem Juristen, der am Ende immer aufgibt und Tonis Artikel freigibt.
  5. Mit der Kantinenköchin, die den besten Nachtisch weit und breit zubereitet, nur für Toni.

 

Ich wünsche euch allen Viel Glück! 🙂

Liebe Grüße,
eure Nina ♥